Klärschlamm

Unternehmen planen gemeinsame Entsorgung

Zusammen mit der swb-Gruppe und dem Unternehmen Hansewasser aus Bremen sowie der EWE Wasser (Cuxhaven) will der OOWV eine Gesellschaft gründen, um künftig Klärschlamm bezahlbar entsorgen zu können.
27.12.2017, 13:57
Lesedauer: 2 Min
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Von Georg Jauken
Unternehmen planen gemeinsame Entsorgung

Eine neue Gesellschaft soll künftig die Entsorgung von Klärschlämmen zu bezahlbaren Preisen sichern. Dafür schließen sich Unternehmen im Nordwesten zusammen.

Luise Bär

Brake/Bremen. Sie sind unterschiedlich groß und haben alle etwas gemeinsam. Am Ende der Abwasserreinigung in modernen Kläranlagen bleibt der Klärschlamm zurück, der sich während der Reinigung des Schmutzwassers aus Haushalten, Industrie und Gewerbe absetzt und zu Boden sinkt. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) reinigt jährlich 34 Millionen Kubikmeter Abwasser in 46 Kläranlagen. Um den Klärschlamm zu entsorgen, arbeitet er künftig mit drei weiteren Unternehmen der Abwasserbranche zusammen. Gemeinsames Ziel ist eine zukunftsfähige Klärschlammentsorgung zu wirtschaftlichen Konditionen im Nordwesten.

Zusammen mit der swb-Gruppe und dem Unternehmen Hansewasser aus Bremen sowie der EWE Wasser (Cuxhaven) will der OOWV dazu eine gemeinsame Entsorgungsgesellschaft gründen, die eine sogenannte Monoverbrennungsanlage baut und betreibt. Läuft alles nach Plan, soll die Anlage mit einer Kapazität von 50 000 Tonnen Trockenmasse in vier Jahren an einem der Kraftwerksstandorte der swb in Betrieb gehen. So kann zusätzlich Strom erzeugt werden. Die Abwärme werde ebenfalls genutzt. Die Grundauslastung soll durch die Schlammmengen gesichert sein, die in den Kläranlagen der beteiligten Unternehmen anfällt. Allein beim OOVW sind es etwa 240 000 Kubikmeter im Jahr.

Bis vor einigen Jahren gingen davon noch rund 60 Prozent als Dünger an die Landwirtschaft, wie es in einer OOWV-Mitteilung heißt. Inzwischen seien es weniger als 40 Prozent – Tendenz stark fallend. Spätestens in 15 Jahren sei die Entsorgung der Klärschlämme aus größeren Kläranlagen (für 50 000 und mehr Einwohner) jedoch nicht mehr zulässig. Mit der Regelung will der Gesetzgeber Böden und Grundwasser entlasten. Immer mehr Entsorger streben deshalb die Verbrennung des ausgefaulten, entwässerten Klärschlamms an. Doch das ist teuer, wie es weiter heißt. Es gebe zu wenige geeignete Verbrennungsanlagen und im Nordwesten überhaupt keine. „Wir müssen agieren, um die Entsorgung von Klärschlamm zu einem bezahlbaren Preis dauerhaft sicherzustellen“, erklärt OOWV-Bereichsleiter Andreas Körner.

Die zuständigen Gremien der Unternehmen haben dem Vorhaben kurz vor Weihnachten gebilligt. An welchem Kraftwerk die Anlage entsteht, lässt die Mitteilung allerdings noch offen. Zunächst müssten die Standorte noch nach verschiedenen Kriterien wie Umweltverträglichkeit und Emissionsschutz geprüft werden.

Mit der neuen Anlage soll laut OOWV zugleich noch eine weitere gesetzliche Anforderung erfüllt werden, die eine Rückgewinnung der im Klärschlamm enthaltenen wertvollen Nährstoffe wie Phosphor ab 2029 vorsieht. Die Verwertung des Schlamms in einer Monoverbrennungsanlage gilt als einzige Möglichkeit, die Rückgewinnung wirtschaftlich zu betreiben. Würde der Klärschlamm zusammen mit anderen Abfällen verbrannt, wäre der Phosphor-Anteil in der Asche gering und seine Rückgewinnung schwieriger und teurer.

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