Schulschiff Deutschland Erinnerungen zum Abschied

Schulschiff Deutschland - so erinnern sich unsere Leser an die ehemalige, segelnde Offiziersschmiede, die jetzt von Vegesack nach Bremerhaven umzieht.
24.08.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Erinnerungen zum Abschied
Von Iris Messerschmidt

Die Schauspielerin Karin Hölscher, die in Grohn wohnt und die Nordbremer oft mit Berliner Schnauze und Liedern aus den 30er und 40er Jahren samt tiefschwarzem Humor zum Lachen brachte, hat sich vor vier Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Lothar Vennemann, der als Käpt‘n Säbelzahn viele Kinder glücklich machte und mit gefühlvollen Gedichten von Joachim Ringelnatz ebenso das Herz der Erwachsenen eroberte, ist verstorben. Die Künstlerin und der Künstler leben weiter, in den Erinnerungen der Nordbremer sowie auf den Bildern, die ihre Auftritte auf dem Dreimaster zeigen, der 25 Jahre in der Lesum festmachte.

Auch die Tage der „Schulschiff Deutschland“ in Vegesack sind gezählt. Donnerstagfrüh wird das Schiff mit zwei Schleppern an den neuen Liegeplatz in Bremerhaven verholt. Eine Ära wird unwiederbringlich beendet sein. Was noch bleibt, ist das Abschiedskonzert am Mittwoch ab 14 Uhr dem Schulschiff Deutschland Chor sowie schöne Erinnerungen: An Hochzeiten, Feiern, Übernachtungen, kulturelle Events.

Einige dieser Erinnerungen haben die Leser mit uns geteilt, durch ihre Geschichten und Bilder. Da ist beispielsweise Jörn Puckhaber, dessen seemännische Laufbahn 1961 auf der "Schulschiff Deutschland" begann. "Damals lag das Schiff noch in Schwarz an der Stephanie-Brücke. Wir wurden praktisch und theoretisch in Seemannschaft an
Bord unterrichtet (inklusive Kartoffelschälen und Schlafen in Hängematten)", so Puckhaber. "Wir hatten sogar einen eigenen Chor".

Hannelore und Wolfgang Littek starteten am 20. März 1997 als "eines der ersten Paare" auf dem Schulschiff in den "Hafen der Ehe", ihre Erinnerung ist "strahlend glücklich, trotz winterlich kalter Brise". Als glückliches Paar outen sich auch Katharina und Markus Quast, die sich am 4. Mai 2019 auf den Schulschiff das Ja-Wort gaben.

Uta Borchers-Balz ist gleich in mehrfacher Hinsicht traurig. Ihr Mann Klaus sei bis 2008 als Pastor in Grohn tätig gewesen, habe oft Schulschiffgottesdienste gehalten und auf dem Schiff auch Paare getraut und Kinder getauft. "Er war immer sehr stolz darauf, dass das Schulschiff in der Grohner Lesummündig lag", so Borchers-Balz. Seinen 60. Geburtstag habe er 2003 mit vielen Freunden auf dem Schiff gefeiert. 2015 ist Klaus Balz gestorben, seine Witwe ist überzeugt: "Er wäre sicher traurig über die Verlegung des Schiffs. Er fühlte sich Bremen-Nord und speziell Grohn stets sehr verbunden."

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