Kommentar über die Mondlandung Alte Träume, neue Aufgaben

Die Mondlandung ist eines der größten Ereignisse der Menschheit. Anders als vor 50 Jahren darf Raumfahrt nun aber kein Selbstzweck und Propagandamittel mehr sein, findet Wirtschaftsredakteur Stefan Lakeband.
19.07.2019, 19:26
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Alte Träume, neue Aufgaben
Von Stefan Lakeband

Die Mondlandung ist zweifellos eines der beeindruckendsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Hunderte Millionen verfolgten die ersten Schritte der Apollo-Astronauten auf dem Mond zuhause am Fernseher. Noch heute wecken die flimmernden Schwarz-Weiß-Bilder Erinnerungen, sorgen Neil Armstrongs berühmte Worte für Gänsehaut.

Die Astronauten und Nasa-Ingenieure demonstrierten an diesem Julitag, wozu der Mensch in der Lage ist. Nicht mehr der Himmel war die Grenze, sondern der Mond. Getrieben wurden die Pioniere aber nicht nur von Neugier und Forschergeist: Apollo 11 war auch eine politische Mission; eine, die den Kampf der Systeme, zwischen West und Ost entscheiden sollte.

Lesen Sie auch

50 Jahre später ist dieser Kampf beigelegt – und die Menschheit träumt wieder vom Mond. Auch in Bremen wird an neuen Raumschiffen gebaut. Die neuen Helden heißen nicht Armstrong oder Aldrin, sondern Gerst und Maurer. Sie stehen für eine neue Generation der Raumfahrt. Ihre Mission ist jedoch eine andere: weniger spektakulär, aber von noch größerer Bedeutung. Sie betreiben keine Propaganda, sondern Wissenschaft. Sie forschen im All, um das Leben auf der Erde zu verbessern.

Astronauten wie Gerst sind Aushängeschilder der neuen All-Eroberung, die mehr als nur Selbstzweck ist. Durch Interviews und Social Media schaffen sie es, die Menschen mit auf ihre Reise in den Orbit zu nehmen – und nebenbei für Wissenschaft zu begeistern. Auch das ist eine Aufgabe der Raumfahrt. Und nur so lässt sich die Euphorie langfristig erhalten.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+