Kutter- und Museumshavenverein Vegesack Ein Hoch auf maritime Traditionen

Zum Neujahsrempfang des Kutter- und Museumshavenvereins kamen Andreas Bovenschulte, Maike Schäfer und Co. Die Politprominenz unterstrich die Wichtigkeit des Standortes.
12.01.2020, 15:55
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Von Martin Prigge

Rund 80 Gäste haben am Sonntag beim Neujahrsempfang des Kutter- und Museumshavenvereins Vegesack den Beginn des Jahres 2020 gefeiert. Im Thiele-Speicher in der Alten Hafenstraße waren auch die beiden neuen Bremer Bürgermeister zu Gast: Andreas Bovenschulte (SPD) und die Senatorin Maike Schaefer (Grüne).

„Wer hier aus dem Fenster schaut, hat einen Blick auf den ältesten künstlichen Hafen Deutschlands, eventuell Nordeuropas. In Vegesack, dem Zentrum maritimer Kultur dieser Region, ist man mit dem Herzen dabei, um diese Tradition zu sichern. Hier steckt so viel Arbeit drin – da möchte ich im Namen des Senats danke sagen“, so Bovenschulte, der als Ehrengast geladen war.

Rolf Noll, der Vorsitzende des Kutter- und Museumshavenvereins, begrüßte in seiner Rede neben der Politprominenz die Mitglieder des Vereins und bedankte sich bei den anwesenden Vereinsvertretern und Partnern für eine gute Zusammenarbeit. „Seit Wilhelm Kaisen habe ich alle Bremer Bürgermeister gekannt. Sie sind jetzt der achte Bürgermeister, den ich treffe“, betonte Rolf Noll gegenüber Andreas Bovenschulte. Dieser zeigte sich in seiner Rede beeindruckt, „welche Vielfalt hier so lebendig gelebt wird“. Der Senatspräsident würdigte die Arbeit des Vereins, dessen Einsatz die Anwesenden auch an der aufwendigen Renovierung des Thiele-Speichers erkennen könnten. „Mit meiner Körpergröße kommt man hier automatisch zu einer demütigen Haltung“, sagte der groß gewachsene Bovenschulte, der seinen Kopf unter den schweren Holzbalken des Speichers mehrfach einziehen musste.

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Die öffentliche Hand könne das erfüllende Gefühl, das die ehrenamtliche Arbeit für das viele Besucher anziehende maritime Zentrum biete, so nicht entwickeln. Umso wichtiger sei die Arbeit des Vereins. Zum Neujahrsempfang sei er gerne gekommen, weil man locker mit den Menschen in Kontakt kommen könne. „Und da, wo angepackt wird – wie hier in der Schifffahrt – ist es ein direkter Umgang miteinander. Das mag ich sehr.“

„Wenn man Ehrenamtliche motivieren will, muss man sie ernst nehmen. Mein Appell ist daher: Bringen Sie ein bisschen Dampf in die Politik“, sagte Rolf Noll gegenüber Bovenschulte. Hintergrund dieser Aussage war sicher auch die bereits von der Wirtschaftsförderung beantragte Ausbaggerung des Museumshavens. Aufgrund der Verschlickung ist dieser, wie berichtet, extrem verflacht. Dazu kommen der Sandeintrag aus der Schönebecker Aue, die außerdem mit Nitraten aus der Landwirtschaft belastet ist, und Öl, das ins Hafenbecken gelangt. Wenn der Museumshaven seinen 400. Geburtstag feiert, soll es ein großes Fest geben. Bis Juni 2022, verriet Rolf Noll, müsse daher die Ausbaggerung geschehen sein. „Ansonsten können wir die Jubiläumsfeier nicht mit den gewünschten Schiffen durchführen.“

Dieser Meinung war auch der Vegesacker Beiratssprecher Torsten Bullmahn (CDU). „Der Verein ist immens wichtig für Vegesack, weil er das Gesamtbild der maritimen Außenwirkung des Stadtteils wiedergibt. Wir als Politik müssen zu schätzen wissen, dass diese Traditionen aufrechterhalten werden.“

Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau Maike Schaefer, die in Vegesack wohnt, hat seit zwei Jahren als Mitglied des Kutter- und Museumshavenvereins nicht nur eine regionale Verbundenheit, sondern betonte gegenüber unserer Zeitung, dass sie mit ihrem Mann gerne Segeln gehe: „Unser Schiff liegt im Grohner Yachthafen, aber der Museumshaven ist etwas Besonderes. Als maritimer Standort macht es etwas aus, wenn der Hafen mit Schiffen bestückt ist, die die Menschen begeistern.“

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Beim Windjammer-Festival „Sail Bremerhaven“ wird im August der Kutter- und Museumshavenverein mitmischen. „Wir sind ja fast mit Bremerhaven verheiratet“, so Noll. Bezüglich des Hochwasserschutzes und der damit verbundenen Umgestaltung des Vegesacker Bahnhofsplatzes verwies der Vorsitzende, der mit dem Team der Maritimen Meile, dem Deichverband, dem Ortsamt Vegesack und dem Bauamt Bremen-Nord beteiligt ist, auf die noch laufende Beratungsphase. Das Planungsbüro werde bald Ergebnisse liefern.

Ein Thema klammerte Rolf Noll aus. Wie berichtet, gibt es schon länger Pläne, am Kopf des Vegesacker Hafens einen alten Werftkran aufzustellen, der derzeit noch auf dem Gelände eines Blumenthaler Bauunternehmers steht. Die Behörde muss den Bau eines speziellen Fundaments am Hafen genehmigen, damit der 40-Tonnen-Kran nach Vegesack gebracht werden kann. Auf Nachfrage verriet Noll lediglich, dass es mittlerweile eine Entscheidung gegeben habe.

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