Fußball-Bremen-Liga Mit neuem System gegen Habenhausen

Sowohl die SV Hemelingen, die sich beim Blumenthaler SV vorstellt, als auch der Habenhauser FV, Gast im Vegesacker Stadion, haben sich zuletzt in guter Form präsentiert und jeweils drei Punkte geholt.
08.10.2020, 15:12
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald

Am sechsten Spieltag der Fußball-Bremen-Liga mussten der Blumenthaler SV und die SG Aumund-Vegesack Federn lassen und die Heimreise ohne Ertrag antreten. Ob die Ernte an diesem Sonnabend besser ausfällt, ist trotz Heimrecht für beide Mannschaften höchst ungewiss. Sowohl die SV Hemelingen, die sich um 13.15 Uhr im Burgwallstadion vorstellt, als auch der Habenhauser FV, ab 14 Uhr Gast im Vegesacker Stadion, haben sich am vergangenen Wochenende in guter Form präsentiert und jeweils drei Punkte gutschreiben lassen.

Blumenthaler SV – SV Hemelingen: „Am Ende ist immer der Trainer der Depp“, hat der Blumenthaler Coach Steffen Dieckermann in unserer jüngsten Kolumne „Meine Woche“ erklärt. Und damit gemeint, dass Niederlagen vor allem von ihm verantwortet werden müssen. Auch wenn Konzentration und Einstellung der Mannschaft zu wünschen übrig ließen, wie zuletzt bei der 1:3-Niederlage in Hastedt. An diesem Sonnabend nun hat sie die Chance, die Scharte auszuwetzen.

Freilich gegen einen Gegner, der zwar nur langsam ins Rollen gekommen ist, den Steffen Dieckermann aber nach wie vor zu den Teams zählt, die bei der Vergabe der Meisterschaft ein Wörtchen mitreden dürften. Der 7:1-Heimsieg der SV Hemelingen gegen den starken Aufsteiger KSV Vatan Sport unterstreicht diese Prognose.

Dieckermann und Co-Trainer Steffan Wuttke haben mit ihrem Team nach der Schlappe beim BSC Hastedt eingehend über die Fehler gesprochen, die abzustellen seien. Hauptgrund für die Niederlage waren nach ihrer Beurteilung nicht individuelle oder technische Mängel, sondern die Einstellung gegen einen Gegner, der schlicht den größeren Siegeswillen in die Waagschale legte.

Dem hat zuletzt auch die SV Hemelingen nach seinem Fehlstart mit zwei Niederlagen und einem Remis geholfen, die Talsohle zu durchschreiten. Dieckermann vergleicht die Gäste aus dem Bremer Osten mit einem dicken Brett, das sich nur unter maximalem Aufwand durchbohren lässt.

Dennoch ist das Kräftemessen mit den Hemelingern für den Blumenthaler SV natürlich kein Schicksalsspiel. Dass eine junge und nahezu komplett neu formierte Mannschaft mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hat, war zu erwarten und gehört nach den Worten von Dieckermann zur Fußball-Realität. Der jeweilige Tabellenstand ist für ihn denn auch nicht mehr als eine Momentaufnahme. Viel wichtiger sei, dass er beim Vereinsvorstand Verständnis für seine Arbeit finde und keinerlei Druck verspüre.

Was nicht heißt, dass er seiner Mannschaft nach einer schwachen Vorstellung nicht den Spiegel vorhält. Danach, so der Blumenthaler Coach, gehe man wieder im Guten auseinander. Im Heimspiel gegen die SV Hemelingen gelte nun einmal mehr für jeden Spieler, die richtige Einstellung zu finden, um als Team erfolgreich zu sein.

Über große personelle Probleme muss sich das Blumenthaler Trainer-Tandem nicht großartig den Kopf zerbrechen. Fragezeichen stehen lediglich noch hinter dem Einsatz von Hakan Yavus und Tim Pendzich, die zuletzt beide über Leistenprobleme klagten.

Sonnabend, 13.15 Uhr, Burgwallstadion

SG Aumund-Vegesack – Habenhauser FV : „Es wird in den nächsten Wochen nicht einfacher“, blickt SAV-Trainer Björn Krämer nachdenklich voraus. Mit gutem Grund, denn die 2:4-Niederlage beim ESC Geestemünde hat deutlich gemacht, dass lädierte Stammspieler wie Alexander Schlobohm (Leistenzerrung), Bashkim Toski (Leistenbruch), Abdullah Basdas (Leistenzerrung) oder Lokman Abdi (nach Kreuzbandriss noch im Aufbau) nicht einfach zu ersetzen sind. Darüber hinaus stehen dem Vegesacker Bremen-Ligisten auch Lennart Kettner, Ardijan Syla und Denis Tesch noch nicht wieder zur Verfügung.

Gleichwohl kann Krämer nach eigenen Worten gegen den Habenhauser FV ein gutes Team auf den Platz schicken, wenn man die Qualität jedes einzelnen Akteurs zum Maßstab nimmt. Allerdings sei es erforderlich, mit einer anderen Grundordnung als bisher anzutreten. Wobei das Augenmerk des SAV-Trainers vor allem der Abwehrarbeit gilt. „Wir haben zuletzt zu viele Tore kassiert und müssen hinten wieder kompakt stehen“, sagt Krämer. Und vorne sollen auch ohne die etablierten Sturmspitzen Treffer markiert werden.

Die vom Vegesacker Trainer angekündigte neue Grundordnung stand denn auch im Mittelpunkt der jüngsten Trainingseinheiten. Zu der nach den Worten von Krämer auch ein besserer Spielaufbau gehört. Das alles soll möglichst schon gegen den Habenhauser FV funktionieren. Björn Krämer sagt aber auch, dass Geduld gefragt sei, er die Mannschaft nicht unter Druck setzen – und keine kurzfristigen Ziele verlangen werde.

Im Vegesacker Stadion dürften sich an diesem Sonnabend zwei Mannschaften auf Augenhöhe begegnen, wie auch der Blick auf die Tabelle zeigt. Sowohl die SAV (Rang 13) als auch der HFV (Rang 14) haben in ihren bisherigen sechs Saisonspielen sechs von möglichen 18 Punkten gewonnen. Wer verliert, könnte auf einen Abstiegsplatz rutschen. Die Mannschaft von Bunnsackerweg sei kein leichter Gegner, sagt Björn Krämer. Und die Ergebnisse der letzten sechs Spiele gegeneinander belegen, dass im Vegesacker Stadion eine spannungsgeladene Bremen-Liga-Partie über die Bühne gehen könnte. Die Vegesacker verbuchten drei, die Habenhauser zwei Siege. Und zweimal trennte man sich remis.

Sonnabend, 14 Uhr, Vegesacker Stadion

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