Kulturprogramm im Oktober

"Orwell war ein Optimist"

Mit "Orwell war ein Optimist" startet Ludger K.am 2. Oktober das Programm, der Anfang einer ganzen Kabarettisten- und Comedian-Reihe, die in den Häusern des Kulturbüros Bremen-Nord für Stimmung sorgen.
23.09.2021, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Iris Messerschmidt

Bremen-Nord. Das Gustav-Heinemann-Bürgerhaus, das Kito und der Kulturbahnhof gehören zu den Veranstaltungsorten des Kulturbüros Bremen-Nord. Im September ist das Kulturprogramm auch drinnen gestartet, ist der Besuch also unter derzeit geltenden 3-G-Regel gestattet. Zutritt also für Personen mit vollständigem Impfschutz, Genesene und mit tagesaktuellem, negativem Corona-Test. Wer sich einen der begehrten Plätze sichert, hat also auch im Oktober die gute Chance, Kultur im Bremer Norden zu erleben – immer vorausgesetzt, der Senat gibt keine andere Regelung aus. "Niemand kann sagen, wie es sich entwickelt, aber wir planen ganz normal unser Kulturprogramm weiter – mit reduzierten Sitzplätzen in unseren drei Häusern und nach geltenden Hygieneregeln", sagt der programmatische Geschäftsführer des Kulturbüros Bremen-Nord Malte Prieser.

Somit präsentiert am Sonnabend, 2. Oktober, Kabarettist Ludger K. passend zum Thema sein neues Programm. Ab 20 Uhr heißt es im Kito "Orwell war ein Optimist". Sein neues Solo-Programm ist eine feixende Anklage, die sich nicht abfinden mag mit dem Ausnahmezustand als Normalzustand – und da geht’s nicht nur um Corona. Ludger K. knöpft sich ohne Maulkorb alle Tabuthemen dieser Tage vor, untersucht, vergleicht, verspottet. So einiges im aktuellen Schlamassel erinnert ihn an den Buchklassiker „1984“, wobei er feststellt: „George Orwell hat damals ein düsteres Bild der Zukunft gezeichnet, doch mit der Twitter-Seite von Markus Söder hat sogar er nicht gerechnet.“ Die Ankündigung verspricht einen Abend voller Sarkasmus, Ironie und Galgenhumor.

Folk und Comedy

Emma Langford ist eine irische Singer-Songwriterin aus Caherdavin, einem nördlichen Vorort von Limerick City. Sie ist dafür bekannt, Volksmusik zu singen, ihr Gesangsstil wird verglichen mit Künstlern wie Joni Mitchell, Janis Ian und Norah Jones. "Woman in (e)motion" lautet das Motto am Montag, 4. Oktober, ab 20 Uhr, im Kito, wenn Emma Langford auftritt. Als Hinweis für die Interessierten gilt in diesem Fall: Das Konzert wird von Radio Bremen aufgezeichnet. Tickets gibt es nur bei Bremen Zwei zu gewinnen.

Eintritt frei, beziehungsweise auf Spendenbasis heißt es dagegen am Donnerstag, 7. Oktober, ab 20 Uhr im Bürgerhaus zur szenischen Lesung: "Das Schweigen des Herrn Hassler". Eine Lesung von Martin Heckmann und Heide Marie Voigt auf der Grundlage der Erinnerungen von deutschen Soldaten an den Zweiten Weltkrieg, gesammelt 1997 von Heide Marie Voigt.

Die Singer-Songwriterin Ina Regen aus Österreich tritt am Freitag, 8. Oktober, ab 20 Uhr auf der Kito-Bühne vor das Publikum. Auf der Bühne des Kulturbahnhofs steht einen Tag später, Sonnabend, 9. Oktober, Jörg Knör mit seinem Programm "Comeback des Lebens". In der Ankündigung heißt es: "Jörg Knör musste erkennen, dass man Kultur nicht wie Klopapier hamstern und horten kann. Sie muss live geschehen, nicht gefiltert oder virtuell." Darum sei "Comeback des Lebens" für den Entertainer eine ganz besondere Show, sie sei entstanden vor allem durch den neuen Blick auf alte überdauernden Werte – Vorbilder, Lieblings-Songs und Legenden –, die Jörg Knör selbst am meisten bedeuten. "Die Perlen von Charles Aznavour, Sammy Davis, Paolo Conte und Tom Jones in neuer Weise interpretiert", heißt es, und "Knör schlägt den Laschen und Laschets einen so präzisen Helmut Schmidt um die Ohren, dass man sich ,So Einen' wieder wünscht."

Kabarett und Poetry-Slam

Ein geballtes Kabarettisten- und Comedianangebot wartet auf die Besucher ebenfalls: am Donnerstag, 14. Oktober, ab 20 Uhr im Kito mit Patrick Salmen und "Extase"; am Freitag, 15. Oktober, ab 20 Uhr, im Kulturbahnhof mit Fatih Çevikkollu und seiner "FatihMorgana". Fatih Cevikkollu heißt das Publikum willkommen "in der schönen neuen Welt der alternativen Fakten.Die  Echokammer der Realität lässt nur durch, was man hören will. Doch wer sich permanent in seiner Wohlfühl-Filterblase bewegt, besorgt es sich ständig selbst – möglicherweise befriedigend, aber ist es auch befruchtend?" Sein sechstes Solo-Programm widmet Fatih Çevikkollu dem Schein und dem Sein. Den Nachrichten und den Fake-News. Den Nullen und den Einsen.

Am Sonnabend, 16. Oktober, im Kito, präsentiert Kabarettist und Pädagoge Matthias Jung seine Erfahrungen mit dem "Pubertier". Sein Programm trägt den Titel "Abenteuer Pubertät – so peinlich kommen wir nicht mehr zusammen". Am Sonntag, 17. Oktober, ist im Kito Sertaç Mutlu und stellt ein spannende Frage: "Heute schon gelacht?"

Wenn Rap auf Comedy und Stand-up auf Poetry Slam treffen, kann die Rede eigentlich nur von "Quichotte" sein. Der Entertainer weiß laut Ankündigung, wie man mit Worten umgeht. So bleibt bei seinem gekonnten Mix aus Poetry Slam, Freestyle Rap und Stand-up Comedy kaum ein Auge trocken: zu erleben am Freitag, 22. Oktober, ab 20 Uhr mit "Spektakel". Zu einem "Stummfilmkonzert" wird für Sonntag, 24. Oktober, ab 11 Uhr in den Saal des Bürgerhauses eingeladen.

Am Montag, 25. Oktober, wartet ab 20 Uhr im Kito ein Konzert mit
Eleanor McEvoy auf die Besucher. Der Auftritt von Lydie Auvray (geplant am 29. Oktober, ist auf den 23. Oktober 2022 verschoben).

Am Sonnabend, 30. Oktober, haben die Besucher dann die Qual der Wahl – es gibt gleich zwei Konzerte: "Latin Quarter", bislang ab 20 Uhr im Kito geplant, "Never Too Late" ab 20 Uhr im Saal des Bürgerhauses.

Zur Sache

Da sich die Regeln für den Indoor-Besuch einer Veranstaltung durchaus kurzfristig ändern können, ist es von Vorteil, aktuelle Informationen über die Internetadresse des Nordbremer Kulturbüros abzufragen: www.kulturbuerobremennord.de. Über die Homepage ist auch zu erfahren, wo es Tickets für die jeweilige Veranstaltung gibt.

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