Aumunder Fußball-Woche Flaschenwurf: SG Marßel disqualifiziert

SV Grohn spielt bei der Aumunder Fußball-Woche um den Heiwasol-Cup im Finale gegen den SV Türkspor
06.08.2021, 13:22
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Die Finalpaarung der Aumunder Fußball-Sportwoche um den Heiwasol-Cup steht fest: Die beiden Landesligisten SV Grohn und SV Türkspor spielen an diesem Sonnabend ab 16 Uhr auf dem Rasenplatz an der Hermann-Löns-Straße um die Siegesprämie von 350 Euro.

Während die Grohner den Blumenthaler SV II am Donnerstagabend mit einer Energieleistung in der Schlussphase mit 2:1 auf Distanz hielten, endete die zweite Begegnung in der Gruppe A zwischen dem Gastgeber und der SG Marßel mit einem Eklat. Nach dem Wurf einer Wasserflasche von der Marßeler Bank, die den Aumunder Spieler Steffen Burdorf traf, wurde das Spiel beim Stande von 2:0 für den Kreisligisten abgebrochen.

Noch am späten Abend entschied Turnierveranstalter SV Eintracht Aumund nach den Worten von Trainer Marcel Wätjen, die SG Marßel zu disqualifizieren und sämtliche Spielergebnisse mit Turnierbeteiligung des Kreisligisten zu streichen. Das hätte normalerweise zur Folge, dass die Mannschaft des Turnier-Gastgebers an diesem Sonnabend um 14 Uhr um den dritten Platz und die Prämie von 150 Euro gegen den Zweiten der Gruppe B, 1. FC Burg oder SV Grambke-Oslebshausen (stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest), antreten würde.

Der SV Eintracht Aumund aber wolle nicht der Profiteur des Eklats sein und habe deshalb dem Blumenthaler SV II angeboten, das Match um den dritten Turnierrang zu bestreiten, erklärte Eintracht-Coach Marcel Wätjen. Weil die Mannschaft vom Burgwall aber nach den Worten ihres Trainers Daniel Rosenfeld personelle Probleme hatte, war bis Redaktionsschluss noch offen, ob die Blumenthaler zum kleinen Endspiel antreten werden.

SG Marßel – Eintracht Aumund (Abbruch): Die knappe 1:2-Niederlage gegen den SV Grohn nach einer 1:0-Führung zwei Tage zuvor machte den Spielern von Eintracht Aumund am Donnerstagabend gegen den Underdog aus Marßel unübersehbar zu schaffen. „Die Pleite saß uns wohl noch in den Köpfen“, sagte Steffen Burdorf. Und sie lähmte das Spiel der Eintracht gegen die Mannschaft von SGM-Trainer Wolfgang Noch so stark, dass der sich den ersten Turniersieg erhoffen konnte. Seine Mannschaft war den klassenhöheren Aumundern jedenfalls taktisch und spielerisch überlegen.

Wenige Minuten vor Spielende aber überschlugen sich die Ereignisse auf dem Rasen. Zunächst ärgerten sich die Marßeler, dass der Unparteiische ihren dritten Treffer nicht anerkannte, dann protestierten sie, als er nach einem Pressschlag in ihrem Strafraum auf Strafstoß für Aumund entschied. Und wenige Sekunden später kam es zu tumultartigen Szenen, nachdem eine Wasserflasche aus Kunststoff von der Marßeler Bank vors Gäste-Tor geworfen worden war und Steffen Burdorf an der Schläfe getroffen hatte.

Der Eintracht-Spieler blieb benommen auf dem Rasen liegen. Derweil bemühte sich Eintracht-Trainer Marcel Wätjen die Akteure zu beruhigen, und forderte seine Mannschaft auf, umgehend den Platz zu verlassen. „Jetzt ist Feierabend“ lautete sein Kommando. Marßels Coach Wolfgang Noch zeigte sich ebenfalls empört über den Flaschenwurf aus den eigenen Reihen und eilte wenig später in die Kabine von Eintracht Aumund, um sich zu entschuldigen.

Blumenthaler SV II – SV Grohn 1:2 (1:0): Auf die Tabellenspitze hatte der Spielabbruch keine Auswirkungen, denn weder der SV Eintracht Aumund noch die SG Marßel besaßen eine Chance, ins Finale der Aumunder Sportwoche einzuziehen. Das wollten im zweiten Spiel des Abends der Blumenthaler SV II und der SV Grohn schaffen. Wobei die Husaren ein Remis und die BSV-Reserve einen Sieg zur Endspielteilnahme benötigte.

Entsprechend forsch ging die Mannschaft von Spielertrainer Daniel Rosenfeld zur Sache. Mit dem bei der ersten Herrenmannschaft ausgeliehenen Malte Tietze im Mittelfeld versuchte die Burgwall-Elf sofort, dem favorisierten Landesligisten den Schneid abzukaufen. Mit kompromisslosem Körpereinsatz und schnellen Offensivattacken über die Außenbahnen.

Dennoch hätte das favorisierte Team von Spielertrainer Philipp Heine in Führung gehen müssen. Doch in der 27. Minute scheiterte Lamin Kabbasanne nach einem schnellen Konter frei stehend an Blumenthals Keeper Moritz Wieder. Das sollte sich rächen, denn im Gegenzug wuchtete Kevin Jones den Ball nach einer Ecke zum 1:0 für die klassentiefere BSV-Reserve ins Netz, unhaltbar für Grohns Torwart Alexander Janosch (28.).

Freilich lag auch ihm der Jubelschrei auf den Lippen, als Keisuke Morikami drei Minuten nach der Halbzeitpause sah, dass Moritz Wieder zu weit vor seinem Tor stand. Aus gut 30 Meter versuchte der Japaner den Ball in die Maschen zu zirkeln – doch er landete am Pfosten. Vier Minuten vor dem Spielende gelang den nun dominierenden Grohner der Ausgleich. Durch Morikami, der einen Fehlpass der Blumenthaler abfing und mit einem strammen 18-Meter-Schuss das 1:1 erzielte.

Ebenfalls mit einer kraftvollen Einzelleistung gelang Milan Meyer schließlich noch der 2:1-Siegtreffer für die Husaren, nachdem er drei Gegenspieler genarrt hatte. Wiederum wenige Minuten vor dem Schlusspfiff hatte der SV Grohn den Spielstand also komplett gedreht. Grohns zweiter Vorsitzender Torben Reiß sprach denn auch von einem verdienten Sieg, Blumenthals Coach Daniel Rosenfeld hätte ein Remis für leistungsgerechter empfunden.

Info

Aumunder Sportwoche

Gruppe A

Blumenthaler SV II – SV Grohn 1:2 (1:0)

Blumenthaler SV II: Wieder; Ueckert, Mirko Vopalensky, Tietze, Klingforth, Günther, Brandhorst, Wode, Torben Vopalensky , Ehlers, Jones, Malek, Selle, Hennecke

SV Grohn: Janosch; Kujawa, Heine, Köhler, Scheikhmous, Aschentroup, Mehmedi, Kabbasanne, Samorski, Demir, Sanneh, Ucar, Eroglu, Yusuf, Morikami

Tore: 1:0  Kevin Jones (28.), 1:1 Keisuke Morikami (56.), 1:2 Milan Meyer (60.)

Zuschauer: 80                                                    GRU

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