Trotz geringer Fallquoten

Verwirrung um eine Postleitzahl: Wie Bremerhaven zum Risikogebiet wurde

Die Stadt Bremen ist seit Mittwoch Corona-Risikogebiet, in Bremerhaven liegt die Indizenz aber weiter im einstelligen Bereich. Dennoch führen einige Länder die Seestadt als Risikogebiet - aus einem Grund.
09.10.2020, 20:57
Lesedauer: 1 Min
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Verwirrung um eine Postleitzahl: Wie Bremerhaven zum Risikogebiet wurde
Von Max Seidenfaden
Verwirrung um eine Postleitzahl: Wie Bremerhaven zum Risikogebiet wurde

Das Überseehafengebiet in Bremerhaven gehört zur Stadt Bremen - und das sorgt in Corona-Zeiten für reichlich Chaos.

Carmen Jaspersen / dpa

7,1 Personen pro 100.000 Einwohner - das ist die Zahl der Neuerkrankungen in der Stadt Bremerhaven, die damit deutlich unter dem Schwellenwert von 50 Neuerkrankungen liegt. Dennoch aber gilt der Stadtteil Mitte derzeit in vielen Bundesländern als Corona-Risikogebiet - aus einem einfachen Grund. „In Bremerhaven gib es das stadtbremische Überseehafengebiet, das explizit zur Stadt Bremen gehört“, erklärt Magistratssprecher Volker Heigenmooser. 22 Einwohner hat die Enklave, die aber große Auswirkungen auf die 17.000 Einwohner des Stadtteils Mitte haben. Denn die Enklave, die die gleich Postleitzahl wie der Stadtteil Mitte hat, gilt ebenso wie Bremen als Risikogebiet und damit vielerorts auch Bremerhaven-Mitte. „Mitarbeiter von einigen Beherbergungsbetrieben oder Ämtern haben Listen mit den Postleitzahlen der Risikogebiete erstellt“, sagt Falldorf. Und dort stünde nun auch das Postleitzahlengebiet 27568 drauf - trotz der geringen Indizenz in Bremerhaven. „Die Bremerhavener und Bremerhavenerinnen kommen nicht aus einem Risikogebiet. Das ist Folge eines Missverständnisses“, so Heigenmooser.

Der Fehler habe jedoch Auswirkungen. Buchungen würden in Bremerhaven storniert und auch Bremerhavener Einwohner, die in den Urlaub fahren wollen, würden nun häufig von den Beherbergungsbetrieben abgewiesen. Ein Problem, das auch Bremerhavens SPD-Vorsitzender Martin Günthner erkannt hat, der den Bremer Senat zum Handeln auffordert: „Es wäre ein Unding, wenn die Menschen unserer Stadt, die sich an die Regeln gehalten und sich unterm Strich vorbildlich verhalten haben, zum Kollateralschaden Bremer Nachlässigkeiten werden.“

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