Kommentar über Senvion

Alarmsignal für die gesamte Branche

Der Hersteller bemühte sich zu spät um internationale Märkte. Dass nicht noch mehr Firmen dieser Zukunftsbranche in den Strudel gerissen werden, ist nun auch Aufgabe für die Politik, schreibt Philipp Jaklin.
28.08.2019, 19:27
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Alarmsignal für die gesamte Branche
Von Philipp Jaklin

Einst gehörte der Windanlagenbauer Senvion zu den Vorzeigeunternehmen der Branche in Deutschland. Seine Zukunft erschien so vielversprechend, dass es 2007 sogar zur Übernahmeschlacht um den Hersteller kam. Nun ist Senvion am Ende. Die bevorstehende Zerschlagung und Abwicklung des Turbinengeschäfts ist bitter nicht nur für die norddeutschen Standorte in Bremerhaven, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die meisten der zuletzt 1800 Beschäftigten werden wohl ihren Job verlieren. Und das ist ein weiteres Alarmsignal für die gesamte Branche.

Die steckt bekanntlich in der Krise, zumal der Ausbau vor allem der Onshore-Anlagen fast völlig zum Erliegen gekommen ist. Halbherzige Ausbauziele, langwierige Genehmigungsverfahren und klagewütige Bürger belasten die Unternehmen. Den Untergang von Senvion haben jedoch auch Managementfehler mit verursacht. So bemühte sich der Hersteller zu spät und zaghaft um internationale Märkte. Letztlich fehlten die nötige Größe und das Kapital, um bestehen zu können. Dass nicht noch mehr Firmen dieser Zukunftsbranche in den Strudel gerissen werden, ist nun auch Aufgabe für die Politik.

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