Fußball-Bezirksliga Bremen

Aumunds Trainer Marcel Wätjen kann Trainings-Comeback kaum erwarten

Die Nordbremer Klubs aus der Fußball-Bezirksliga Bremen stellen sich gerade auf den corona-bedingten Saisonabbruch ohne Wertung ein.
09.04.2021, 16:55
Lesedauer: 5 Min
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Von Karsten Hollmann

Die Nordbremer Klubs aus der Fußball-Bezirksliga Bremen stellen sich gerade auf den corona-bedingten Saisonabbruch ohne Wertung ein. Deshalb beginnen spätestens jetzt die Planungen für die neue Serie. Viel Bewegung herrscht dabei wieder einmal beim TSV Lesum-Burgdamm. Nachdem die Wechsel von Halil Acar und Stefan Rothermund zum Kreisligisten 1. FC Osterholz-Scharmbeck bereits vermeldet worden waren, erhielt nun auch Shirwan Hussein Khalef die Spielberechtigung für die Kreisstädter.

„Wir freuen uns darauf, nun wieder unter Rick Trimborn trainieren zu können, der uns bereits jahrelang beim Neurönnebecker TV gecoacht hat“, sagt Halil Acar, der in dieser Saison auch kurzzeitig als Nachfolger von Oktay Özdemir und Sebastian Ahmet als Trainer der Lesumer fungiert hatte. Trimborn agiert beim FCO in einem Trainer-Triumvirat an der Seite von Michael Bonacker und Arne Heitmann.

„Das Personal-Karussell wurde angeworfen“, erklärt Lesums Coach Nico Hamann, der wegen der Corona-Pandemie noch auf seinen Einstand in einem Punktspiel wartet. Dieser sei grundsätzlich nicht abgeneigt, den Verein auch in der nächsten Spielzeit zu trainieren, und hofft noch auf die eine oder andere Verstärkung.

Von Trainingsvorgaben während des Corona-Lockdowns hält der 43-jährige Hamann nur wenig: „Nach Möglichkeit sollen meine Spieler laufen und Fahrradfahren. Sie könnten aber auch ihren Hund für sich laufen lassen und mir dies per App schicken. Deshalb möchte ich es auch nicht kontrollieren. Entweder die Spieler machen etwas ehrlich für sich oder sie lassen es bleiben.“

Der zweite Torwart, Kevin Macke, wird übrigens wohl aufhören. „Kevin hat gesagt, dass er keine Lust mehr hat“, informiert TSV-Spartenleiter Marco Jakubek. Welche Pläne sein Angreifer Kemal Kalac verfolge, wisse er nicht. „Er ist auf jeden Fall noch bei uns angemeldet“, versichert Jakubek. Kalac hatte sich zuletzt nicht mehr zur Verfügung gestellt.

Marco Jakubek lasse sich so im Hinblick auf neue Spieler überraschen. „Die Spieler sind untereinander gut verknüpft. Deshalb kann es auch schon mal sein, dass ein Akteur mit fünf oder sechs weiteren Spielern im Gepäck kommt“, so Jakubek. Halil Acar geht davon aus, dass es nicht bei drei bis vier Abgängen in Lesum bleiben wird. „Ich habe auf jeden Fall von vielen Kündigungen zum Ende des vergangenen Jahres gehört“, teilt der 33-jährige Routinier mit.

Der Trainer des SV Eintracht Aumund, Marcel Wätjen, sehnt das Ende des Lockdowns herbei: „Ich kann es kaum erwarten, meine Jungs wieder auf dem Platz zu schleifen. Der Akku ist wieder voll. Wenn unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel uns grünes Licht gibt, dann werden wir noch am Abend desselben Tages ein Training ansetzen.“ Wätjen vermisse seine Spieler, mit denen er größtenteils nur über Whatsapp kommuniziere. Nur Christoph Kübler sieht der 45-Jährige regelmäßig, da er mit diesem zusammen zur Arbeit fährt.

Für die nach sieben Begegnungen auf Platz zwei befindlichen Aumunder ist der bevorstehende Saisonabbruch ohne Wertung besonders bitter. „Bei der Durchführung zumindest einer Hinrunde hätten wir den Aufstieg aus eigener Kraft klarmachen können. Ich glaube auch, dass wir es geschafft hätten“, betont Marcel Wätjen. Dieser bedauere vor allem, Mitte Oktober des vergangenen Jahres mit einer 2:5-Niederlage beim ATS Buntentor, der einzigen Saisonpleite, aufgehört zu haben. „Davor hatte diese verdiente Schlappe bei einer allerdings auch sehr starken Mannschaft sich schon ein bisschen mit dem Larifari im Training angedeutet“, stellt Wätjen fest.

Auch wenn etwa 80 Prozent seiner Mannschaft bereits für die Ü32 spielberechtigt wäre, rechnet Marcel Wätjen mit dem Verbleib des Großteils seines Teams. „Fast alle machen weiter. Es gibt nur zwei Fragezeichen“, berichtet der Übungsleiter des Zweiten, der seit zweieinhalb Jahren das Kommando in Aumund hat. Auch wenn dieser es für möglich gehalten hätte, noch irgendwie acht Spiele der Hinrunde zu absolvieren, zeigt Wätjen Verständnis für den bevorstehenden generellen Saisonabbruch: „In der Bremen-Liga hätten manche Teams schließlich sogar noch bis zu elf Partien absolvieren müssen. Das wäre in ein paar Wochen kaum machbar gewesen.“

Kontakt zur Spitzengruppe hatte auch noch die TSV Farge-Rekum, die durchaus auch noch in den Aufstiegskampf hätte eingreifen können. Wie bereits berichtet, wird Torhüter Jerome Schröder vom Vertreter aus der Bezirksliga Lüneburg 3, Staffel 2, FC Hansa Schwanewede, zum Team der gleichberechtigten Trainer Carsten Herbst und Dennis Zäbe zurückkehren – weitere neue Kicker sollen folgen.

„Es gibt bereits ein paar formlose Gespräche, aber noch nichts Konkretes. Es ist in dieser Zeit auch nicht einfach, weil wir schließlich niemanden mal zum Training bitten können“, gibt Dennis Zäbe zu bedenken. Seine Spieler müssen zurzeit auch keinen individuellen Trainingsplan erfüllen. „Wir möchten nicht, dass die eine Hälfte sich daran hält und die andere Hälfte sich gezwungen fühlt, uns anzulügen“, so Zäbe. Bis zur nächsten Saison sei schließlich noch ausreichend Zeit vorhanden, um sich wieder auf einen vernünftigen Fitnessstand zu bringen. „Aktuell ist aber ja kein Ziel in Sicht. Deshalb lassen wir den Spielern auch freien Lauf“, erklärt Dennis Zäbe.

Die SG Aumund-Vegesack II hatte es in dieser Serie nicht gerade leicht. Als Luis Serrano Leonor die Bremen-Liga-Reserve übernahm, hatte die Saison bereits angefangen, sodass eine Vorbereitung fehlte. Dies drückt sich auch im fünftletzten Tabellenplatz und nur zwei Siegen aus. Leonor freut sich so über die Winter-Neuzugänge Mohammed Ali, Aras Ahmad und Ghandi Mohamad vom Landesligisten SV Lemwerder.

„Die drei habe ich auch bereits in der A-Jugend des JFV Bremen trainiert“, informiert Luis Serrano Leonor. Dieser wird auch in der nächsten Saison auf der Trainerbank bei der SAV II sitzen. „Dann wird es für uns auch nur zählen, in der Liga zu bleiben“, kündigt der 49-Jährige an. Die Mannschaft werde sich auch voraussichtlich nicht großartig gegenüber dieser Serie verändern.

„In Corona-Zeiten ist es aber auch sehr schwer, neue Spieler für sich zu gewinnen“, so Serrano Leonor. Auch er macht seinen Akteuren keine Vorschriften darüber, wie sich individuell fithalten sollen. „Jeder macht zurzeit das, was er machen will. Alles andere wäre auch gar nicht machbar in einer zweiten Mannschaft“, urteilt Luis Serrano Leonor, der sich noch auf der Suche nach einem Co-Trainer befindet.

Auch der Blumenthaler SV II setzt auf Kontinuität. Daniel Rosenfeldt verlängerte gerade seinen Vertrag als Trainer um eine weitere Spielzeit. Sein Vater Peter Rosenfeldt macht zudem weiter als dessen Assistent. Dazu gesellt sich Jannis Hennecke als zusätzlicher Co-Trainer. Hennecke bleibt der Formation aber auch als Spieler erhalten.

„Auch fast alle anderen Spieler haben bereits für die kommende Saison zugesagt. Drei bis vier Gespräche stehen allerdings noch aus“, teilt Daniel Rosenfeldt mit. Der eine oder andere Neuzugang sei auch erwünscht. „Da ist aber noch nichts spruchreif“, so der 33-Jährige, der in seine dritte Serie als Spielertrainer in der Bremen-Liga-Reserve gehen wird.

„Alles andere als der Saisonabbruch wäre fahrlässig“, findet Rosenfeldt, der sich in den bisherigen sieben Spielen der Hinserie immerhin über die drei Erfolge freute. In der nächsten Saison peile dieser wieder einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. „Wir wollen nichts mit dem Abst ieg zu tun haben“, kündigt Daniel Rosenfeldt an.

Rosenfeldt verlangt ebenfalls kein Einzel-Training von seinen Kickern. „Ich gehe zwar davon aus, dass jeder für sich laufen geht. Ansonsten machen wir aber derzeit komplett Pause“, lässt Rosenfeldt wissen.

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