643 Verkehrsverstöße in zwei Tagen Freimarkt Bremen sorgt für Verkehrschaos

Der Bremer Freimarkt läuft seit zwei Tagen und die Polizei Bremen hat bereits jetzt 643 Verkehrsverstöße geahndet, ein Strafverfahren eingeleitet und 30 Fahrzeuge abgeschleppt.
20.10.2019, 09:52
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Freimarkt Bremen sorgt für Verkehrschaos
Von Marcel Auermann

Das neue Verkehrskonzept zur Freimarktzeit greift. Das Bremer Volksfest läuft seit Freitagabend und die Polizei Bremen hat bereits mehr als 30 falsch geparkte Autos abschleppen lassen. Insgesamt wurden am Freitag und Sonnabend 643 Verkehrsverstöße geahndet, wie die Beamten am Sonntagmorgen mitteilten. Viele Autofahrer parkten demnach auf Bürgersteigen und Radwegen oder ignorierten Einfahrtsverbotsschilder. Zudem leiteten die Beamten ein Strafverfahren gegen einen Fahrer ohne Führerschein ein.

Der Senat kündigte vergangene Woche insbesondere am ersten Freimarktwochenende an, dass vier Abschleppwagen bereitstünden, um Autos von Falschparkern direkt einkassieren zu können. Auf eine konsequente Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten auch an den übrigen Tagen wiesen Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) hin. Zudem sieht der ressortübergreifende Plan vor, dass 50 Prozent mehr Verkehrsüberwacher unterwegs sind und es eine eigene Wache ausschließlich für den „Einsatzabschnitt Verkehr“ gibt.

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Ein Einfahrtsverbot in die umliegenden Straßen für Menschen, die nicht dort wohnen, ist einer der wichtigsten Punkte des neuen Konzepts. Ulf Jacob hält diesen allerdings nur "halbherzig umgesetzt". Der Sprecher des Ausschusses für Bau, Klima, Umwelt und Verkehr im Beirat Findorff findet, dass die entsprechenden Schilder teils schlecht sichtbar aufgestellt sind, vor allem bei der in dieser Jahreszeit früh einsetzenden Dunkelheit. Demenstprechend werde das "Verbot oft ignoriert". Seine Lösung: Die Beschilderungen ausbauen. "Man kann gar nicht so schnell gucken, wie die Straßen zugeparkt sind", sagt Jacob. Deshalb sei es Rettungskräften teilweise kaum möglich, durchzukommen. Er schildert einen Feuerwehreinsatz in der Brandtstraße am Sonntagnachmittag, bei dem die Rettungskräfte anscheinend stecken blieben. "Zum Glück war kein Menschenleben gefährdet."

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Ulf Jacob empfiehlt den Veranstaltern, besser und sichtbarer dafür zu werben, wie Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Bürgerweide kommen können. "Das fehlt mir völlig", sagt er. Noch vor der heißen Freimarktzeit erklärte Verkehrssenatorin Maike Schaefer, ihr sei im Hinblick auf den Umweltschutz wichtig, dass auch auswärtige Gäste „mit Bus und Bahn anreisen oder auf Park-and-Ride-Parkplätze ausweichen.“

Bei allem Groll: Im Vergleich zu Erfahrungen der Vorjahre sei "ein erster Schritt getan", meint Jacob. Jetzt müsse das Konzept nachjustiert und verbessert werden.

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