Grohner Düne

Über Kultur zusammenkommen

An einer kürzlich gestarteten Kulturkooperation beteiligen sich knapp zehn Institutionen aus Bremen Nord. Ziel ist es, den Bewohnern der Grohner Düne kulturelle Angebote zu unterbreiten.
07.07.2021, 13:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anna Prigge

Grohn. Durch Kultur Begegnungen schaffen – eine Kooperation zwischen dem Quartiersmanagement Grohn und lokalen Kultureinrichtungen soll den Bewohnerinnen und Bewohnern der Grohner Düne genau das ermöglichen. „Wir wollen die Leute zusammenbringen“ erklärt Christian Ganske, der für das Quartiersmanagement Grohn seit 2019 verantwortlich zeichnet. Gemeinsam mit Ölfarben malen, an einer Lesung teilnehmen oder einen Ausflug in Knoops Park machen, solche Aktionen sollen fortan zur Regelmäßigkeit für die Menschen in und um die Grohner Düne werden.

An der kürzlich gestarteten Kulturkooperation beteiligen sich knapp zehn Institutionen aus Bremen Nord, dazu gehören unter anderem die Stadtbibliothek Vegesack, das Overbeck Museum, das Vegesacker Geschichtenhaus sowie das Kulturbüro Bremen-Nord. Auch freischaffende Künstlerinnen und Künstler bringen ihre Ideen mit ein. Bei den von Christian Ganske organisierten Sitzungen, tauschen sich alle Akteure über den derzeitigen Stand der Kulturangebote, und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten aus. „Durch diese Treffen entstehen viele Ideen, es ist jetzt einiges in Planung“, verrät Ganske.

Einige Aktionen wurden auch bereits durchgesetzt. Als Beispiel ist die kunstpädagogische Arbeit im Overbeck Museum zu nennen, durch die Kinder aus der Grohner Düne lernen, mit Ölfarben zu malen. „Es ist toll, dass sie diese Chance bekommen“, findet der Quartiersmanager, der die Menschen aus der Grohner Düne unterstützt und als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Die von der Kulturkooperation geplanten Aktionen richten sich aber keineswegs nur an Kinder. „Es geht darum, Begegnungen zu schaffen, die sonst von alleine nicht stattfinden“, berichtet Organisator Ganske. Mit der Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen könnten die Bewohnerinnen und Bewohner der Grohner Düne mit anderen Nordbremern in Kontakt treten. Außerdem sei es wichtig, dadurch Sprachanlässe zu haben: „So entstehen Gelegenheiten, regelmäßig in der Praxis Deutsch zu sprechen“ erklärt der 33-Jährige.

Die Idee, die kulturelle Szene um die Grohner Düne herum mit den Konzepten des Quartiermanagements Grohn zu verknüpfen, entstand aus dem integrierten Entwicklungskonzept, das eine Kultursäule vorsieht. Ganske und Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt nahmen sich vor, das Ganze zu beleben und nach und nach kommen immer mehr Bremer Institutionen dazu. Daran beteiligt ist auch das Projekt Dünenweg des Arbeit- und Lernzentrums e.V. (alz), das sich insbesondere an Frauen mit Migrationshintergrund aus der Grohner Düne und Umgebung richtet. Das Projekt wirkt ebenso an der Organisation einer Lesung im Rahmen der Nordbremer Anti-Diskriminierungswoche im September mit, bei der Frauen aus der Grohner Düne anhand eines Buches Fragen beantworten, sodass letztlich eine Biografie entsteht.

Die Workshops des Projekts Dünenweg – beispielsweise Ausflüge mit Umweltbildnern vom BUND in Parks – geben gute Beispiele für eine Kooperation zwischen den Trägern in der Grohner Düne und externen Institutionen ab. Allgemein seien die Workshops sehr nachgefragt, „besonders während der Corona-Pandemie“, weiß Ganske. Die pandemiebedingten Einschränkungen erschweren allerdings die Kooperationsarbeit, da Veranstaltungen digital stattfinden oder zum Teil abgesagt werden müssen.

So konnte der vergangene internationale Frauentag nicht wie sonst in der Grohner Düne gefeiert werden. Normalerweise wird an dem Tag mit Tanz und Musik zelebriert. „Ich hoffe sehr, dass wir den Tag nächstes Jahr wieder richtig feiern können. Zur Not wird es eine digitale Version geben“, verspricht Ganske. Pläne für die Zukunft haben Ganske und seine Kulturgruppe also schon fleißig gesammelt, auch wenn die Kulturkooperation noch in den Startlöchern steht.

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