Klinikum Bremen-Nord

CDU fordert Ausbau der Geburtshilfe

Die CDU fordert den Ausbau der Geburtshilfe am Klinikum Bremen-Nord und entsprechende Investitionen. Die Christdemokraten weisen auf das große Einzugsgebiet und steigende Geburtenzahlen hin.
31.07.2021, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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CDU fordert Ausbau der Geburtshilfe
Von Julia Ladebeck
CDU fordert Ausbau der Geburtshilfe

Die CDU setzt sich für den Ausbau der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde in Bremen-Nord ein. Die Nordbremer Abgeordneten weisen auf die steigende Geburtenzahl hin. Demnach werden im Nordbremer Krankenhaus in diesem Jahr voraussichtlich 2500 Geburten betreut. Das Archivbild zeigt Babys auf einer Neugeborenenstation.

Waltraud Grubitzsch

Bremen-Nord. Die CDU fordert Investitionen in den Ausbau der Geburtshilfe am Klinikum Bremen-Nord. Die Nordbremer CDU-Abgeordneten Bettina Hornhues, Silvia Neumeyer und Rainer Bensch haben nach eigenen Angaben kürzlich die Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde besucht und zudem die Entwicklung der Geburtshilfen im niedersächsischen Umland betrachtet. Im Ergebnis halten sie den Ausbau der Geburtshilfe am Klinikum Bremen-Nord für eine realistische Option. Sie seien davon überzeugt, dass die Geburtshilfe am Klinikum Nord in Zukunft "eine eher größere als kleinere Rolle" spiele, teilt die CDU in einer Pressemitteilung mit.

Für Rainer Bensch, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, sprechen einige Kennzahlen deutlich dafür, die baulich-strukturellen Voraussetzungen für einen modernen „Geburtsstandort der Zukunft“ zu schaffen: „Die Geburtshilfe am Klinikum Nord genießt einen überregional hervorragenden Ruf und ist ursprünglich für 1300 Geburten ausgelegt, kann aber auch unter behördlichen Auflagen 1500 Geburten organisieren und sicherstellen. Tatsächlich wurden in den vergangenen fünf Jahren jeweils mehr als 2000 Geburten betreut", so Bensch. In diesem Jahr werden es seinen Worten nach voraussichtlich 2500 Geburten sein.

Das Versorgungsgebiet umfasse mit Bremen-Nord, dem Bremer Westen, dem Landkreis Osterholz, Delmenhorst und der Wesermarsch 470.000 Einwohner. "Bei einer statistisch fundierten Annahme von neun Geburten auf 1000 Einwohner ist in den nächsten Jahren von jeweils mehr als 4230 Geburten pro Jahr in diesem Einzugsbereich auszugehen", rechnen die Christdemokraten vor.

Die Kapazitäten der Geburtshilfekliniken im Umland – diese liege in Osterholz-Scharmbeck bei circa 500 Geburten, in Delmenhorst bei circa 900 Geburten sowie in der mit dem Klinikum Nord kooperierenden Geburtshilfe am Diako-Krankenhaus im Bremer Westen bei circa 900 Geburten – verdeutliche den Erweiterungsbedarf der Geburtshilfe am Klinikum Nord. Die Forderung der CDU lautet: "Die Klinik muss für eine Größenordnung von 2500 bis 3000 Geburten ausgestattet werden.“ Es sei eine überschaubare Investition in geringer Millionenhöhe nötig, dies müsse durch Landes-Investitionsmittel sichergestellt werden.

Bettina Hornhues, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, befasst sich im Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft insbesondere mit der Situation der Frühgeborenenversorgung in Bremen-Nord: „Anstatt über einen Abzug der Level-2-Versorgung nachzudenken, wäre eine strategische und zukunftsgerichtete Ausrichtung hin zu einem Perinatalzentrum 1 eine sinnvolle Überlegung", so Hornhues. Die Geburtshilfe am Klinikum Nord gehöre schon jetzt zu den Top 25 der 800 deutschen Geburtshilfekliniken in Bezug auf betreute Geburten. "Das Perinatalzentrum Level 2 der Klinik, welche über eine Kooperationsvereinbarung mit den Diakonie-Kliniken die dortige neonatologische Versorgung mit übernimmt, gehörte im Jahr 2020 zu den drei größten Einrichtungen dieser Versorgungsstufe in Deutschland."

Die Geburtenentwicklung auch im Umland, der Trend zu immer mehr Geburten im höheren Lebensalter, die über die letzten Jahre konstant steigenden Geburtenraten in Bremen-Nord sowie nicht zuletzt eine Stärkung des medizinischen Profils spreche für eine Zukunftsinvestition, wie sie die CDU fordert.

Bemerkenswert ist laut den CDU-Abgeordneten die Wirtschaftlichkeit der Klinik für Geburtshilfe in Bremen-Nord. Anders als in vielen öffentlichen Debatten dargestellt, arbeite sie alles andere als defizitär. "Über die letzten fünf Jahre konnten konstant Gewinne erzielt werden. In diesem Jahr liegt die Leistungsentwicklung bislang 25 Prozent über dem Wirtschaftsplan", schreibt die CDU.

Angesichts dieser Zahlen sprechen sich die Christdemokraten für die Stärkung der Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Klinikum Nord aus. Durch entsprechende Investitionen würde der Klinikstandort nach Einschätzung der CDU auch deutlich an Attraktivität für künftiges medizinisches und pflegerisches Personal gewinnen.

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