Schwimmausbildung

Eine lange Warteliste für die Schwimmausbildung

Die Schwimmabteilung der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV) hat innerhalb kürzester Zeit schon einige Schwimmabzeichen vergeben können - doch bedingt durch die Pandemie gibt es eine lange Warteliste.
28.06.2021, 12:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Martin Prigge

Nach langen Monaten, die im Zuge der Coronavirus-Pandemie von überwiegend negativen Schlagzeilen geprägt waren, hat die Schwimmabteilung der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV) nun eine äußerst positive Nachricht zu vermelden. Wie der zweite Abteilungsvorsitzende Holger Schnieders mitteilt, haben innerhalb von nur drei Wochen seit Trainingsstart schon sechs Kinder im Rahmen der Schwimmausbildung der SAV ihren Frühschwimmer, besser bekannt als Seepferdchen, erworben. Pandemiebedingte Einschränkungen und fehlende Wasserflächen im Bremer Norden sorgen jedoch für eine lange Warteliste.

Insbesondere vor dem Hintergrund der beiden tödlichen Badeunfälle am Bremer Achterdieksee vor einigen Tagen unterstreicht Holger Schnieders die Wichtigkeit einer gründlichen Schwimmausbildung, die in der SAV von seiner Frau Petra verantwortet wird. Das Seepferdchen reiche nicht aus, um als sicherer Schwimmer zu gelten. Umso erfreulicher sind die SAV-Übungsleiter über die steigende Zahl an vergebenen Abzeichen. Auch die Zahl der Vereinsbeitritte sei massiv angestiegen. Die Nachfrage ist so hoch, dass der Vegesacker Klub mit einer langen Warteliste arbeiten muss, auf der mittlerweile rund 30 Kinder stehen. „Wir können gerade keine weiteren Kinder aufnehmen, weil wir keinen Platz haben, um sie in fortgeschrittene Gruppen weiterzureichen. Dabei ist es unser Anspruch, qualitativ gute Arbeit zu leisten und vielen Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder regelmäßig zu uns kommen können“, sagt Petra Schnieders.

Seit Anfang Juni befindet sich die Schwimmausbildung der SAV im eingeschränkten Trainingsbetrieb. Coronabedingte Personenbegrenzungen für die Schwimmbahnen machen sich zusätzlich zu den ohnehin fehlenden Wasserflächen in Bremen-Nord bemerkbar. Im Grohner Bad an der Friedrich-Humbert-Straße dürfen sechs Kinder pro Bahn schwimmen, im Vegesacker Fritz-Piaskowski-Bad sind es acht. Trainer müssen entweder einen vollständigen Impfschutz oder einen Genesenenstatus vorweisen.

Der Wiedereinstieg erforderte für die SAV-Verantwortlichen einen enormen Organisationsaufwand. So verbrachte der Sportliche Leiter Harald Schützek mehrere Stunden am Telefon, um im täglichen Austausch die Bahnenverteilung zu koordinieren, damit alle Nutzergruppen der SAV eine Chance auf Wasserzeiten erhalten. „Nach einem Jahr Pause mit einer kurzen Unterbrechung im Herbst freut es mich sehr, dass wir so viele Kinder im Wasser haben, denen wir Schwimmen beibringen können. Das zeigt den hohen Bedarf. Es war nicht einfach, ausreichend Flächen hierfür zu erhalten und wir könnten noch mehr Kinder ausbilden, wenn wir den Platz dafür hätten, aber es gibt eben nicht ausreichend Schwimmbahnen in Bremen-Nord“, sagt Schützek.

SAV-Abteilungsleiter Christian Gerken will daher möglichst schnell ein Schwimmbad auf dem alten Wollkämmerei-Gelände in Blumenthal bauen (wir berichteten), um zusätzliche Wasserflächen für den Bremer Norden zu schaffen. Das Hallenbad soll unter anderem mit Hubböden ausgestattet werden, die besonders für die sichere Durchführung von Schwimmausbildung von Vorteil sind. „Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung für junge und alte Schwimmer. Der riesigen Nachfrage können wir nur mit zusätzlichen Wasserflächen entgegenkommen“, so Gerken.

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