Bremer Landesfeuerwehrverband

Image und Jugendarbeit der Feuerwehr sollen gestärkt werden

Der neu gebildete Beirat des Bremer Landesfeuerwehrverbandes, der ehrenamtlich tätig ist, will das Image der Feuerwehr verbessern und die Jugendarbeit stärken.
09.04.2019, 10:00
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Image und Jugendarbeit der Feuerwehr sollen gestärkt werden
Von Imke Wrage
Image und Jugendarbeit der Feuerwehr sollen gestärkt werden

Drei Feuerlöscher: Silvia Neumeyer und Frank Lenk vom ehrenamtlichen Beirat des Bremer Landesfeuerwehrverbandes mit dem Löschgerät für den Notfall.

Karsten Klama

Wenn es nach Silvia Neumeyer und Frank Lenk geht, dann ist die Arbeit der Feuerwehr für viele Bürger zu selbstverständlich geworden. Erst wenn das eigene Haus brennt, sagen sie, werde den Menschen bewusst, was die Feuerwehr eigentlich leiste. Neumeyer, Bürgerschaftsabgeordnete der CDU, und Lenk, Inhaber einer Werbeagentur, wollen das ändern. „Wir müssen die Arbeit der Feuerwehr mit anderen Augen sehen“, finden sie.

Damit sind sie nicht allein: Gemeinsam mit 15 weiteren Mitgliedern bilden sie den 2017 gegründeten, ehrenamtlichen Beirat des Bremer Landesfeuerwehrverbandes (LSV). Er hat zum Ziel, das Image der Feuerwehr zu stärken, die Arbeit der Einsatzkräfte transparenter zu machen und Nachwuchs zu gewinnen.

Prominenz der Mitglieder ist von Vorteil

Die Rolle des Beirats beschreiben die beiden Mitglieder, er in feuerrotem Pullover, sie mit feuerroten Fingernägeln, als die eines Verstärkers und Förderers. „Wir beraten den LSV, quatschen ihm aber nicht in politische Entscheidungen rein“, sagt Frank Lenk, Sprecher des Beirats. Soll heißen: Die Mitglieder sammeln Ideen und geben diese als Empfehlungen an den Vorstand der Landesfeuerwehren weiter. Zusätzlich gewinnen sie Sponsoren, um besondere Aktivitäten des LSV zu finanzieren, und stellen Kontakte her. Dabei profitiere der Beirat davon, dass alle Mitglieder sehr gut vernetzt seien, sagt Silvia Neumeyer. „Jeder von uns kennt jemanden aus dem näheren Umfeld, der helfen kann.“

Nicht minder von Vorteil: die Prominenz der Mitglieder. Denn unter den 17 Ehrenamtlichen sind einflussreiche Personen aus Wirtschaft und Politik, darunter Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender der BLG Logistics Group, Thomas Fürst, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen, und Timo Poppe, Vorstand Finanzen und Infrastruktur der SWB.

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2017 zunächst als Männergruppe gestartet, hat der Beirat mit Silvia Neumeyer und Sarah Ryglwski, Bürgerschaftsabgeordnete der SPD, mittlerweile auch zwei weibliche Mitglieder. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt Frank Lenk und meint das auf zweierlei Weise: Zum einen wolle der Beirat noch mehr Mitglieder gewinnen, bis zu 30 sollen es werden. Zum anderen seien die bisherigen Mitglieder bemüht, den Anteil der Frauen deutlich zu erhöhen. Nun könnte man fragen: Warum machen die das? Hat ein Frank Dreeke als Vorstandsvorsitzender noch nicht genug zu tun?

„Der Beirat kommt drei bis vier Mal im Jahr zusammen“, sagt Lenk. Der Aufwand ist also überschaubar. Zudem seien die Sitzungen nach Feierabend dann kein verlängerter Arbeitstag, sondern ein „persönliches Anliegen“. Lenk betont das so, weil jedes Mitglied eine persönliche Verbindung zur Feuerwehr hat. Ihn selbst habe bei Projekten mit der Feuerwehr immer der Zusammenhalt fasziniert, das Auftreten als Einheit. Andere Mitglieder seien früher selbst in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv gewesen.

Feuerwehr leistet viel mehr als Brände zu löschen

Über die Arbeit der Feuerwehr zu sprechen sei heute dringender denn je, sagt Silvia Neumeyer. In jüngster Zeit würden die Einsatzkräfte immer wieder angepöbelt, durch Gaffer behindert oder sogar angegriffen. Auch die Zahl der Fehlalarme nehme zu. Neumeyer wünscht sich mehr Respekt vor dem Einsatz der Feuerwehr, sagt sie. Respekt vor einer Arbeit, bei der andere Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen. „Das schaffen wir nur, wenn wir vermitteln, was die Feuerwehr jeden Tag leistet.“

Das sei auch wichtig, weil viele Bürger noch immer das Bild einer Feuerwehr im Kopf haben, die ausschließlich Brände löscht, fügt die CDU-Bundestagsabgeordnete hinzu. Dabei leiste die Feuerwehr viel mehr als das, sei beispielsweise bei Überschwemmungen oder Verkehrsunfällen vor Ort.

Was außerdem nur wenigen klar sei: „Ohne die freiwillige Feuerwehr wäre der Brandschutz oft gar nicht gewährleistet“, sagt Neumeyer. In Bremen und Bremerhaven sind die Freiwilligen Feuerwehren fester Bestandteil der alltäglichen Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. Drei Feuerwehren mit insgesamt rund 110 Aktiven gibt es in Bremerhaven. In Bremen sind es 19 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt rund 615 Mitgliedern.

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Damit das so bleibt, braucht die Freiwillige Feuerwehr stetig Nachschub. Der Beirat hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs durch konkrete Projekte und finanzielle Hilfen zu unterstützen – und damit auch für den Beruf des Feuerwehrmannes oder der Feuerwehrfrau zu werben.

Als Beispiel nennt Neumeyer das Landeszeltlager der Jugendfeuerwehr Bremen: Vom 6. bis 13. Juli werden am Werdersee mehr als 600 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet. Geplant ist ein vielseitiges Programm mit einer Mischung aus Ausflügen, Sportturnieren und Gemeinschaftsveranstaltungen. Im Vordergrund stehen Spiel, Spaß und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Weil die Kosten für Infrastruktur und Programm jedoch nicht vollständig durch die Beiträge der Teilnehmer gedeckt werden können, ist der Beirat des LSV nun mit Sponsoren und Förderern im Gespräch. Denn genau das will der Beirat: Da sein, wo es brennt.

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