Alternativen zum Test am Computer Sprachschwierigkeiten bei Vorschülern erkennen

Wie kann die Bildungsbehörde in Coronazeiten herausfinden, ob Vorschulkinder Hilfe beim Spracherwerb brauchen? Der Huchtinger Bildungsausschuss hat die Antwort erhalten. Weitere Fragen müssen warten.
04.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Sprachschwierigkeiten bei Vorschülern erkennen
Von Karin Mörtel

Bleiben möglicherweise während der Corona-Pandemie Sprachschwierigkeiten bei Vorschulkindern unentdeckt? Diese Frage haben kürzlich die Mitglieder des Huchtinger Bildungsausschusses an Frank Block gerichtet, der für den sogenannten Cito-Test im Bildungsressort verantwortlich ist.

Dabei handelt es sich um einen Test, den alle Mädchen und Jungen etwa ein Jahr vor ihrem Schuleintritt am Computer absolvieren müssen. Je nachdem, wie gut ihre Sprachkenntnisse auf dieser Basis eingeschätzt werden, erhalten manche daraufhin eine Sprachförderung – oder eben nicht.

Sprachtest auf Termin

Doch diese Tests am PC finden üblicherweise nach vorheriger Terminvergabe in den Grundschulen statt. Und zwar aus zeitlichen und personellen Gründen immer für mehrere Kinder gleichzeitig. Ein Verfahren, das im vergangenen Jahr angesichts der laufenden Pandemie nicht mehr durchführbar war, erläuterte Block. Denn zur üblichen Haupttestphase im April waren die Schulen geschlossen, und auch danach blieb Auswärtigen der Zugang verwehrt.

„Daher hatten wir uns entschlossen, aus den Kindergärten Einschätzungen zum Sprachstand der Kinder von den pädagogischen Fachkräften einzuholen“, erklärte Block das Vorgehen. Der Anspruch sei nicht gewesen, dass die Pädagogen bei ihrer Einschätzung der Sprachentwicklung genauso objektiv wie das Computerprogramm vorgingen. „Aber ich glaube, die Kitas haben das sehr ernst genommen“, so Block.

Lesen Sie auch

Kinder, die nicht im Kindergarten angemeldet waren, konnten in Begleitung ihrer Eltern in Schulen getestet werden. Auf diesen beiden Wegen habe die Behörde 5000 Vorschulkinder und damit 95 Prozent derjenigen, die man erreichen wollte, erfasst.

Notfallplan in Corona-Zeiten

Eine Wiederholung dieses Notfallplans hält Block auch im laufenden Jahr für denkbar. Momentan werde zwar noch der gängige Weg über den Cito-Test im Sommer eingeplant. „Sollte das aber aufgrund des Infektionsgeschehens nicht unter sicheren Bedingungen möglich sein, greifen wir wieder auf die Einschätzungen aus den Kitas zurück“, so der Mitarbeiter der Bildungsbehörde.

Und genau da setzt auch die Sorge im Bildungsausschuss des Beirates an: So machten sich beispielsweise Lucie Horn (Linke) und Heike Kretschmann (SPD) Gedanken darüber, wie Kinder, die nicht in die Kita gehen, während Corona Sprachförderung erhalten können. Nur 20 Huchtinger Vorschulkinder gingen 2020 in keinen Kindergarten, heißt es aus der Behörde, 15 davon wiederum sind zum Sprachtest erschienen, und bei zehn Kindern wurde ein Förderbedarf festgestellt.

Sprachförderung trotz Schulschließung

Wie Sprachförderung trotz Corona derzeit organisiert und im Stadtteil umgesetzt werde, konnte Block allerdings nicht beantworten. Um herauszufinden, welche Arten von Sprachförderung im Stadtteil auch unter Pandemiebedingungen angeboten werden und wo es noch Nachholbedarf gibt, will der Bildungsausschuss daher noch weitere Fachleute einladen.

„Es ist wichtig, dass die Kinder nicht nur getestet werden, sondern auch während Corona Unterstützung bekommen“, sagte Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann. Andernfalls sei zu befürchten, „dass sie von Beginn an mit schlechteren Chancen ihre Schullaufbahn beginnen und das wäre ein fatales Signal.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+