Corona-Pandemie Besuch nur mit Test

Eine Stunde Besuchszeit im Krankenhaus, Registrierungs- und Testpflicht für Besucher in Pflegeeinrichtungen, immer mehr Online- und Telefon-Beratungen - es gibt Einschränkungen wegen Covid-19.
29.11.2021, 18:00
Lesedauer: 5 Min
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Besuch nur mit Test
Von Iris Messerschmidt

Bremen-Nord. Von einem Lockdown und damit einhergehenden Einschränkungen ist bei den steigenden Infektionszahlen und der mittlerweile vierten Corona-Welle derzeit noch nicht die Rede. Doch wo für zahlreiche Institutionen 3G- und 2G-Regelungen gelten, da haben auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen besondere Vorgaben. Die Bremer Heimstiftung beispielsweise hat sogar ein eigenes "Corona-Team", das sich um die entsprechenden Vorschriften in Bezug auf Besuche und mehr sowie die Umsetzung derer in den mehr als 30 Einrichtungen in der gesamten Hansestadt bemüht. Anders als es während der vorangegangenen Wellen mitunter der Fall war, gilt derzeit zwar kein generelles Besuchsverbot in den Bremer Krankenhäusern. Allerdings gelten neue Regelungen seit dem vergangenen Freitag, unter anderem auch die eingeschränkte Besuchsmöglichkeit im Klinikum Bremen-Nord.

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So muss sich jede Besucherin, jeder Besucher auf der Station beziehungsweise im Krankenhaus anmelden. Darüber hinaus gilt Ausweispflicht. Jeder muss nach vorheriger Anmeldung vor dem Besuch einen offiziellen und aktuellen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test aus einem Testzentrum vorweisen (Antigenschnelltests nicht älter als 24 Stunden, PCR-Test nicht älter als 48 Stunden). "Das ist natürlich mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden, aber so möchten wir angesichts der steigenden Infektionszahlen unsere Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigten bestmöglich schützen, und dennoch in eingeschränktem Maße Besuche ermöglichen, die für die Patientinnen und Patienten in dieser schwierigen Zeit besonders wichtig sind", macht Klinikum-Sprecher Timo Sczuplinski deutlich.

Darüber hinaus ist die Besuchszeit auf maximal eine Stunde pro Tag beschränkt, besucht werden darf auch nur in den von den Krankenhäusern angegebenen und gestatteten Zeiten. In den Krankenhäusern gelten auch weiterhin die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln (1,5 Meter zu anderen Menschen). Darüber hinaus ist das Tragen einer FFP-2-Maske Pflicht.

Telefonberatungen werden verstärkt

Auch bei Beratungen gelten verschärfte Regelungen. So hat beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bremen-Nord Beratungsangebote für Schwangere oder Migrantinnen und Migranten. "Wir empfehlen in allen Fällen momentan verstärkt Telefonkontakt", war auf Nachfrage von der Awo zu erfahren. Wenn es nicht anders gehe, in Notsituationen oder durch sprachliche Defizite, sei natürlich auch eine persönliche Beratung möglich – allerdings nur nach den geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen.

"Unsere Berater sind alle komplett geimpft", macht vor diesem Hintergrund Heinz Dagel, geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes deutlich. Auch die Caritas hat in Bremen-Nord Beratungsangebote, betreibt zudem in der Region drei Kindertagesstätten, hat zwei Jugend-Freizeitheime sowie Streetworker, die in der Region unterwegs sind. "Vor dem Hintergrund der Hospitalisierungsrate wird diese Woche noch spannend", sagt Dagel und erzählt damit eigentlich noch viel mehr. Damit weist er nämlich gleichzeitig auf die Tatsache hin, dass es ein wöchentlich bis tägliches Warten auf neue Zahlen und Verordnungen gibt.

Eingeschränkte Öffnungszeiten

Wie geht es weiter? "Bei Besuchen unserer Beratungsangebote setzen wir zunehmend auf Telefonkontakt", macht Dagel deutlich. Auch in den Jugendeinrichtungen gebe es eingeschränkte Öffnungszeiten, "viel spielt sich da aber auch telefonisch oder online ab". Nicht die Angebote hätten sich verändert, sondern das Arbeiten. "Wenn es auch beispielsweise für schwangere Frauen sehr mühselig ist, die Beratungsangebote persönlich zu erreichen, wenn man allein für eine Busfahrt schon ins Testzentrum muss", erklärt Dagel Hintergründe. Nicht immer lasse sich aber solch ein persönlicher Kontakt vermeiden, denn beispielsweise Unterlagen für die Beantragung von Geldern aus der Mutter-und-Kind-Stiftung online zu versenden, "das klappt nicht bei jedem, oder ist von vornherein nicht möglich".

Grundsätzlich, so Dagel, habe der Gesetzgeber ja auch schon beim vergangenen Lockdown Öffnungen beispielsweise von Jugendfreizeiteinrichtungen empfohlen, "um nicht jedes Kind oder jeden Jugendlichen in schwierigen Situationen gänzlich allein zu lassen". Dennoch: In Zeiten steigender Infektionszahlen setzt auch die Caritas auf weitestgehenden Schutz. "So traurig, wie es ist, da verzichten wir schon im zweiten Jahr auf betriebliche Feierlichkeiten." Das bedeute auch in den Kitas keine großen Weihnachtsfeiern mit Eltern, "das letzte waren zu St. Martin Laternenumzüge, aber das war auch draußen an der frischen Luft". Im Übrigen gebe es wöchentlich Videokonferenzen mit Behörden zum Thema Pandemie, damit umgehen und entsprechende Regelungen.

Einrichtungen informieren

Die Bereiche des Service-Wohnen mit Komfort-Wohnbereichen der Bremer Heimstiftung sind derzeit zugänglich. Es gilt die jeweils aktuelle Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit Covid-19. "Zusätzlich ist für uns das bundesweite Infektionsschutzgesetz bindend", ist auf der Homepage nachzulesen. Gestern hat sich das "Corona-Team" der Bremer Heimstiftung beraten, da es einige Verwirrungen durch die Homepage-Angaben gab. Auf der Tagesordnung: die Besuchsregelungen.

"Es gilt die 3G-Regel", hieß es anschließend. Wobei auch Geimpfte und Genesene einen Test machen müssen. Also gilt, vollständig geimpft, oder genesen bis sechs Monate nach positivem PCR-Test, oder genesen und nach sechs Monaten die erste Impfung. Zusätzlich benötigt man einen schriftlichen Nachweis über ein maximal 24 Stunden altes, negatives Testergebnis, oder man bringt einen Selbsttest mit, der unter Aufsicht vor Ort gemacht wird, auch in der Einrichtung gibt es einen Schnelltest, der unter Aufsicht vor Ort gemacht wird. Die Tagespflegen bieten darüber hinaus einen teilweise eingeschränkten Betrieb an. Die weitere Öffnung ist abhängig von der Immunisierungsquote der Tagespflegegäste. Besucherinnen und Besucher sollten sich in der entsprechenden Einrichtung informieren.

Zur Sache

Digitale Wunschsternaktion

Zwar schränkt Corona weiter vieles ein, die alljährliche Wunschsternaktion des Klinikums Bremen-Nord kann aber dennoch stattfinden – wenn auch etwas anders als in den Jahren zuvor. Statt wie sonst selbst einen Stern mit dem Wunsch eines Kinderklinikpatienten vom Weihnachtsbaum zu pflücken, können Interessierte in diesem Jahr per E-Mail (Weihnachtssternekbn@gesundheitnord.de) einen digitalen Wunschstern anfordern und das Geschenk dann per Post an das Klinikum senden.

Eine Kuscheldecke, ein Kartenspiel oder eine Spieluhr – Wünsche wie diese stehen auf den kleinen gelben Pappsternen. Sie kommen von den Patientinnen und Patienten der Kinderklinik und der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Bremen-Nord und sind von den Beschäftigten an einem Weihnachtsbaum in der Eingangshalle des Klinikums Bremen-Nord positioniert worden. Über die Wunschsternaktion des Klinikums Bremen-Nord soll den Kindern zu Weihnachten eine kleine Freude gemacht werden.

Das Geschenk im Wert von bis zu 15 Euro soll dann am besten per Post ans Klinikum Bremen-Nord, Krankenhausdirektion, Stichwort „Wunschstern“, Hammersbecker Straße 228, 28755 Bremen geschickt werden. Einsendeschluss ist der 17. Dezember. Wichtig: Der Wunschstern soll sichtbar und sicher am Päckchen befestigt werden, um das Geschenk direkt zuordnen zu können.

Die Geschenke werden den Kindern an Heiligabend vom Pflegeteam der Station überreicht. Von zusätzlichen Süßigkeiten sollten die Wunscherfüller aber unbedingt absehen, da einige der kleinen Patientinnen und Patienten krankheitsbedingt auch an Heiligabend leider keine Süßigkeiten essen dürfen. Auch auf andere Lebensmittel soll aus Hygienegründen verzichtet werden.

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