Meine Woche Oster-Dekoration ist wieder gefragt

Die 72-jährige Hannelore Preuss fungiert seit 1965 als Übungsleiterin beim MTV Eiche Schönebeck. Die Nordbremerin blickt auch auf einen Werder-Sieg gegen Frankfurt zurück.
02.03.2021, 12:47
Lesedauer: 6 Min
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Von KH

Mittwoch, 24. Februar: Um 6.30 Uhr geht es raus aus den Federn. Ich stelle das Frühstück mit Müsli und Obst zusammen und die Waschmaschine an. Danach gehe ich drei Häuser weiter zu meiner Schwester Margret Anders. Wir starten mit bewusster Atmung und bringen diese mit der Bewegung in Einklang. Da sind zwei Stunden schnell herum. Zu Hause wartet die fertig gewaschene Wäsche auf das Aufhängen im Garten. Mein Mann Jürgen und ich fahren nach Schwanewede, denn unser Schwager Henry Jeschar hat heute Geburtstag. Mit Maske und Abstand gratulieren wir ihm von ganzen Herzen. Ein Geburtstagstreffen in gemütlicher Runde, wie wir es sonst immer machen, fällt aufgrund der Pandemie aus. Nach dem Mittagessen setzen wir uns mit Tee und Kaffee, sowie einem Stück Geburtstagskuchen auf unsere Terrasse. Wir genießen dabei das schöne sonnige Wetter und das Zwitschern der Vögel, die schon eifrig Einzug halten in das neu aufgehängte Vogelhaus. Das milde leicht windige Wetter hat dafür gesorgt, dass die Wäsche schnell trocken ist. Unser Sohn Florian hat heute ebenfalls Geburtstag. Gegen 18 Uhr geht es zwei Häuser weiter, um ihm ebenfalls mit Abstand alles Gute für sein neues Lebensjahr zu wünschen.

Donnerstag, 25. Februar: Gemütlich frühstücke ich mit Jürgen und lese ausgiebig die Neuigkeiten in den BREMER NACHRICHTEN. Im Anschluss erledige ich den Einkauf für die Woche. Ich versuche seit dem Lockdown, mich möglichst wenig in größeren Menschenansammlungen aufzuhalten. Also wird nur einmal in der Woche eingekauft. Anschließend geht es nach Vegesack. In der Sozietät Dr. Lohsin haben wir mit Herrn Notar Norden einen Termin, um uns über eine Patientenverfügung zu informieren. Weiter geht es über den Grünmarkt. Ich kaufe ein Paar Frühlingsblumen für den Garten. Unsere Kaffeepause verlegen wir auf die Terrasse. Mit den Fahrrädern geht es dann zu unseren Enkelkindern Hauke (9 Jahre) und Tomke (5). Die Eltern Roland und Sonja haben kurzfristig Termine bekommen, die sich überschneiden. Wir freuen uns auf die beiden Kinder seit Weihnachten hatten wir keinen näheren Kontakt. Im Garten bauen Jürgen und Hauke ein Boot. Mit Tomke übe ich Fahrradfahren, baue mit ihr ein kleines Floß für ihre Puppe und fege im Garten mit ihr Blätter zusammen. Zum Abendessen sind wir zu Hause. Wir genießen den Abend beim Fernsehen.

Freitag, 26. Februar: Unser Nachbar Rainer Wienberg kommt morgens auf einen Tee vorbei. Wir sprechen über Politik, Fußball, Tennis, unsere Familien und so weiter. Thema Nummer eins ist seit dem vergangenen Jahr natürlich die Corona-Pandemie, die uns alle sehr beschäftigt und auch zeigt, wie kostbar die Gesundheit ist. Ebenfalls tauschen wir uns darüber aus, was sich in der Woche in unserem Umfeld ereignet hat. Wir freuen uns über die nächtliche Ruhe, die wir durch die Froschsperren haben. Seit Mittwochabend sind die Schranken von 18 bis 7 Uhr morgens geschlossen. Telefonisch gratuliere ich meiner ehemaligen Chefin Waltraud Hahnfeld zum Geburtstag. Obwohl das Arbeitsverhältnis 1999 durch den Verkauf der Firma Hahnfeld-Masten endete, haben wir noch einen freundschaftlichen Kontakt zueinander. 2002 stellten mich die Nachfolger Alexandra und Carsten Burfeind wieder ein. Durch den Umzug des Firmensitzes von Bremen-Burg nach Stuhr endete für mich nach 26 Jahren in der Firma mein gern ausgeübter Bürojob. Wo gibt es denn so einen Arbeitsplatz, bei dem Beruf und Hobby vereint sind? Jürgen und ich sind 32 Jahre aktiv mit unserer Capella, einer Emka 28, auf der Weser, der Nordsee und größtenteils auf der Ostsee gesegelt. Mein liebstes Wassersport-Revier ist die dänische Südsee. Am Nachmittag pflanze ich die gestern erworbenen Blumen in Blumenschalen.

Sonnabend, 27. Februar: Zum Start ins Wochenende gibt es bei uns ein ausgiebiges Frühstück mit Brötchen. Aus den Nachrichten erfahre ich, dass Werder Bremen gestern in der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt 2:1 gewonnen hat. Da mein Herz für die Grün-Weißen schlägt, freue ich mich sehr über diesen überraschenden Erfolg über einen Champions-League-Aspiranten. Leider habe ich das Spiel nicht verfolgen können. Meine Enkelkinder Karlotta (12) und Jannik (10) sind große Werder-Experten. Beide spielen beim SV Grün-Weiß Beckedorf Fußball. Das Training der beiden fällt aber leider derzeit aufgrund der Pandemie aus. Ich gehe nach nebenan und erkundige mich, wie das Spiel von Werder gestern gelaufen ist. Wie aus der Pistole geschossen, erhalte ich die Auskunft, dass André Silva von Frankfurt das erste Tor geschossen und Werder das Blatt durch die Tore von Theodor Gebre Selassie und Josh Sargent nach der Pause gewendet hat. Ebenfalls erfahre ich, das Werder am 10. März das Nachholspiel bei Arminia Bielefeld bestreitet. Karlotta und Jannik sind beide Fans von Werders Leonardo Bittencourt. Jannik hat auch ein Trikot mit der Nummer zehn und seinem Namen. Da die Sonne scheint, gehe ich in den Garten und beseitige Laub, beschneide ein paar Sträucher und zupfe verwelkte Blüten ab. Sehr schnell sind vier Säcke mit Gartenabfällen voll. Auch wenn es für Gartenarbeiten ansonsten noch zu früh ist, freue ich mich, wieder draußen etwas zu tun.

Sonntag, 28. Februar: Gemeinsam mit der Familie meines Sohnes Roland sitzen wir über Facetime verbunden am Frühstückstisch. Seit dem Lockdown haben wir es so eingerichtet, dass wir uns einmal wöchentlich sehen und so erfahren, was sich in der Woche in der Familie ereignet hat. Ein Telefonanruf aus dem Schwarzwald erreicht mich. Meine Nichte Michaela Mihatsch bedankt sich für die Geburtstagsgrüße, die ich ihr geschickt habe. Sie fragt, ob wir uns Ostern in Eckernförde treffen. Damit beschäftige ich mich schon länger. Seit 1997 findet unser großes Familientreffen in der Jugendherberge statt. Im vergangenen Jahr hatte ich 26 Familienangehörige bereits im Januar angemeldet. Leider konnte das Treffen aus bekannten Gründen nicht stattfinden. Hoffnung auf ein Wiedersehen mit unseren Herbergs-Bekanntschaften aus Aalen, die ebenfalls seit 23 Jahren regelmäßig nach Eckernförde kommen, hatte ich auf 2021 gesetzt. Wie es zur Zeit aussieht, werden die Reisebeschränkungen bis Ostern jedoch nicht gelockert. Also wird es auch in diesem Jahr wohl kein Treffen an der Ostseeküste geben. Am Nachmittag fahren Jürgen und ich an die Weser. Vom Kanuclub Rönnebeck geht es zu Fuß am Wasser entlang Richtung Meyer Farge. Vom Ufer aus schauen wir zur Lürssen-Werft hinüber, wo seit dem letzten Jahr die Gorch Fock repariert und ausgerüstet wird. Von der Weserpromenade aus verfolgen wir seitdem die Veränderungen am Großsegler. Die Planen sind abgenommen, die Masten stehen. Es fehlen nur noch die Rahen. Sie sieht startklar aus, um ins feuchte Element gelassen zu werden.

Montag, 1. März: Heute ist meteorologischer Frühlingsanfang. Beim Umblättern unserer Tischkalender mit den Fotos unserer Enkelkinder und den Ereignissen des vergangenen Jahres stelle ich fest, dass bereits in gut vier Wochen Ostern ist. Das heißt, die Winterdekoration aufzuräumen und die Osterdekoration vom Boden zu holen. Im Garten hänge ich Ostereier an die Büsche. Im Haus dekoriere ich Osterhasen, Küken sowie Sträucher mit allerlei kleinen Figuren. Zwischendurch bereite ich den Nudelauflauf fürs Mittagessen vor. Im Laufe des Nachmittages bringen Jürgen und ich die Gartenabfälle vom Wochenende zur Recyclingstation nach Blumenthal. Wir schauen dabei auch noch beim Grohner Yachthafen vorbei, um zu gucken, wie weit unsere Vereinskameraden vom Wassersportverein Aumund mit dem Ausbringen der Steganlage sind. Anschließend bummeln wir über das Lesum-Sperrwerk an der Lesum entlang Richtung Weser. Das ist ein schöner Spazierweg, den wir sehr häufig gehen. Anstatt den Fernseher anzustellen, kniffeln wir am Abend mal wieder.

Dienstag, 2. März: Seit zwei Jahren walken meine Schwester Margret und ich gleich nach dem Frühstück. Über Beckedorf und Löhnhorst geht es gute zwei Stunden durch Feld und Flur. Immer wieder stellen wir dabei fest, wie schön wir hier wohnen. Nach 15 Minuten Fußmarsch ist man bereits in der Natur. Schnell ist die Zeit verflogen. Nachmittag gäbe ich eigentlich meine Gymnastik mit Yoga-Elementen in der Aula der Schule Schönebeck. Seit dem ersten Lockdown hat die Schule aber Eigenbedarf angemeldet. Wir können also nicht mehr in die Aula, um unserem Sport nachzugehen. Nach den Sommerferien hatte ich jedoch bis zum zweiten Lockdown die Möglichkeit, mit meinen Sportlerinnen die Turnhalle der Schule Schönebeck unter Auflagen zu nutzen. Heute will die Regierung über Lockerungen beraten. Ich würde mich freuen, bald mit meinen Damen in der gewohnten Umgebung unserem Sport wieder nachgehen zu dürfen.

Sven Grusewski, der Trainer des Vertreters aus der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz, SV Aschwarden II, wird als Nächster über seine Woche berichten.

Info

Zur Person

Hannelore Preuss (72)

fungiert seit 1965 als Übungsleiterin beim MTV Eiche Schönebeck. Die gelernte Industriekauffrau ist seit 53 Jahren verheiratet mit Jürgen Preuss, mit dem sie zwei erwachsene Söhne hat, die ihren Eltern bereits vier Enkelkinder schenkten. Alle wohnen in Bremen-Nord.

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