Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen

Innensenator Mäurer: "Die DFL ist ein schlechter Verlierer"

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) reagiert auf Kritik an seiner Forderung nach einer bundeseinheitlichen Regelung zur Kostenbeteiligung von Fußballvereinen an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen.
08.04.2019, 18:44
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Innensenator Mäurer:
Von Marcel Auermann

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer sieht die Deutsche Fußball Liga (DFL) als „schlechten Verlierer“ und sie habe nichts dazugelernt, wie der SPD-Politiker dem WESER-KURIER auf Anfrage sagte. Zuvor hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in einem Interview des Fachmagazins „Kicker“ nach dem verlorenen Streit um die Kostenbeteiligung von Fußballvereinen an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen heftige Kritik an Mäurer geübt und dessen Forderung nach einer bundeseinheitlichen Regelung strikt zurückgewiesen. Wenn die DFL künftig einen Flickenteppich mit Gebührenordnungen in den Ländern verhindern wolle, solle sie endlich bereit sein, einen Solidarfonds aufzulegen, meint Mäurer. Dabei könne die DFL zum Beispiel reiche und weniger reiche Vereine entsprechend ihrer Möglichkeiten an den Kosten beteiligen. Es gebe die unterschiedlichsten Modelle, die man sich vorstellen könne. Der Ansatz aber müsste sein, eine gemeinsame und gerechte Lösung zu finden. „Aber offenbar ist der Begriff ,Solidarfonds‘ nicht im Wortschatz der DFL-Geschäftsführung vorhanden.“ Die DFL male laut dem Innensenator in der Debatte ein Bild von sich selbst, als würde sie ihr letztes Hemd für die Vereine weggeben und am Ende nahezu mittelos dastehen. Die DFL sei kein Wohltätigkeitsverein, sondern ein Milliardenkonzern. „Wir fordern im Sinne der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler wahrlich nichts Unmögliches“, sagte Mäurer.

Lesen Sie auch

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hatte Ende März geurteilt, dass eine Beteiligung des Veranstalters von Bundesligaspielen an zusätzlichen Polizeikosten grundsätzlich zulässig sei. Auslöser des Streits war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen über rund 400.000 Euro für den umfangreichen Polizeieinsatz beim Nordderby Werder Bremen gegen Hamburger SV im Jahr 2015. Seither sind in Bremen 2,3 Millionen Euro an polizeilichen Mehrkosten aufgelaufen.

Christian Seifert sagte, Bremen profitiere indirekt von den Gewinnen, durch seine Beteiligung an der Stadiongesellschaft. Mäurer hält dieses Argument für abwegig und die Behauptung für nicht haltbar. „Vielmehr geht es darum, gemeinsam erhebliche Lasten und Risiken zu tragen. Wenn jemand davon profitiert, dass die Stadt an der Gesellschaft beteiligt ist, dann ist das der SV Werder Bremen“, so der SPD-Politiker.

Der Aufforderung von Werders Sportchef Frank Baumann, zu helfen, kommt Ulrich Mäurer im Gespräch mit dem WESER-KURIER nach. „Ich stehe zu meinem Wort. Ich bin bereit, mich umgehend mit den Verantwortlichen des SV Werder Bremen zusammenzusetzen, um mit ihnen gemeinsam ihre Vorschläge zu erörtern wie sie ihre Interessen gegen die DFL durchsetzen können.“ Klar sei aber auch, dass kein Bitten und Jammern helfe, sondern Werder bereit sein müsse, für die eigenen Interessen zu kämpfen.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+