Werder-Legende Aus Miss Freimarkt wird Ailton

Vor fast 20 Jahren schoss er Werder zur Meisterschaft, jetzt schlüpft Ailton in die Rolle des Freimarktbotschafters. Warum das Volksfest gleichzeitig keine "Miss Freimarkt" mehr haben möchte.
24.09.2022, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Aus Miss Freimarkt wird Ailton
Von Björn Struß

Es liegt fast 20 Jahre zurück, dass er Werder Bremen zur Meisterschaft schoss, doch sein Name lässt immer noch die Herzen vieler Bremer höherschlagen: Ailton. Das wissen auch die Schausteller des Freimarkts und die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), die in der Region jedes Jahr Werbung für die "Fünfte Jahreszeit" machen. Dieses Marketing soll Ailton als Freimarktbotschafter nun beflügeln. Am Freitag stellten Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) und WFB-Chef Oliver Rau den ehemaligen Werder-Stürmer offiziell vor. Ailton wird unter anderem die offizielle Eröffnung und die traditionelle "Beerdigung" des Volksfests begleiten. Zudem führt er am Sonnabend, 22. Oktober, den Freimarktsumzug an.

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Ein Freimarktbotschafter oder Botschafterin soll von diesem Jahr an die "Miss Freimarkt" ersetzen. Die gab es von 2004 bis 2019, Miss-Wahlen kommen inzwischen aber nicht mehr bei allen Menschen sonderlich gut an. "Jüngere Freimarktbesucher können damit kaum etwas anfangen. Aus emanzipatorischer Sicht gab es auch die Kritik, warum nicht auch gleichzeitig ein Mister Freimarkt gewählt wurde", erklärte Senatorin Vogt. Auch WFB-Chef Rau bezeichnete das Konzept des Botschafters als deutlich zeitgemäßer. "Ailton hat als Influencer bei Instagram eine unglaubliche Reichweite. So erreichen wir neue Zielgruppen", erklärte der Marketing-Experte.

"Einen besseren Botschafter kann ich mir nicht vorstellen"

Rudolf Robrahn, Schaustellerverband

Auch die Schausteller begrüßten es, die Miss Freimarkt durch einen Botschafter zu ersetzen und so in der Werbung neue Wege zu gehen. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, sagte Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellverbands Bremen. Nach zwei schwierigen Corona-Jahren sei nun ein guter Zeitpunkt gekommen, die Wahl zur Miss-Freimarkt zu beenden. Ailton verkörpere alles, wofür der Freimarkt stehe. Er sei perfekt, um junge Menschen und Familien zu erreichen, die es für ein erfolgreiches Volksfest brauche. „Genau wie Werder ist Ailton weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Einen besseren Botschafter kann ich mir nicht vorstellen“, betonte Robrahn.

„Wir produzieren mit Toni Radiowerbung, die bald zu hören sein wird“, erklärte WFB-Chef Rau. Er redete Ailton Goncalves da Silva mit dem Spitznamen an, weil er den Werderspieler gut kennt. Vor seinem Wechsel in die Wirtschaftsförderung arbeitete Rau nämlich 21 Jahre für die Marketingabteilung des Fußballvereins. „Es freut mich, dass wir durch diese berufliche Vergangenheit schnell den Kontakt herstellen konnten. Und Ailton hat auch schnell zugesagt“, berichtete Senatorin Vogt.

Der Brasilianer kam im Oktober 1998 aus Brasilien an die Weser, im Jahr 1999 besuchte er dann auch erstmals den Freimarkt. „Seitdem war ich mit meiner Frau und meinen Kindern sehr oft da. Viele Karussells, super Essen – das macht super Spaß“, sagte Ailton. Die schnellen Fahrgeschäfte überlasse er allerdings gerne seinen Kindern, da sei er etwas ängstlich.

Zum Freimarktsauftakt ist der „Kugelblitz“ auch in der „Almhütte“ bei der Eröffnungsfeier zu Gast. Nach bayrischem Vorbild gehört dazu der Fassanstich, Lederhosen sind in der Festhalle auch keine Seltenheit. Kommt dann vielleicht sogar eine Werder-Legende in bayrischer Tracht? „Das weiß ich noch nicht“, sagte Ailton. „Mein Freund Claudio Pizarro trägt beim Oktoberfest gerne Lederhose. Ich finde aber, das sieht bei ihm nicht so gut aus.“

Seinen ehemaligen Sturmpartner sieht Ailton am Sonnabend wieder, wenn das ausverkaufte Weserstadion Pizarro in einem Ehrenspiel verabschiedet. Das Duo „Pizza Toni“ kehrt dann für einen Abend zurück auf den Fußballplatz. „Ich werde Claudio auch fragen, ob wir zusammen auf den Freimarkt gehen wollen“, versprach Ailton am Freitag. Pizza Toni auf dem Freimarkt – das gab es in Bremen zuletzt bei den Mannschaftsbesuchen zwischen 1999 und 2001. Der Freimarkt und Werder, das scheint in diesem Jahr vom 14. bis 30. Oktober besonders gut zusammenzupassen.

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