Skurriler Rechtsstreit Warum der Zoll Konkurrenzprodukte von Lego festhält

Weil Lego eine Urheberrechtsverletzung vermutet, lässt es Bauklötze eines Konkurrenten vom Bremer Zoll festhalten. Davon betroffen ist ein Paderborner Händler, der nun die Internet-Community mobilisiert hat.
10.03.2021, 12:58
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Warum der Zoll Konkurrenzprodukte von Lego festhält
Von Maurice Arndt

Bunte Steine mit kleinen Noppen auf der Oberseite, die man zusammenstecken kann. Für die meisten Menschen ist klar: Das kann nur Lego sein. Viele Jahre stimmte das auch, doch mittlerweile gibt es zahlreiche Konkurrenten. Sie heißen Cobi, Bluebrixx oder Qman. Von letzterer Firma wird – zum Leidwesen eines kleinen Paderborner Händlers – seit einigen Tagen eine ganze Containerladung beim Zoll in Bremerhaven festgehalten, offenbar weil Lego das so will. Was ist passiert?

Händler Thorsten Klahold ist sich sicher: „Die wollen mich platt machen, solange ich noch klein bin“, sagt er gegenüber der Zeitung „Neue Westfälische“. Beim Zoll hat das dänische Kultunternehmen die Festhaltung einer über Containerladung alternativer Klemmbausteine – nur das Original darf Lego genannt werden – der Firma Qman im Wert von über 50.000 Euro beantragt, da es eine Urheberrechtsverletzung vermutet. Die kleinen Minifiguren des chinesischen Konkurrenten Qman seien dem Original zu ähnlich. Zwar ist der Kopf der chinesischen Figur deutlich größer, nahezu aufgebläht, und der Körper schlanker als bei Lego, doch damit aus Sicht der Dänen immer noch zu ähnlich zu ihrer Figur.

Auf Anfrage von Medien teilte Lego bereits mehrfach mit: „Das Wichtigste für uns ist, sicherzustellen, dass die Verbraucher nicht getäuscht werden.“ Qman-Händler Klahold vermutet jedoch Kalkül. Der Marktführer wollte ihn Ausbluten und gleichzeitig den europäischen Markt von Qman-Produkten abschneiden. Denn: Klahold ist laut eigener Aussage in einem Youtube-Video auf seinem Kanal „Johnny's World“ der Generalimporteur der chinesischen Bausteine für Europa, die hierzulande einen Marktanteil von unter einem Prozent haben. Gleichzeitig ist sein Geschäft „Steingemachtes“ nur ein kleines Familienunternehmen, das bereits die Lagerkosten für die Ware im Zolllager in Bremerhaven auf Dauer nicht finanzieren kann.

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Dennoch beschreitet Klahold nun den Rechtsweg, jedoch nicht nur. Er hat außerdem über seinen Youtube-Kanal eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, die bereits über 300.000 Euro eingesammelt hat. Von dem Geld sollen alternative Klemmbausteine gekauft und an Kinderheime verschenkt werden. Klahold setzt damit auf eine Empörungswelle, sollten diese Containerlieferungen erneut festgehalten werden.

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