Kulturbüro Bremen-Nord Miss Allie startete das September-Programm

Seit 2020 fielen viele Konzerte, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen aus. Für September hat das Kulturbüro Bremen-Nord aber schon jetzt diverse Künstler als feste Termine auf der Homepage angekündigt.
15.08.2021, 14:00
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Miss Allie startete das September-Programm
Von Iris Messerschmidt

Vegesack. Die Pandemie hat die Kultur in Bremen-Nord monatelang lahmgelegt. Das Bürgerhaus und Museen mussten schließen, Konzerte und Ausstellungen fielen aus. Für freie Künstler stellte sich die Überlebensfrage. Doch der Sommer verlieh Hoffung, Außenveranstaltungen waren und sind möglich, die Inzidenzwerte sanken, der letzte Lockdown war und ist so gut wie aufgehoben. Zwar sprechen Pessimisten schon von der nächsten Welle, steigt auch in Bremen-Nord die Zahl der Corona-Infizierten wieder. Dennoch, das Kulturprogramm für den Herbst steht, zumindest auf der Homepage des Kulturbüros Bremen-Nord. Mit dabei sind zahlreiche Künstler und Veranstaltungen, die teilweise schon mehrfach verschoben wurden.

Noch läuft das Sommerprogramm, als Open-Air-Veranstaltungen auf dem Hilda-Heinemann-Platz. Da gibt es keine Voranmeldungen, auch eine Testpflicht gilt nicht. Vor Ort gelten allerdings die aktuellen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Bei schlechtem Wetter ist sogar ein Ausweichen in den Saal des Bürgerhauses Vegesack möglich. Doch mit dem Konzert des Kanadiers Dave Goodman, am Mittwoch, 25. August, ab 19.30 Uhr, scheint dieses Programmangebot beendet.

Und dann? Ist zumindest der September 2021 mit seinen kulturellen Höhepunkten im Homepage-Programm des Kulturbüros ausführlich beschrieben. Da ist beispielsweise "Miss Allie" für den 3. September, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Vegesack angekündigt. Die "Liedermacherin, Musikerin, Singer-Songwriterin, Comedian, Entertainerin" war schon am 16. Oktober 2020 auf der Programmplanung. Nun soll die Frau mit der tollen Stimme und ihrer akustischen Gitarre also im Spätsommer für den Nordbremer Kulturauftakt sorgen.

Am 4. September liest Patricia Brandt – wie berichtet – im Rahmen der Reihe "Bremen liest" ab 20 Uhr im Bürgerhaus aus ihrem aktuellen Krimi "Imkersterben".

Sie sind lebende Legenden, Urgesteine des Krautrocks mit unstillbarer Lust auf Musik – die deutsche Band Guru Guru. In annähernd fünfzig Jahren Bandgeschichte spielten die Musiker über 3000 Konzerte rund um den Globus. Noch immer sind ihre Konzerte ein wahres Muss für alle Musikfans, am Freitag, 10. September, sind sie ab 20 Uhr im Kito auf der Bühne.

Die Taiko Gruppe Masa-Daiko feiert 25. Geburtstag, ist mit ihren Auftritten aus dem Bürgerhaus Vegesack kaum noch wegzudenken und präsentiert auch am Sonntag, 12. September, ab 20 Uhr die ursprüngliche Kraft der Taiko. Unter der Leitung des Künstlers und Multipercussionisten Masakazu Nishimine bietet die Trommelgruppe Auszüge aus dem japanischen Trommelrepertoire, traditionelle japanische Stücke und Werke von Nishimine.

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung gibt es gleich mehrere Angebote: Um einen Partisanen aus Bremen geht es am Montag, 13. September, in einem Vortrag ab 19 Uhr im Bürgerhaus: "Comandante Rodolfo". Die Internationale Friedensschule Bremen und die Deutsch-Italienische Gesellschaft Bremen berichten über den in Bremen aufgewachsenen Rudolf Jacobs. Er war 1944 Wehrmachtsoffizier in Norditalien, desertierte und kämpfte mit den Partisanen gegen die Faschisten. Bei einem Angriff ist er in der ligurischen Stadt Sarzana ums Leben gekommen. In Bremen fast vergessen und in Italien ein Held. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Die Zollhausboys präsentieren am Dienstag, 14. September, ab 20 Uhr im Kuba Songs, Poetry und Kabarett aus Bremen, Aleppo und Kobani: Wie kann der Klimawandel auch eine Bühne fluten? Gibt es zu Corona noch etwas zu  singen? Kann man über Bremen eine euphorische Hymne schreiben? Und was sagt „der Deutsche in mir“? Auch die Sehnsucht nach der Heimat, der Blick auf Deutschland oder das Drama der Geflüchteten in Moria findet in dem Leben und den Liedern der Zollhausboys seinen Platz. Einlass 19.30 Uhr.

Der Autor Burak Yilmaz wächst in Duisburg auf, postmigrantisch. Sein Bildungsweg durchkreuzt Milieus, seine Arbeit gefährliche Überzeugungen: Als Reaktion auf den Antisemitismus in seinem Jugendzentrum organisiert er Fahrten nach Auschwitz mit muslimischen Teenagern. Ein Explosionsgemisch aus Schmerz, Enttäuschung und Zugehörigkeit entsteht. Er liest am 16. September, ab 20 Uhr im Kito aus seinem Werk "Ehrensache. Kämpfen gegen Judenhass". Ein Buch, das laut Ankündigung ein Zeugnis gegen den Hass, ein einzigartiger Lebensbericht und der Vorstoß an einen neuralgischen Punkt der deutschen Öffentlichkeit ist. Einlass ab 19.30 Uhr. Für alle drei Veranstaltungen gilt die Anmeldung unter: werkstatt.antidiskriminierung@gmx.de.

Eine alte Bekannte betritt am Freitag, 17. September, ab 20 Uhr die Bühne im Bürgerhaus-Saal: Sissi Perlinger präsentiert ihr Programm "Worum es wirklich geht". Einen Tag später, am Sonnabend, 18. September, ist Sulaiman Masomi angekündigt. Ab 20 Uhr im Kito will er die Besucher mit einer kunterbunten Mischung aus Slam Poetry, Musik, Comedy und Kabarett erfreuen.

Mit einem Konzert von Falkevik geht es am Mittwoch, 22. September, passend zum Herbstanfang weiter. Falkevik ist das Trio der norwegischen Pianistin und Sängerin Julie Falkevik Tungevåg. Die Frau aus Oslo liefert die Songs und Kompositionen, sie prägt den Sound. Doch erst im quirligen "Dreiklang" mit Bassistin Ellen Brekken und Schlagzeuger Marius Trøan Hansen entfaltet das Material seine ganze Kraft. Die drei haben ein ausgesprochenes Vergnügen an ausgedehnten Improvisationen, was die Zuhörer voraussichtlich ab 20 Uhr im Kito selbst erleben können.

Zwei weitere Konzerte warten im September auf Besucher: Freitag, 24. September, 20 Uhr, im Kito mit Weiherer. Ein Liedermacher, der mit Gitarre, Mundharmonika und seinem unvergleichlich niederbayerischen Mundwerk eine Art unvorbereitete, kabarettistische Plauderei mit Toneinlage präsentiert. Am Sonntag, 26. September, sind Ulrike Höfs, Flöte, Glenn Christensen, Violine, Anja Manthey, Viola, und Nuala McKenna, Violoncello, von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen ab 11 Uhr im Kito zu hören.

Den Abschluss bildet am 30. September Florian Hacke. Der Comedian präsentiert ab 20 Uhr im Kito sein Programm "Nichts darf man mehr". Die Ankündigung verspricht, dass Florian Hacke ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel düsterem Humor in den Wunden des Kleinbürgertums bohrt. Er entlarve rechte Empörung genauso wie linke Beißreflexe und trete den Zukunftsverweigerern verbal und mit Anlauf ins Gesicht. "Hier werden alle Generationen versöhnt und liebgewonnene Privilegien gemeinsam so betrauert, als ob sie jemals wirklich verdient gewesen wären", heißt es.

Info

Weitere Informationen zum Programm, Terminänderungen, Verschiebungen sowie aktuelle Informationen und Tickets gibt es unter www.kulturbuerobremennord.de.

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