Alte Spiele Gummitwist und Dosenstelzen

Alte Spiele, weiß die pensionierte Lehrerin Renate Drögemüller, sind bestens geeignet, der Langeweile ein Schnippchen zu schlagen.
03.04.2021, 09:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ulrike Schumacher

Bremen-Nord. Was gibt es an Ostern nicht alles zu entdecken. Auf jeden Fall erst einmal all die bunten Eier, die – pfiffig versteckt - in Gärten und Wohnungen kleinen und großen Spürnasen Vergnügen bereiten. Aber auch dann, wenn in Beeten, Astgabeln oder Blumentöpfen, in Regalen und auf Schränken partout kein Schokohase und kein Marzipanei mehr zu finden ist, muss das Entdecken noch kein Ende haben. Das dürfte vor allem all die Mädchen und Jungen freuen, die vor ihren gesammelten Leckereien sitzen und sich fragen: „Und nun?“ Die nicht wissen, wie sie sich an den langen Ostertagen die Zeit vertreiben sollen.

Eine pensionierte Lehrerin aus Bremen-Nord hätte da jede Menge Ideen. Alte Spiele, weiß Renate Drögemüller, sind bestens geeignet, der Langeweile ein Schnippchen zu schlagen. Und: „Gerade die alten Spiele sind bei Kindern wieder sehr beliebt.“ Als „Mormor“ ist sie regelmäßig bei Gruppen zu Gast, um den Reiz an Spielen wie Murmel-Boccia, Seilspringen oder Himmel und Erde näherzubringen. Über das Vergnügen des Spielens haben schon mittelhochdeutsche Dichter wie Hartmann van Aue und Wolfram von Eschenbach geschrieben. In ihren Erzählungen gibt es immer wieder Hinweise auf Kinderspiele. Bekannt ist auch das Werk „Die Kinderspiele“ des Malers Pieter Bruegel aus Antwerpen, das um das Jahr 1560 entstanden ist.

Für alte Spiele braucht es oft nicht viele Dinge. Manches bietet die Natur an. Eine Wiese, ein etwa zehn Zentimeter langes Holzstückchen und ein langer Stock: Das sind die Zutaten für das Geschicklichkeitsspiel Kibbel-Kabbel. Dafür ziehen die Spieler eine kleine Rinne in den Boden, legen das Holzstücken quer darüber und schnippen es mit dem Stock soweit wie möglich. Und manches ist schnell selbst gemacht wie „die einfachste Sache, zu Stelzen zu kommen“. Dafür braucht man zwei leere Dosen und zwei lange feste Bänder, die durch zwei gegenüberliegende Löcher im Dosenrand gezogen werden. Auch beliebt: Gummitwist. Ein langes Gummiband aus dem Nähkästchen ist ruckzuck zusammengeknotet. Fehlen zwei Mitspieler, die es sich um die Beine legen, damit das Gummiband sich über dem Boden spannt und zu Hüpf-Figuren auffordert, lassen sich auch zwei Stühle nutzen, um das Twisten allein zu genießen.

Es gibt so viele Draußen-Spiele, die gar nichts kosten und viel Vergnügen bereiten. „Kinder lassen sich darauf ein“, weiß Renate Drögemüller. „Sie lieben es, in Bewegung zu sein, zu rennen und zu laufen.“ Wichtig dabei sei aber: „Spielregeln sind immer Verhandlungssache. Sonst hemmen sie die Kreativität.“

Info

Zur Sache

Baum-Begegnung

Dieses Spiel wird paarweise im Wald oder im Park gespielt. Ein Spieler wird mit verbundenen Augen zu einem etwa 20 bis 30 Meter entfernt stehenden Baum geführt, den er sich durch Tasten, Hören und Riechen einprägen muss. Dann geht es mit verbundenen Augen wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dabei kann die führende Person auch Umwege oder das Steigen über imaginäre Baumstämme einbauen, um den Spieler zu täuschen. Am Ausgangspunkt angekommen wird die Augenbinde abgenommen und der Spieler muss daraufhin versuchen, genau den Baum wiederzufinden, den er zuvor erfühlt hat. usch

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