Tabakquartier in Woltmershausen Neuer Tunnel fürs Tabakquartier

Ein neuer Tunnel unter den Bahngleisen soll Woltmershausen vor dem Verkehrskollaps bewahren. Diese Idee präsentieren die Stadtplaner während der zweiten öffentlichen Planungswerkstatt zum Tabakquartier.
30.06.2019, 19:30
Lesedauer: 3 Min
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Neuer Tunnel fürs Tabakquartier
Von Karin Mörtel

Wie kann der Verkehrskollaps von Woltmershausen abgewendet werden, wenn der Stadtteil ein neues Wohn- und Arbeitsquartier rings um die ehemaligen Gaswerke und die verlassene Zigarettenfabrik der Firma Martin Brinkmann bekommt? Es ist diese eine große Frage, von der abhängig ist, ob das neue Tabakquartier hinter dem Eisenbahndamm ein Erfolg wird oder nicht. So sehen es zumindest die beteiligten Planer der Stadt und der beauftragten Planungsbüros, die derzeit einen Masterplan aufstellen für das 55 Hektar große Areal.

Nun scheint die Lösung zum Greifen nah, ist aus der Baubehörde zu erfahren: Um die beiden einzigen Zugänge am Pusdorfer Tunnel und an der Carl-Francke-Straße zu entlasten, ist aktuell ein neuer Tunnel durch den Bahndamm der Linie Bremen-Oldenburg im Gespräch. Der darf dann allerdings nur von öffentlichen Verkehren wie Bussen oder perspektivisch vielleicht sogar einer Straßenbahn genutzt werden sowie von Fußgängern und Radfahrern.

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Für Autos ist er Tabu, um keinen unnötigen Durchgangsverkehr in das Quartier zu lenken. Um es auch Autofahrern zu erleichtern, Woltmershausen zu erreichen, ist ein neuer Rechtsabbieger in die Carl-Francke Straße unterhalb des Neustädter Verkehrsknotens geplant.

Wo genau eine passende Stelle für den Tunnel ist, wird derzeit noch geprüft. Klar scheint lediglich, dass der Durchstich auf Neustädter Seite etwa mittig im Gewerbegebiet Neu­stadtsgüterbahnhof vorstellbar ist. Die Lösung erscheint auch deshalb charmant, weil mit der neuen Buslinie, die auf diesem Weg das Tabakquartier abdecken wird, auch das neue Gewerbegebiet erschlossen werden kann. Die Bremer Projektentwickler Peper und Söhne hatten das in weiten Teilen verwahrloste Areal am Rande der Neustadt wie berichtet im Herbst 2018 gekauft.

Auch ein Berufsschul-Campus auf dem Gelände

Neben der Tunnelidee gibt es unter anderem eine weitere Neuigkeit, die die Planer des Tabakquartiers am kommenden Dienstagabend der Öffentlichkeit im Zuge der zweiten Planungswerkstatt zum Masterplan präsentieren werden (siehe Infotext): Ein Berufsschul-Campus für den Bereich Technik soll wohl ebenfalls einen Platz finden in dem Zukunftskonzept für das heutige Industriegebiet. Der enge Austausch zwischen Berufsschülern und der benachbarten SWB-Gruppe und kleineren ortsansässigen Gewerbebetrieben, aber auch mit der Start-Up-Szene in der umgebauten Zigarettenfabrik sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Bis zum Jahresende soll der Masterplan fertig sein und eine städtebauliche Richtschnur vorgeben, wie sich das Gebiet in den kommenden Jahrzehnten in ein urbanes, lebendiges Quartier entwickeln könnte. Zentrales gestalterisches Element könnte dann ein sogenannter Gleispark sein, der als weitere grüne Lunge Bremens das Tabakquartier in die Stadt einbettet und zahlreiche Sport- und Freizeitaktivitäten ermöglicht.

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Das Gesicht des Industriegebietes wird sich allerdings an verschiedenen Punkten unterschiedlich schnell verändern, das zeigt sich bereits heute: Die Projektentwickler von Justus Grosse, die das ehemalige Brinkmann-Gelände gekauft haben, sind bereits mitten im Umbau der ehemaligen Fabrik- und Speichergebäude in Bürolofts. Sobald die neuen Bebauungspläne fertig sind, wollen sie etwa 1200 Wohnungen auf ihrem Grundstück errichten.

Auf dem heutigen SWB-Gelände tut sich hingegen noch wenig. Und das, obwohl auch Teile der öffentlichen Infrastruktur wie eine Grundschule mit Kita und ein Stück vom Berufsschul-Campus auf dem heute hauptsächlich von der Wesernetz genutzten Areal eingeplant sind. Unter welchen Bedingungen und wie schnell die SWB-Gruppe Flächen freigeben kann, wird in den kommenden Wochen der laufende Dialog zwischen Eigentümern und Stadt noch zeigen.

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Info

Zur Sache

Die zweite öffentliche Planungswerkstatt zum Masterplan Vorderes Woltmershausen startet am Dienstag, 02. Juli, ab 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) in den Räumen der ehemaligen Tabakfabrik an der Hermann-Ritter-Straße 108. Anwohner, Gewerbetreibende, Eigentümer oder weitere Interessierte sind eingeladen, sich über den aktuellen Stand der Planung zu informieren. Nach ihren Vorträgen wollen die Planer mit den Besuchern an Stationen über Einzelthemen diskutieren und Ideen zur weiteren Gestaltung und Umsetzung sammeln.

Weitere Informationen

Die zweite öffentliche Planungswerkstatt zum Masterplan Vorderes Woltmershausen startet am Dienstag, 2. Juli, ab 18 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr) in den Räumen der ehemaligen Tabakfabrik an der Hermann-Ritter-Straße 108. Anwohner, Gewerbetreibende, Eigentümer oder weitere Interessierte sind eingeladen, sich über den aktuellen Stand der Planung zu informieren. Nach ihren Vorträgen wollen die Planer mit den Besuchern an Stationen über Einzelthemen diskutieren und Ideen zur weiteren Gestaltung und Umsetzung sammeln.

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