Zunächst 144 Impfungen am Tag geplant

Impfzentrum in Bremen-Nord geht an den Start

Wenn ab Mittwoch in der Strandlust geimpft wird, werden pro Impftag zunächst 144 Menschen versorgt. Die Kapazitäten sind allerdings so ausgerichtet, dass die Anzahl der Geimpften erhöht werden kann.
16.02.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Impfzentrum in Bremen-Nord geht an den Start
Von Björn Josten
Impfzentrum in Bremen-Nord geht an den Start

Karla Marie Hettche und im Hintergrund Melina Dräger proben den Ablauf in einem Impfraum.

Carmen Jaspersen

Die Vorbereitungen auf den Start des Impfzentrums Nord sind abgeschlossen. Trotzdem ist hier noch eine kleine Absprache nötig und dort eine abschließende Aufgabe zu verteilen. Nadine Göhs regelt das mit Gelassenheit. Sie ist Leiterin der Stabsstelle „Coronahelden“ beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der das Impfzentrum in der Strandlust am Vegesacker Fähranleger betreibt. Schließlich war die erste Besichtigung des Standortes erst vor drei Wochen. Nicht viel Zeit für die Planung und den Aufbau eines Impfzentrums. „Es haben alle gut mitgezogen“, zeigt sich Göhs dankbar.

Einen Testlauf haben die Mitarbeiter des Impfzentrums am heutigen Dienstag noch, um die Abläufe einzuüben. Ab Mittwoch werden dann die ersten Impfdosen verabreicht. Zunächst werden bis Ende des Monats pro Impftag 144 Menschen auf Einladung geimpft. Rund 30 Mitarbeiter, darunter zwei Ärzte, werden sich um deren Wohlergehen kümmern. „Ich bin ganz begeistert, wie hilfsbereit die Bremer sind“, sagt Nadine Göhs. Denn neben dem eigenen Personal engagieren sich Freiwillige, sogar einige Schüler, im Impfzentrum. Dafür sind sie beim ASB angestellt worden oder haben einen Minijob angeboten bekommen. „Einige hätten das sogar unentgeltlich gemacht, aber das kommt für uns nicht infrage“, betont Göhs.

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Am Samstag ist das Impfzentrum aufgebaut worden. Im Eingangsbereich befindet sich die Anmeldung. Die Mitarbeiter werden hinter einem Spuckschutz sitzen. Im Vorraum des Saales ist ein Wartebereich eingerichtet worden. Zwei langgezogene Stuhlreihen stehen für Wartende bereit. Für die Verantwortlichen ist diese Anordnung wegen der einzuhaltenden Abstände eine Herausforderung. „Wir gehen zudem davon aus, dass einige Impflinge überpünktlich sein werden und sich der Bereich somit mehr füllt als notwendig wäre“, sagt Göhs, die darin kein Problem sieht. „Wir gehen davon aus, dass die Menschen gesund sind“, so Göhs.

In Messebauweise sind darüber hinaus rund ein Dutzend Kabinen errichtet worden: jeweils fünf Aufklärungs- und Impfkabinen, dazu Notfallkabinen und solche für die Zubereitung des Impfstoffes. Ein Wartebereich für die Zeit nach der Impfung rundet den Aufbau ab. Zunächst werden je zwei Kabinen für die Aufklärung und die Impfung genutzt. Gelagert wird der Impfstoff übrigens nicht in der Strandlust. Die Tagesration des Wirkstoffes von Biontech/Pfizer wird morgens in speziellen Kühlbehältern angeliefert und verwendbare Reste werden abends wieder abgeholt. Die Empfindlichkeit des Impfstoffes verlangt auch eine gewisse Flexibilität bei den Mitarbeitern. Sechs Dosen können aus einer Ampulle gewonnen werden und der Stoff schnell verwendet werden. „Wenn also nur fünf Impflinge zu ihrem vereinbarten Termin erschienen sind, müssen wir schnell jemanden anderes – beispielsweise aus dem Rettungsdienst – herbeiholen, um keine Impfdosis zu verschwenden“, erläutert Göhs den Plan.

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Doch es sind auch ganz andere Dinge, die bedacht sein wollen. Beispielsweise werden einige der älteren zu impfenden Personen einfach reden wollen. „Wir erwarten, dass die Ärzte einiges werden abfangen müssen“, sagt Göhs. Prinzipiell seien sie tätig, um Vorerkrankungen zu besprechen, offene Fragen zu klären und Sicherheit aufzubauen. Doch auch das übrige Personal sei sensibilisiert worden, im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten das Gespräch mit den Senioren zu suchen.

Gestern sind die Mitarbeiter mit den Räumen, den vorgesehenen Laufwegen, den Abläufen und dem Hygienekonzept vertraut gemacht und an den Computern geschult worden. Morgen wird dann im Impfzentrum Nord schon geimpft.

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Angebot für alle Bremer

Zunächst sollen pro Impftag 144 Personen eine Impfung erhalten können. Diese Kapazitäten können im weiteren Verlauf ausgebaut werden. Dafür ist das Impfzentrum schon jetzt ausgelegt.

Geimpft werden zunächst auf Einladung Menschen, die älter als 85 Jahre sind. In der kommenden Woche werden auch ab 80-Jährige versorgt. Impftermine können nicht nur durch Personen vereinbart werden, die in Bremen-Nord leben, sondern auch in anderen Bremer Stadtteilen gemeldet sind. Dazu ist bei der telefonischen Terminvereinbarung und bei der über die Online-Plattform eine Auswahl möglich. „Für Menschen aus Niedersachsen können wir leider dieses Angebot nicht machen, da sich die Impfstofflieferung nach der Einwohnerzahl des jeweiligen Bundeslandes berechnet“, erklärt Alicia Bernhardt, Pressereferentin der Senatorin für Gesundheit.

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