Flugzeugbau Schneller und günstiger zum neuen Flugzeug

Simulationen im Computer sollen die Entwicklung und Zulassung künftiger Flugzeuge deutlich beschleunigen. Daran arbeitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt im neuen Forschungszentrum Ecomat.
28.06.2019, 22:24
Lesedauer: 2 Min
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Schneller und günstiger zum neuen Flugzeug
Von Peter Hanuschke

Die Entwicklung und Zulassung von Flugzeugen dauert Jahre. Das möchte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) deutlich beschleunigen – per Simulation im Computer. Dafür ist das DLR, das bereits zwei Institute für Raumfahrtsysteme und maritime Sicherheit in der Hansestadt betreibt, am Freitag in das neue Forschungszentrum Ecomat (Center for Eco-efficient Materials & Technologies) in der Bremer Airport-Stadt gezogen.

Mit dem sogenannten Virtual Product House (VPH) plant das DLR, ein Integrations- und Testzentrum für die virtuelle Simulation und Zertifizierung von Komponenten und Technologien sowie deren Integration in das Gesamtflugzeug aufzubauen. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie dem Flugzeugbauer Airbus und dem Analyse- und Testdienstleistungs-Unternehmen IABG sowie der Wissenschaft

„Die Möglichkeiten der Digitalisierung der Luftfahrt bedeuten enorme Herausforderungen für die Forschung, an denen das DLR gemeinsam mit Partnern im Virtual Product House arbeiten wird“, sagt DLR-Luftfahrtvorstand Rolf Henke. „Das DLR übernimmt dabei die Rollen des Integrators, um zusammen mit den Partnern in Bremen und bundesweit gemeinsam an der Realisierung des ambitionierten Ziels zu arbeiten, in Bremen konkret an der Virtuellen Zulassung.“

Die Entwicklung, Erprobung und Fertigung neuer Flugzeuge sind mit hohen zeitlichen, technologischen und finanziellen Risiken verbunden, insbesondere beim Einsatz neuartiger Technologien und unkonventioneller Flugzeugkonzepte. Um neue Technologien für einen noch sicheren und umweltfreundlicheren Luftverkehr zu identifizieren, deren Einführung zu beschleunigen und um technologische Risiken zu reduzieren, sollen die Entwicklungstests sowie Herstellungs- und Produktionsprozesse künftig im Computer simuliert werden. Dazu sind sämtliche Eigenschaften des Flugzeugs in einer Simulationssoftware abzubilden, bis hin zur schrittweisen virtuellen Teil-Zertifizierung.

Im Ecomat, das Ende April eröffnet wurde, geht es unter anderem auch um die Forschung und Entwicklung neuer Materialien insbesondere im Bereich Leichtbau. Hauptmieter in dem 22 000 Quadratmeter großen Komplex ist Airbus. Im Ecomat sollen etwa 500Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an Projekten arbeiten. Die Investition über 73 Millionen Euro durch die Wirtschaftsförderung Bremen, soll über die Vermietung über eine Laufzeit von rund 33 Jahren refinanziert werden.

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