Jeder Vierte von Armut bedroht Stahmann nennt Gründe für hohes Armutsrisiko in Bremen

Bremen weist bundesweit das höchste Armutsrisiko auf. Im Gegensatz dazu ist die Armutsgefährdung in Bayern und Baden-Württemberg am geringsten. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.
25.07.2019, 08:24
Lesedauer: 2 Min
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Stahmann nennt Gründe für hohes Armutsrisiko in Bremen
Von Vanessa Ranft

Bremen bleibt trauriger Spitzenreiter: In 2018 waren im Stadtstaat 22,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf Basis des Mikrozensus hervor. Diese sind ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut. Demnach ist das Armutsrisiko in Bremen bundesweit am höchsten, wenngleich es im Vergleich zu 2015 abgenommen hat. Da betrug die Gefährdungsquote noch 24,8 Prozent. Auch damals lag Bremen bundesweit vorn.

In Niedersachsen sieht es dagegen besser aus. Hier liegt die Quote bei 15,9 Prozent. Damit landet das Bundesland deutschlandweit im Mittelfeld. Am besten stehen Bayern mit einer Quote von 11,7 Prozent und Baden-Württemberg mit 11,9 Prozent dar. Das verdeutlicht die großen regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands.

Alleinerziehende und ihre Kinder besonders armutsgefährdet

Diese zeigen sich auch beim Blick auf Alleinerziehenden-Haushalte, deren Bewohner besonders armutsgefährdet sind: 40,4 Prozent der Personen in diesen Haushalten waren im früheren Bundesgebiet 2018 von Armut bedroht, in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) sogar 44,5 Prozent.

Bremen sieht das hohe Armutsrisiko in dem Stadtstaat vor allem durch die schwierige Lage am Arbeitsmarkt und die hohe Langzeitarbeitslosigkeit bedingt. "Die Armutsbelastung Bremens ist über Jahrzehnte gewachsen und bestätigt sich in Vergleichen immer wieder", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) mit Blick auf am Donnerstag vorgestellte Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Bremen habe eine hohe Arbeitslosigkeit, viele Beschäftigte in Zeitarbeit, geringfügiger Beschäftigung und - mit einem der höchsten Anteile an alleinerziehenden Müttern - auch an Teilzeitbeschäftigung, sagte Stahmann der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat zu einem hohen Sockel an Langzeitarbeitslosen geführt, der schwer abzubauen ist."

Höchste Einpendlerquote

Die Politikerin verwies auch darauf, dass Bremen unter den Ländern die bundesweit höchste Einpendlerquote habe. Als sehr kleiner Stadtstaat stehe Bremen vor der besonderen Herausforderung, gut verdienende Beschäftigte nicht in die verkehrstechnisch sehr gut angebundenen niedersächsischen Umlandgemeinden abwandern zu lassen, die dort günstiger zu einer eigenen Immobilie mit Garten kämen.

Die neue rot-grün-rote Landesregierung in Bremen wird sich nach Worten Stahmanns verstärkt der Situation von Alleinerziehenden zuwenden. Viele von ihnen hätten keine abgeschlossene Berufsausbildung und seien daher kaum auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar. (mit dpa)

+++ Dieser Text wurde um 13:35 Uhr aktualisiert +++

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