Handball-Oberliga und Verbandsliga

Frühestens im Februar geht es weiter

Favorisiert wird eine Einfachrunde, in der die Ergebnisse der bislang ausgetragenen Spiele mit berücksichtigt werden sollen. Dafür votierte das Gros der vom Spielbetrieb betroffenen Vereinsvertreter.
30.11.2020, 12:19
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Von Olaf Kowalzik

Bremen-Nord. Die Handball-Saison wird in den Oberligen und den Verbandsligen frühestens im Februar des kommenden Jahres fortgesetzt. Favorisiert wird eine Einfachrunde, in der die Ergebnisse der bislang ausgetragenen Spiele mit berücksichtigt werden sollen. Dafür votierte das Gros der vom Spielbetrieb betroffenen Vereinsvertreter am Sonnabend in einer Videokonferenz. An der beteiligten sich laut einer Pressemitteilung des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) 85 Prozent der Vereine. Dazu zählten auch die Oberliga-Männer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen, für die ihr Trainer Henning Schomann am Meinungsaustausch teilnahm.

Ein Vorschlag der „Task Force Spielbetrieb“, der sowohl Vertreter des Bremer Handball-Verbandes (BHV) als auch des HVN angehören, hatte sich schon vor der Gesprächsrunde erledigt: Der Re-Start der Saison mit einer Hin- und Rückrunde, die am 15./16. Januar wieder aufgenommen werden sollte. Mittlerweile gehen die Mitglieder der „Task Force Spielbetrieb“ davon aus, dass die öffentlichen Sportstätten frühestens ab dem 11. Januar 2021 wieder für den Trainingsbetrieb zur Verfügung stehen. „Wenn überhaupt“, sagte Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik im BHV und im HVN, mit Blick auf die nach wie vor hohen Corona-Inzidenzwerte in den einzelnen Regionen der beiden Verbände.

Hinzu kommt, dass sich die Vereine auf eine mindestens dreiwöchige Trainingsphase verständigt haben, bevor es überhaupt mit dem Spielbetrieb weitergehen kann. „Dieser Vorlauf muss einfach sein“, betonte Henning Schomann. „Mehr wäre sicherlich wünschenswert, das ist aber aufgrund der kurzen Zeit bis zum Saisonende nicht umsetzbar“, meinte er. Er findet es super, wie sich der Verband um die weitere Saisonplanung kümmert, wie er den Dialog zu den Vereinen sucht. „Das ist genau der richtige Weg, und unsere Online-Konferenz war extrem gut moderiert“, fand Schomann.

Ein während des Meinungsaustausches geäußerter Vorschlag, die Saison mit jeweils zwei Partien pro Woche fortzusetzen, zum Beispiel im Mittwoch-Wochenend-Rhythmus, fand unter den Teilnehmern keinen ausreichenden Anklang. „Nicht jede Mannschaft verfügt über eine Vereinshalle, in der sie die benötigten Zeiten regelmäßig unter der Woche für solche Spiele freiräumen kann“, gibt Henning Schomann die Argumente aus der Diskussionsrunde wieder. Die HSG Delmenhorst steht sogar vor dem Problem, dass ihre Spiel- und Trainingshalle (Wehrhahnhalle) zum Corona-Impfzentrum umfunktioniert werden soll.

Eine Halbserie hat dem Stimmungsbild der betroffenen Teams zufolge den Vorteil, dass die Wertung der bereits ausgetragenen Partien eine wichtige Entlastung im ohnehin schon eng zu erwartenden Zeitrahmen brächten. Die einzelnen Männerteams haben in der Oberliga Nordsee bis zum coronabedingten Stopp zwischen ein und drei Spielen ausgetragen, die „Schwäne“ nehmen zurzeit mit ihrem 40:28-Heimsieg gegen die HSG Hunte-Aue Löwen und dem 28:26 bei der SG Achim/Baden in ihrer Staffel die Spitzenposition ein – punktgleich mit dem Aufsteiger TvdH Oldenburg und der SG VTB/Altjührden.

Auf der Bank des letztgenannten Handball-Teams sitzt übrigens das ehemalige Schwaneweder Trainergespann Andreas Szwalkiewicz/Dennis Graeve. Vorausgesetzt, dass die Mannschaften mit dem Ende der Winter-Schulferien wieder in den Hallen trainieren können, wäre also ein Saisonstart am 6./7. Februar möglich.

Wie der Spielausschuss eine mögliche Halbserie in den Ober- und den Verbandsligen gestalten wird, ist laut Jens Schoof jedoch offen. „Das müssen wir noch beraten“, erklärte der Vizepräsident Spieltechnik laut der Pressemitteilung.

Klärungsbedarf bestünde zum Beispiel darin, ob und in welcher Form an das Ende der Punktspielrunde noch Playoff-Spiele um den Auf- und Abstieg gesetzt werden können. „Fakt ist, dass die Saison mit dem Ablauf des Monats Juni enden muss. Keiner weiß, ab wann wir wieder spielen können“, führt er weiter aus. Vieles hänge also davon ab, wie viele Spieltage am Ende überhaupt noch für die Playoffs zur Verfügung stünden.

Wie geht es jetzt mit der Saisonplanung weiter? Für den Beginn des kommenden Jahres wurden zwischen dem Verband und den Vereinen der Ober- und Verbandsligen weitere Online-Zusammenkünfte vereinbart. „Frühestens danach wird der Spielausschuss dem Präsidium konkrete Empfehlungen zur Beschlussfassung an die Hand geben“, klärte Jens Schoof auf.

Bei der Männer-Landesliga wird das Meinungsbild zur Fortsetzung des Spielbetriebs zurzeit in einer Online-Umfrage ermittelt. Planungen für die Bereiche der Frauen-Landesliga, der Landesklassen und der Jugend seien in Arbeit.

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