Zweite Städtepartnerkonferenz Nachschlag für die Nachhaltigkeit

Um die 17 von den Vereinten Nationen festgelegten Ziele für eine bessere Welt geht es ab Montag, 4. März, auf einer zweitägigen Konferenz in Bremen. Dazu reisen rund 50 Delegierte aus den Partnerstädten an.
26.02.2019, 20:22
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Nachschlag für die Nachhaltigkeit
Von Nina Willborn

Nachhaltigkeit – dieses Wort klingt erst mal etwas sperrig. Seine Bedeutung, also zum Beispiel den schonenden Umgang mit Ressourcen, aber auch wirtschaftliches und politisches Handeln, das künftige Generationen nicht schlechter stellt als aktuelle, ist aber ungemein wichtig. Deshalb ist Nachhaltigkeit auch in der kommenden Woche ein Bremer Thema. Zum zweiten Mal nach 2016 reisen Städtepartner und befreundete Kommunen zu einer zweitägigen Konferenz an. Es geht um die „17 Ziele für eine bessere Welt“, die die Vereinten Nationen bis 2030 verwirklicht sehen wollen. Das Treffen wird am Montag, 4. März, von Außenminister Heiko Maas (SPD) eröffnet, auch Bürgermeister Carsten Sieling und Bremerhavens Oberhaupt Melf Grantz (beide SPD) werden die Gäste beim Festakt in der Oberen Rathaushalle begrüßen.

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Der Anlass der Konferenz:
Die Zusammenarbeit der Städte zum Thema Nachhaltigkeit fortzusetzen, war schon bei der ersten Konferenz allgemeiner Wunsch. Ulrike Hiller, Bremens Bevollmächtigte beim Bund, für Europa und Entwicklungszusammenarbeit und mit ihrem Team Organisatorin der Konferenz, plant längst noch weiter. „Ich habe damals gesagt, wenn wir das machen, machen wir es nachhaltig. Also nicht einmal eine kleine Konferenz, sondern kontinuierlich alle zwei bis drei Jahre bis 2030“, sagt Hiller. „Damit sich Netze bilden und Dinge vorangetrieben werden können. Wir wissen ja alle, dass es nicht von heute auf morgen geht.“ Maßgeblich finanziert wird die Bremer Initiative wie schon 2016 mit rund 70 000 Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).


Das ist das Programm:

Ziel der Städtepartnerkonferenz ist zum einen die Vernetzung der verschiedenen Partner und Projekte. Zum anderen werden den rund 50 Delegierten am ersten Konferenztag (Montag) bei unterschiedlichen Exkursionen nach Bremerhaven und in die verschiedenen Stadtteile nachhaltige Projekte gezeigt. Geplant sind unter anderem Besuche im Klimahaus, dem Quartiersbildungszentrum Blockdiek, dem Torfhafen und in der Alten Schnapsfabrik. Abends präsentieren Jugendliche nachhaltige Projekte beim Empfang im Überseemuseum. Ursprünglich war geplant, das Inhaltliche wie 2016 auf vier der Nachhaltigkeitsziele zu begrenzen. Weil das Interesse und die Beteiligung aus den Stadtteilen und Beiräten aber so vielfältig war, ist diese Konferenz thematisch offener. Hiller: „Es kamen so viele Vorschläge, dass wir allen Raum bieten wollten.“ In den 20 parallelen Workshops am Dienstag, 5. März, dem zweiten Tag, wird zu Themen wie „Jugendbeteiligung in Städten“, „Sauberes Wasser“, „Sport und Bildung“ oder „nachhaltige Gemeinden“ gearbeitet.


Das sind die Teilnehmer: Angekündigt haben sich rund 50 Konferenzteilnehmer aus Bremens Partnerstädten wie Riga und Izmir sowie aus befreundeten Städten. In diesem Jahr lag der Fokus der Einladungen stärker auf der politischen Ebene, zugesagt haben unter anderem die Bürgermeister aus dem israelischen Tamra und Winhoek (Namibia) sowie die Stellvertreter aus Dalian (China) und Cherbourg (Frankreich). Erwartet werden auch Abgesandte aus Kaliningrad (Russland), Groningen (Niederlande), Ethekwini/Durban (Südafrika) sowie aus Haifa (Israel) und der Westsahara, für deren Belange sich Bremen seit Jahren einsetzt. Nicht vertreten sein wird nach der Ermordung von Bürgermeister Paweł Adamowicz Mitte Januar Bremens polnischer Partner Danzig. Einige Teilnehmer bleiben bis Mittwoch, 6. März, um sich mit weiteren Initiativen und Projekten zu treffen.

Neben den ausländischen Gästen sind aber auch die Bremer bei der Eröffnungsfeier am Montag (15 Uhr) sowie bei den Workshops willkommen. Zwar gibt es für letztere bereits rund 100 Anmeldungen, weggeschickt werden soll aber niemand. „Man spürt die große Lust, mit diesen 17 Zielen auch etwas anzufangen“, sagt Hiller. „Das Besondere an Bremen ist ja, dass die Stadtgemeinde sehr engagiert ist. Die Delegationen sind natürlich auch begeistert, wenn sie merken, wie viel sich hier tut.“

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Erfolge der Bremer Konferenz:

Neben einzelnen Projekten ist es wohl vor allem die Idee der Konferenz selbst, die analog zum Nachhaltigkeitsziel 17 („Partnerschaften schaffen zum Erreichen der Ziele“) nun von anderen Städten, darunter laut Hiller Freiburg, Konstanz und Mannheim, übernommen wird. „Wir haben gesagt, wir sind sozusagen das Labor. Und wenn es funktioniert, wäre es toll, wenn andere Kommunen ähnliche Konzepte entwickeln“, sagt Ulrike Hiller. So wird es auch im BMZ gesehen, das die Bremer Konferenz auch aufgrund des Werbeeffekts unterstützt.


Zukunftsprojekt „Nachhaltiger Haushalt“:
Bislang hat Bremen keine offizielle Nachhaltigkeitsstrategie. Geplant ist aber, bei der künftigen Verteilung der öffentlichen Gelder mehr auf die 17 Ziele zu achten. Das wäre, so Hiller, durch die digitale Umstellung ab dem Doppelhaushalt für die Jahre 2020/2021 möglich. Durch ein Programm werden alle Ziele bestimmten Stellen im Haushalt zugeordnet. „Dann könnte man zum Beispiel beim Ziel 5, Geschlechtergerechtigkeit, über alle Ressorts hinweg nachsehen, wo Geld für das Thema ausgegeben wurde“, sagt die Staatsrätin. „So bekommt man einen Überblick, wer wie zusammenarbeitet. Bundesweit wäre wir damit die ersten.“

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