Tag des offenen Denkmals Verborgene Spuren entdecken

Zum Tag des offenen Denkmals gibt es im Bremer Norden eine Menge zu entdecken. Gleich zehn Orte können Interessierte besuchen.
07.09.2022, 13:39
Lesedauer: 5 Min
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Von Marina Köglin/mag
Inhaltsverzeichnis

Immer am zweiten Sonntag im September ermöglicht der Tag des offenen Denkmals allen Interessierten seltene Einblicke in Denkmale und ihre Geschichte. Am Sonntag, 11. September, ist es wieder soweit. Bei freiem Eintritt warten auch in Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven zahlreiche historische Stätten darauf, besucht und entdeckt zu werden. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz".

Denkmale sind Zeugen vergangener Geschichte(n). Ihre Bausubstanz steckt voller Beweismittel. Historische Narben, Ergänzungen und Weiterentwicklungen erzählen viel über ein Bauwerk und seine Bewohner. Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals können die Teilnehmer entdecken, welche Spuren menschliches Handeln über die Zeit hinweg hinterlassen hat. Welche handwerklichen Taten – und „Untaten“ – wurden im und am Bau verübt? Und welche Schlüsse zieht die Denkmalpflege daraus? Denn die gewonnenen Erkenntnisse liefern wertvolle Hinweise auf frühere Moden, Bau- und Lebensweisen. In Bremen-Nord laden zehn historische Stätten zum kostenfreien Besuch ein:

Knoops Park

"KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz" – dieses Motto gilt nicht nur für Gebäude, sondern auch für historische Gartenanlagen. Im Laufe von rund 150 Jahren hat Knoops Park viele Veränderungen, Überformungen und Erweiterungen, aber auch Verluste und Schäden erfahren. 2010 wurde der Park mit seinen Erweiterungen unter Denkmalschutz gestellt, um die verbliebenen Spuren zu sichern. Seitdem möchte man mehr wissen über die Biografien der ehemaligen Bewohner, der Familien Knoop, Albrecht, Wolde, Kulenkampff und Melchers. Christof Steuer, Vorsitzender des Fördervereins Knoops Park, lädt am 11. September zu einer Führung durch den Park. Treffpunkt: 13.30 Uhr am Haus Kränholm, Auf dem Hohen Ufer 35 / Einmündung Raschenkampsweg.

Altes Packhaus Vegesack

Das Gebäude Alte Hafenstraße 30 ist ein ehemaliges Wohn- und Packhausgebäude und gehört zu den ältesten Bauten Vegesacks. Der Ursprungsbau stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der rückwärtige Speicheranbau ist von 1753. Das Packhaus beherbergt heute Kito und Overbeck-Museum, das am 11. September von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist.

Der Thiele-Speicher

Ein Steinwurf entfernt, Alte Hafenstraße 44, befindet sich ein ehemaliges Pack- und Lagerhaus am Vegesacker Hafen. Das um 1800 erbaute Haus hat eine markante Giebelfront mit Ladepforten und Kranbalken. Heute ist der Speicher das Domizil des Fecht-Clubs Bremen-Nord (FCBN) und des Vereins Kutter- und Museumshaven Vegesack. Am Sonntag werden in der Zeit von 12 bis 17 Uhr nach Bedarf Führungen angeboten, außerdem stellt sich der Fecht-Club mit sportlichen Darbietungen vor.

Seenotrettungs-Versuchskreuzer "Bremen"

Am Liegeplatz im Museumshaven Vegesack kann der Kreuzer besichtigt werden. Als Motorrettungsboot "Konsul Kleyenstüber" der DGzRS 1931 auf der Vegesacker Lürssen-Werft erbaut, dort 1952 zum Prototyp des modernen Seenotrettungskreuzers umgebaut, war der Versuchskreuzer bis 1965 im Einsatz. „Open Ship“ ist am 11. September von 11 bis 17 Uhr, Fahrstände und Maschinenraum können besichtigt werden, Klönschnack in der Messe.

Logenhaus Vegesack

Die Weserstraße 7 öffnet von 10 bis 17 Uhr. Der klassizistische Bau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als vornehmes Wohn- und Geschäftshaus erbaut. 1899 erfolgte der Umbau zum Logenhaus. Nach Enteignung durch die Nationalsozialisten und Verwendung als Heimatmuseum wird es seit 1968 wieder von der Freimaurerloge "Anker der Eintracht" genutzt. Am Sonntag werden nach Bedarf Führungen angeboten, es gibt Kaffee und Kuchen.

Alt-Aumunder Kirche

Im Gotteshaus, An der Aumunder Kirche 5, geht es um freigelegte Wandmalereien. Die neugotische Backstein-Hallenkirche wurde 1876/77 errichtet. Passend zum Motto "KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz" gibt es in der Aumunder Kirche Spuren, die Restaurator Matthias Seefried unter einer Nachkriegsausmalung entdeckt hat. Er wird darüber berichten, mit welchen Methoden es ihm gelang, die historischen Wandmalereien freizulegen. Die Kirche ist von 14 bis 16 Uhr geöffnet, Führungen mit Restaurator Matthias Seefried um 14 und 15 Uhr.

Schloss Schönebeck

Am Standort Im Dorfe 5 wurde um 1640 im Stil des Barock errichtet und zählt zu den bedeutendsten Baudenkmalen im Bremer Norden. 1972 richtete der „Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung“ hier ein Museum ein. Am Sonntag ist es von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet, um 11 und um 15 Uhr finden Führungen statt. Ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen im historischen Schlosskeller.

Wätjens Park

Die Anlage gehört ebenfalls zu den Garten- und Park-Denkmalen, die zum Besuch einladen. Bremer Vulkan und Bremer Wollkämmerei hatten das Areal vormals als Geländereserve für spätere Betriebsvergrößerungen erworben, was zum allmählichen Niedergang des Parks geführt hatte. Welche Methoden zur Revitalisierung des Parks angewandt wurden, um die einstigen Schlängelwege, eine Steingrotte, den früheren Standort des Brunnens und vieles mehr aufzuspüren und was es mit der Schatzkarte von 1890 auf sich hat, verrät Rainer Frankenberg in seiner Führung. Beginn ist um 11 Uhr, Treffpunkt ist am Haupteingang (Straße Am Forst).

Friedhof

Auf dem 500 Jahre alten Friedhof an der Reformierten Kirche Blumenthal (Landrat-Christians-Straße 78) finden bis heute Menschen ihre letzte Ruhestätte. Historische Grabmale erzählen seit 1640 die Lebensgeschichten des Ortes und seiner Bewohner. Pastor i. R. Peter Ramsauer lädt ab 14 Uhr zu einer Führung (Treffpunkt am Hauptportal der Kirche). Er spürt den kulturellen und politischen Wandlungen nach und berichtet über persönliche Leistungen und Schicksale einiger Blumenthaler, die dort bestattet wurden. Die Führung endet in der großen neugotischen Kirche, in der ein noch ungelöstes kunsthistorisches Rätsel auf die Besucherinnen und Besucher wartet.

Burg Blomendal

Das Bauwerk, Auestraße 9 in Blumenthal, geht auf eine 1354 errichtete Wasserburg der Ritter von Oumünde zurück, später wurde sie mehrfach umgebaut. Am Tag des offenen Denkmals ist die Burg  von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. Führungen beginnen zu jeder vollen Stunde. Außerdem schlüpfen Schauspieler in die Rollen von Mitgliedern der Familien derer von Oumünde und Hoyer und stellen ihre Zeit und Funktionen dar. An diesem Tag soll die Burg als historisches Baudenkmal aus der Zeit von 1354 vorgestellt werden. Die Führungen umfassen Hinweise auf die damalige Gründungsbauweise als Wasserburg im Jahre 1354. Ferner werden die historischen Decken vorgestellt. Die Deckenmalereien zeigen im Rittersaal auf Medaillons figürlich dargestellt die sieben Tugenden, sowie auf weiteren Medaillons die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde.
In der abendländischen Kunstgeschichte stößt man seit der griechischen Antike auf Darstellungen der vier Elemente – so wie auch die sieben Tugenden zu den Standart-Sujets der Kunst gehören. 1618 fanden sie ihren Weg an die Decken von Burg Blomendal. Besonders aber ist im Hoyersaal ein wertvolles Deckenmedaillon, das älteste Bild eines Bremer Bürgemeisters (Dr. Erich Hoyer), hervorzuheben. Die Malereien im Hoyersaal sind um 1588 entstanden. Zudem ist das Burgmuseum mit seinen alltäglichen und geschichtlichen Sammlungsstücken zur Orts- und Burggeschichte geöffnet. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten. Kaffee & kalte Getränke werden im Pavillon auf dem Burghof oder unteren Halle angeboten.

Info

Unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ lädt der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, alle Interessierten dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben und Geschichte und Geschichten am Denkmal zu ermitteln. Viele Denkmale und historische Stätten können an diesem Tag kostenfrei besucht werden. Es gibt Führungen und manchmal auch Einblicke in Bereiche, die sonst verschlossen bleiben. Das vollständige Programm für das Bundesland Bremen ist online unter https://www.denkmalpflege.bremen.de/denkmaltag-1474 zu finden. Entsprechende Links führen zu den Programmen von Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven. mag

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