Fußball-Landesliga Bremen „Husaren“ wollen die Nummer eins ärgern

Geht es nach der Papierform, dann steht den Nordbremern ein sportlich weitgehend unangenehmes Wochenende bevor. So trifft Abstiegskandidat SV Grohn beispielsweise auf Tabellenführer SV Hemelingen.
29.03.2019, 16:00
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Von Jens Pillnick

Bremen-Nord. Geht es nach der Papierform, dann steht den Fußball-Landesligisten aus Bremen-Nord ein sportlich weitgehend unangenehmes Wochenende bevor. Beim Tabellenvorletzten SV Grohn stellt sich Tabellenführer SV Hemelingen vor, Schlusslicht TSV Lesum-Burgdamm erwartet den Dritten TuS Komet Arsten und DJK Blumenthal gibt seine Visitenkarte beim Vierten VfL 07 ab. Zusammengerechnet haben diese drei Gegner der Nordbremer 202 Tore in 65 Spielen erzielt, die Abwehrreihen der Nordteams können sich also auf einiges einstellen. Aus der Rolle fällt der Tabellenelfte SV Lemwerder, den gegen den Neunten SC Vahr-Blockdiek ein Duell auf Augenhöhe erwartet.

SV Grohn – SV Hemelingen: So unterschiedlich die Tabellensituation auch ist, Grohns Spielertrainer Jan-Philipp Heine sieht durchaus Gemeinsamkeiten vor dem Duell des Tabellenvorletzten gegen den Tabellenführer: „Es geht für beide um viel. Für Hemelingen geht es um den Aufstieg, für uns darum, nicht abzusteigen.“ Die Teams beider Mannschaften stehen also unter einer nervlichen Anspannung. Natürlich weiß Heine um die Rolle der „Husaren“ als Außenseiter und plant nicht zwingend Punkte ein, kündigt aber schon an, „auf einen Punktgewinn zu gehen.“

Die jüngsten Ergebnisse und auch Leistungen haben den Nordbremern Mut gemacht. Schließlich würden die letzten Gegner Komet Arsten (1:2), OT (1:2) und Huchting (2:2) ja auch nicht schlecht dastehen. Jetzt gelte es, die Partie gegen Hemelingen lange spannend zu halten. Dass die Grohner dabei auf eine stabile Abwehr und Nadelstiche in der Offensive setzen wollen, ist weder eine Überraschung, noch ein großes Geheimnis. Überraschender war da schon, was sich beim Dienstagtraining abspielte. Jan-Philipp Heine berichtete davon, 25 Spieler beisammen gehabt zu haben. Ein Teil davon allerdings mit dem Status „Gast“. Ein Indiz dafür, dass der Coach schon über den Tellerrand der laufenden Saison schaut und seine Fühler nach Spielern, die in der Saison 2019/20 zu den „Husaren“ passen würden, ausstreckt. Aber auch die personelle Lage vor dem Spiel gegen Hemelingen stellt sich gut dar, bis auf Cansin Cetin (Knieverletzung) sind alle Mann an Bord.

Sonntag, 15 Uhr, Oeversberg


TSV Lesum-Burgdamm – TuS Komet Arsten: Dass die Gastgeber zum ersten Mal in diesem Jahr am Heidberg auf Rasen spielen ist eigentlich eine gute Nachricht. Aber möglicherweise in erster Linie für den Gegner. Schließlich ist der Platz größer und bietet bessere Gelegenheit, Räume in der Lesumer Hintermannschaft finden. Genau das will Lesums Trainer Bayram Özkul aber verhindern und ordnet eine Verdichtung vor dem eigenen Tor an. Gegen die gerne weit aufrückenden Kometen soll der Erfolg im Konterspiel aus der Tiefe gesucht werden.

Den Erwartungen so manch eines Klassengefährten, dass die Heidberger die Saison personell bedingt nicht über die Bühne bringen, erteilt Özkul acht Spieltage vor Saisonende eine Absage: „Wir bringen die Saison vernünftig zu Ende. Wir werden zu jedem Spiel antreten.“ Die Personalnot des vergangenen Wochenendes sei beendet, die drei Urlauber und die jeweils zwei beruflich sowie wegen einer Sperre fehlenden Kräfte würden ja wieder zur Verfügung stehen. Ein gutes Ergebnis gegen die 80-Tore-Offensive der Mannschaft von Steffen Diekermann, der einst selbst für den TSV Lesum-Burgdamm in der damaligen Verbandsliga kickte, würde dieses Vorhaben sicher unterstützen.

Sonnabend, 15 Uhr, Heidberg


VfL 07 – DJK Germania Blumenthal: „Tendenz gleichbleibend“, stellte DJK-Trainer Aydin Pekyalcin nach dem 3:5 beim TS Woltmershausen fest. Die nächste Gelegenheit, um eine aufsteigende Tendenz zu zeigen, haben die seit neun Spielen sieglosen (ein Punkt) Nordbremer nun beim Tabellenvierten, der zwar nicht die Durchschlagskraft der oben stehenden Konkurrenten hat, aber trotzdem fleißig punktet. Punkten will ja auch bekanntlich DJK endlich wieder und dabei spricht der Coach der zuletzt gewählten Besetzung das Vertrauen aus: „Es bleibt so wie es ist, sie werden es jetzt umsetzen.“ Umsetzen soll in erster Linie das Mittelfeld die Vorgabe, die Zweikämpfe wieder willensstärker zu führen und das Mittelfeld zu erobern. In der Vorwoche hatte Pekyalcin davon gesprochen, kein Mittelfeld auf dem Platz gehabt zu haben. Im Gegensatz zur erfolgreich gestalteten Hinrunde, sei DJK die Kompaktheit abhanden gekommen. Mit ihrer Rückkehr soll die Negativserie in Findorff beendet werden.

Sonnabend, 15 Uhr, BSA Findorff


SV Lemwerder – SC Vahr Blockdiek: Die Freude über den Dreier bei der SG Findorff (4:1) hat die Unzufriedenheit bei Lemwerders Trainer Norman Stamer nur kurzfristig überdeckt. Die geringe Trainingsbeteiligung bezeichnete er als „Mist“, am Dienstag hatten sich nur zehn Spieler zum Üben eingefunden. Dabei versuche er doch längst, ausschließlich Spaß zu vermitteln. Stamer: „Die Jungs können sich nicht mehr richtig motivieren. Und ich habe keine Alternativen und kann keinen Druck aufbauen.“

Den SC Vahr Blockdiek bezeichnet Stamer als Mannschaft, die jeden Gegner ärgern kann: „Eingespielt, erfahren und zweikampfstark.“ Wenn sein Team noch etwas in der Tabelle klettern wolle, dann müsse es etwas holen. Und insgesamt noch eine Schippe drauflegen, um den folgenden Gegner Komet Arsten (Rang drei), FC Union 60 (zwei), FC Huchting (acht) und SV Hemelingen (eins) alles abzuverlangen. Torjäger Daniel Bahlhorn (verletzt) und Fabio Forstmann (Rotsperre) stehen nicht zur Verfügung, der Einsatz von Steven Holstein ist fraglich.

Sonntag, 15 Uhr, SFZ Lemwerder

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