Geplante Eröffnung Ende 2020 Mehr Kosten, mehr Wasser für Hallenbad in Horn

Ab dem 1. September ist das Horner Freibad Geschichte. Über die Baupläne des neuen Kombibads gibt es Ärger im Beirat Horn-Lehe.
17.08.2018, 17:58
Lesedauer: 3 Min
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Mehr Kosten, mehr Wasser für Hallenbad in Horn
Von Timo Thalmann

Am 1. September wird noch einmal eine große Abschiedsparty steigen, dann ist das Horner Freibad in seiner heutigen Form Geschichte. Bereits in den Tagen danach beginnen erste Vorarbeiten für den folgenden Abriss. Rund zwei Jahre soll der Neubau dauern. "Mit etwas Glück rechnen wir für Dezember 2020 mit der Eröffnung des neuen Hallenbades", sagte Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH, jetzt im Beirat Horn-Lehe. Für den folgenden Sommer 2021 sei die Neueröffnung des Freibadteiles anvisiert.

Baden stellte einige Details zum neuen Horner Kombidad anlässlich einer öffentlichen Erörterung des derzeit vorliegenden Bauantrags für das Vorhaben im Beirat vor. Der Bauausschuss des Stadtteilgremiums hatte bereits einige Tage zuvor in nichtöffentlicher Sitzung mit den Stimmen von SPD, Grüne und Linken seine positive Stellungnahme abgegeben. Das hatte bei CDU und FDP vor Ort für reichlich Unmut gesorgt. Insbesondere die Horner CDU ist über ihren Vorsitzenden und ehemaligen Beiratsprecher Stefan Quaß eng mit der Initiative Pro Unibad verbunden. "Bevor der Bevölkerung das Wort gegönnt wird, hat man im Bauausschuss bereits Fakten geschaffen", kritisierte dieser im Vorfeld der Beiratssitzung das Prozedere.

Hintergrund des anstehenden Neubaus ist das schon 2014 beschlossene Bremer Bäder-Konzept. Damals rechnete die Sportbehörde für das Unibad, das Westbad in Walle sowie das Horner Freibad einen gemeinsamen Sanierungsbedarf von 34 Millionen Euro vor. Mit 18 Millionen entfiel davon der Löwenanteil auf das Unibad. Demgegenüber kalkulierte die Behörde für zwei Neubauten in Horn sowie in Walle mit Gesamtkosten von rund 27 Millionen Euro. Das neue Horner Bad soll dabei mit seinem Sportbecken mit zehn 50-Meter-Bahnen das komplett wegfallende Unibad als wichtige Trainings- und Wettkampfstätte für den Bremer Schwimm- und Wassersport ersetzen.

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Für die Initiative Pro Unibad geht diese Rechnung aber angesichts gestiegener Kosten für die beiden Neubauvorhaben nicht mehr auf. Die jüngste Beiratssitzung nutzte sie deshalb, um zum wiederholten Mal und vielfach sehr emotional ihre Fundamentalkritik an dem Bäderkonzept deutlich zu machen, auch wenn der Oberneulander Ortsamtsleiter Jens Knudtsen als Versammlungsleiter mehrfach darum bat, keine rückwärtsgewandte Diskussion über die Rahmenbedingungen des Bauantrages zu führen. Knudtsen vertrat seine Horn-Leher Kollegin, die derzeit in Mutterschutz ist.

Gegenüber den bislang bekannten Planungen stellte Baden in ihrer Präsentation nur wenige größere Veränderungen vor. So wird das 25 mal 50 Meter große Sportschwimmbecken des neuen Hallenbades jetzt eine sogenannte Hubstegbrücke erhalten. Das heißt: ein rund zweieinhalb Meter breiter Steg kann aus dem Boden des Beckens hochgefahren werden, sodass auf der einen Seite ein quadratisches 25-Meter-Becken entsteht, auf der anderen Seite verbleiben dann 22,5 Meter. Auf einer Länge von rund 12,5 Metern ist im größeren Becken zusätzlich ein Hubboden vorgesehen, um einen Nichtschwimmerbereich zu schaffen. Eine Treppe zum sanften Einstieg ist direkt mit diesem Hubboden verknüpft. „Wir sind damit flexibel, um möglichst viele Nutzungsansprüche in der Halle zu erfüllen“, sagte Baden.

Unverändert hingegen das bereits 2016 als Ergebnis des Bürgerbeteiligungsverfahrens präsentierte Kombibecken im Freibad. Es wird nur noch drei, an Stelle von jetzt acht 50-Meter-Bahnen aufweisen, einem Nichtschwimmerbereich mit fester Wassertiefe von 1,30 Meter sowie fünf 25-Meter-Bahnen. "Unterm Strich wird das neue Horner Kombi-Bad insgesamt aber sogar größer“, hebt Baden hervor und verweist auf nunmehr rund 2200 Quadratmeter Wasserfläche innen und außen.

Neu wird auch die Zufahrt zum Bad sein. Es steht nun fest, dass der Verkehr ausschließlich über die Spittaler Straße und den Parkplatz der Horner Sporthalle geführt wird. Wer mit dem Auto zum Bad fährt, wird nicht mehr wie bislang über die Vorstraße dorthin gelangen. "Da kommt ein Poller hin, der unser Grundstück abgrenzt", sagte Baden.

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