Rückkehr in den Normalbetrieb Bremer Kliniken sind weitgehend flexibel bei Operationen

Das langsame Hochfahren des normalen Krankenhausbetriebes liegt in Bremen weitgehend in der Hand der Kliniken. Das hat die Behörde in der Sitzung der Gesundheitsdeputation erklärt.
20.05.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremer Kliniken sind weitgehend flexibel bei Operationen
Von Lisa-Maria Röhling

Bremer Kliniken haben bei der Wiederaufnahme von elektiven, also nicht dringend notwendigen und planbaren Operationen, weitgehend freie Hand. Das hat die Behörde am Dienstag in der Sitzung der Gesundheitsdeputation mitgeteilt. Die Eingriffe gehören zur „schrittweisen Rückkehr zum Normalbetrieb“, den die Behörde mit der Corona-Verordnung vom 6. Mai eingeleitet hatte. Beim Hochfahren des Betriebs in den Krankenhäusern habe man den Häusern weitgehend Flexibilität gelassen, hieß es aus der Behörde.

Elektive Eingriffe waren zu Beginn der Corona-Pandemie vorerst gestoppt worden, um die Kapazitäten in den Krankenhäusern für Covid-19-Erkrankte zu nutzen. Nun sollen diese Operationen in Teilen wieder möglich sein. Vorrang haben laut der Verordnung zunächst Patienten, bei denen eine weitere Verschiebung der Behandlung negative Auswirkungen hätte. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern können Bremer Kliniken selbst entscheiden, wie viele der Eingriffe sie künftig ansetzen. Einen maximalen Prozentsatz der normalerweise üblichen Operationskapazität, wie er in anderen Ländern vorgegeben wird, gibt es in Bremen nicht.

Lesen Sie auch

Die Voraussetzung für einen solchen Eingriff ist nach Angaben von Behördensprecher Lukas Fuhrmann lediglich die Auflage, dass ein mögliches Beatmungsbett für den betreffenden Patienten nach 48 Stunden wieder zu Verfügung steht. Nach Angaben der Behörde sind die Kapazitäten für die Covid-19-Behandlung aktuell schwankend zwischen einem Viertel und einem Drittel ausgeschöpft.

Sollte es keine weitere Verschlechterung der Corona-Lage geben, sei allerdings denkbar, doch eine Vorgabe für die Anzahl der elektiven Operationen zu machen. In der Deputation legte die Behörde außerdem einen Bericht über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Krankenhäuser vor. Demnach stehen in Bremen aktuell 156 sogenannte Normalbetten für die Versorgung von Corona-Patienten und Verdachtsfälle zur Verfügung, 100 davon sind aktuell belegt. Laut Behörde können innerhalb von 24 Stunden 25 weitere Betten freigemacht werden, innerhalb von 72 Stunden insgesamt 72.

Lesen Sie auch

Außerdem gibt es 40 Intensivbetten für Corona-Patienten und Verdachtsfälle, 20 davon sind derzeit belegt. Zuletzt gab es in Bremen 29 Beatmungsbetten für die Corona-Versorgung, neun davon sind derzeit belegt. Auch hier können nach Bedarf innerhalb von 24 Stunden 17 und innerhalb von 72 Stunden 42 Beatmungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Um die Mehrausgaben in den Bremer Krankenhäusern sowie finanzielle Verluste – beispielsweise durch verschobene Operationen – auszugleichen, bekommen die Kliniken seit März wöchentliche Ausgleichszahlungen, wie es heißt.

Nach Angaben des Gesundheitsressorts sind bis zum 15. Mai knapp 44 Millionen Euro bewilligt worden. Mit der schrittweisen Aufnahme der elektiven Operationen in den Krankenhäusern besteht laut Gesundheitsbehörde die Hoffnung, dass sich auch die Einnahmen wieder erhöhen. Eine Schätzung, wie groß die Verluste bei den einzelnen Kliniken sind, sei aktuell allerdings noch nicht möglich. Eine erste Bewertung der Lage solle bis zum 30. Juni vorgenommen werden.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+