Corona und Winterurlaub Ungewisser Winter für Bremens Skisportler

Die Pisten bleiben geschlossen, Skifahren wird bis Mitte Januar in weiten Teilen Europas nicht möglich sein. Und danach? Bremens Skisportler stehen vor einem ungewissen Winter.
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Ungewisser Winter für Bremens Skisportler
Von Nico Schnurr

Was macht man als Skiverband, wenn die Saison auf Eis liegt? Dann lässt man sich eben etwas anderes einfallen, sagt Holger Kühnel, Vorsitzender des Landesskiverbandes Bremen. Wer im Norden lebt, für den ist Skifahren die meiste Zeit im Jahr nicht möglich. In Bremen haben Verband und Vereine deshalb schon immer kreativ sein müssen, um den Mitgliedern etwas zu bieten. Vielleicht liegt es also daran, sagt Kühnel, dass ein Ersatzprogramm für diesen Winter schnell gefunden war. Bremens Skisportler werden jetzt per Whatsapp­-Nachrichten zu Liegestützen animiert, sie können über Videodienste wie Zoom an Fitnesskursen teilnehmen. „Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Kühnel, „aber eigentlich ist das eine kleine Katastrophe für uns.“

Der Landesskiverband hat den nächsten Ausbildungslehrgang für Skilehrerlizenzen von Tirol ins Allgäu verlegt. Die Bremer Landesmeisterschaften, die von Ende Januar bis Anfang Februar am Brenner stattfinden sollen, sind zwar noch nicht abgesagt, doch im Verband rechnet man damit, dass es so kommen wird. „Wir wissen nicht, was diesen Winter noch möglich sein wird“, sagt Kühnel.

Den Bremer Ski-Club, mit 3500 Mitgliedern einer der größten Ski-Vereine in Deutschland, stellt die ungewisse Saison vor organisatorische Herausforderungen. Mehr als 40 Fahrten hat der Verein für diesen Winter geplant, vor allem nach Österreich, aber auch in die Schweiz, nach Italien und Norwegen. Alle für Weihnachten und Silvester angesetzten Reisen wurden frühzeitig aus dem Programm gestrichen. „Das hätten wir in der aktuellen Lage nicht verantworten wollen“, sagt Sascha Riebe. Beim Bremer Ski-Club ist er unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Hendrik Schabacker hat er einige der Reisen organisiert. Noch wollen die beiden die Saison nicht ganz abschreiben.

Für das nächste Jahr bietet der Verein noch Fahrten in die Alpen an. Er habe noch Hoffnung, sagt Riebe, dass die zu Ostern geplanten Reisen stattfinden könnten. „Was möglich sein wird, wollen wir möglich machen“, sagt Schabacker, „wenn es die Gesamtlage zulässt, sehen wir es auch als unsere Pflicht an, die Leute zum Skisport zu bringen.“ Wintersport sei nicht gleichzusetzen mit Party-Tourismus, das sei den Bremer Sportlern klar. Deshalb hätten auch fast so viele Mitglieder wie im Vorjahr Fahrten beim Verein gebucht, obwohl Skiorte wie Ischgl, der für Après-Ski-Events bekannt ist, zu Beginn der Pandemie zu Infektionsherden wurden. „Niemand will Halligalli“, sagt Schabecker, „aber die Leute sehnen sich nach ihrem Sport.“

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Das stellt auch Frank Warnken fest. Er ist Geschäftsführer bei Ski Extra, einer Bremer Reiseagentur, die sich seit mehr als 40 Jahren auf Skireisen konzentriert. Warnken sagt: „Es gibt keinen Ischgl-Effekt.“ Schon im Oktober seien die Reisen zu Weihnachten und Silvester ausgebucht gewesen, auch für den März seien viele Buchungen bei ihm eingegangen. „Die Leute würden gerne fahren“, sagt Warnken, „wenn sie nicht buchen, dann weil sie nach dem Urlaub nicht in Quarantäne wollen.“ Warnken sagt, er habe eine „Sorgfaltspflicht“, viele Reisen für den Winter hat er längst abgewickelt. Viel Aufwand, kein Ertrag. Warnken hofft nun auf Unterstützung der Politik, er hat die Novemberhilfe beantragt.

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