Flott in die Bremer Innenstadt

Baubeginn für Rad-Highway

In Arbergen hat der Bau der Radpremiumroute von Mahndorf nach Bremen-Nord begonnen. Weitere Abschnitte im Stadtteil Hemelingen sollen noch in diesem Jahr folgen.
16.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Baubeginn für Rad-Highway
Von Christian Hasemann
Baubeginn für Rad-Highway

Eher dezent wird auf die Fahrradstraße im Ortwisch hingewiesen. Dennoch haben hier Fahrradfahrer Vorrang. Die Fahrradstraße in Arbergen ist nur der Anfang der Radpremiumroute, die später einmal von Mahndorf bis nach Bremen-Nord führen soll.

PETRA STUBBE

Im Ortwisch haben in dieser Woche die Markierungsarbeiten für die Rad-Premiumroute begonnen. Damit ist der Startschuss für den Fahrrad-Expressweg zwischen Bremen-Nord und Bahnhof Mahndorf in Hemelingen gefallen. Erklärtes Ziel der Radroute, die durchgängig als solche markiert sein soll, ist, die Distanz zu erhöhen, die Bremerinnen und Bremer mit dem Fahrrad zurücklegen.

Dafür sollen komfortable bis zu vier Meter breite Wege sorgen, die eine Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde zulassen. Die Wartezeiten an Ampeln sollen so gering wie möglich gehalten werden. Große Piktogramme auf der Fahrbahn und Schilder weisen im Ortwisch nun unmissverständlich daraufhin, dass es sich um eine Fahrradstraße handelt. Eine gesetzliche Vorgabe, wie eine Fahrradstraße auszusehen hat, gibt es allerdings nicht. Lediglich Schilder müssen aufgestellt werden.

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Ob blaue Piktogramme oder knallroter Fahrbahnbelag: Das kann sich je nach Fahrradstraße unterscheiden. Noch 2020 soll in Hemelingen ein weiterer Abschnitt für die Premiumroute fit gemacht werden: von der Eppenhainer Straße bis zum Bahnhof Mahndorf und vom Alten Postweg bis zur Grete-Stein-Straße. 2021 sollen dann der Abschnitt Diedrich-Wilkens-Straße bis Nauheimer Straße und Hermann-Osterloh-Straße folgen. Im kommenden Jahr soll außerdem der Abschnitt von der Franz-Böhmert-Straße bis zur Ecke Föhrenstraße/ Alter Postweg umgestaltet werden.

„Wir haben uns zum Glück schon früh im Beirat einigen können und stehen damit auch bei der Umsetzung vorne an“, sagt Beiratsmitglied Ralf Bohr (Grüne). Wichtig sei jetzt aber, dass es Schritt für Schritt vorangehe. „Die Anbindung von Hemelingen an die Innenstadt wird durch die Radpremiumroute verbessert.“ Bis zu 420 000 Euro pro Kilometer kann der Umbau kosten – abhängig davon, welche Situation vor Ort herrscht. Bei 43 Kilometern Länge werden die Kosten auf knapp 20 Millionen Euro geschätzt. Zehn Kilometer der Strecke liegen in den fünf Ortsteilen Hemelingens.

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Eine Herausforderung ist das mögliche Zusammenspiel der verschiedenen Fortbewegungsmittel, denn die Premiumroute soll durchgängig Vorfahrt haben, auch in Wohngebieten wie dem Ortwisch, wo bisher rechts vor links galt. Schon bei der Vorstellung der Pläne zur Radpremiumroute hatte dies zu zweifelnden Blicken geführt. Der Grund: Autofahrer könnten trotz Tempo-30 dazu verleitet sein, schneller zu fahren, wenn sie auf einer Vorfahrtstraße, auch wenn diese als Fahrradstraße gekennzeichnet ist, unterwegs sind.

„Das muss man beobachten und wenn das der Fall ist, muss da notfalls eine Verkehrsüberwachung stattfinden“, sagt Ralf Bohr. Dennoch sei es richtig, der Fahrradstraße Vorfahrt zu geben. „Immer mehr Leute haben ein E-Bike und dann muss man auch eine Route haben, wo es flott vorangehen kann.“ Schwierige Stellen sieht das Hemelinger Beiratsmitglied unter anderem am Brüggeweg. „Es wird wohl ein paar Stellen geben, wo es etwas enger sein wird.“

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