WK-Konferenz "Sustain" in Bremen

Baumwolle – ein Stoff verbindet

Die Konferenz „Sustain 2018“ des WESER-KURIER dreht sich um Nachhaltigkeit in Produktion, Handel und Konsum – mit dem Schwerpunkt „Afrika“.
20.03.2018, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Baumwolle – ein Stoff verbindet
Von Florian Schwiegershausen
Baumwolle – ein Stoff verbindet

Baumwolle: Für Bauern in Afrika ist ihr Anbau eine Chance, den Kreislauf aus Armut und Hunger zu durchbrechen.

Luc Gnago

Verbraucher entdecken immer öfter nachhaltige Produkte. Inzwischen denkt auch die Modebranche langsam um, und nach und nach bieten immer mehr Modeketten nachhaltig produzierte Kleidung an, weil der Kunde dort danach fragt. Die Verbraucher sind auch bereit, für solche Produkte mehr zu zahlen. Das ist gut so. Das Problem dabei ist aber, dass jeder eine andere Definition von Nachhaltigkeit hat. Und was davon ist wirklich nachhaltig, und was ist „Greenwashing“ – also die reine Behauptung von Nachhaltigkeit auf dem Papier, weil das gut ist für das Image?

Die Konferenz „Sustain 2018“ des WESER-KURIER dreht sich um Nachhaltigkeit in Produktion, Handel und Konsum – mit dem Schwerpunkt „Afrika“. Allein in Uganda leben tausende Kleinbauern von der Baumwolle. Sie pflanzen den Rohstoff an, aus dem unsere Kleidung hergestellt wird. Viele von ihnen arbeiten bereits nachhaltig, indem sie keine Chemie benutzen, weil ihnen die zu teuer ist. Um diese Nachhaltigkeit zu zertifizieren, fehlt ihnen aber ebenso das Geld. Der Kunde in Europa wiederum ist es gewohnt, sich auf Zertifikate zu verlassen.

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Verschiedene Referenten und Podiumsgäste aus Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen werden an diesem Dienstag in Bremen darüber diskutieren, wie Nachhaltigkeit aussehen sollte, damit sie den Kleinbauern in Afrika auch etwas bringt. Dazu ein weiteres Beispiel für unterschiedliche Definitionen: Wieviel dürfen die Kinder ihren Eltern auf dem Feld helfen? Vielerorts in Europa besteht die Sichtweise, dass die Kinder lieber nur in die Schule gehen sollten. Vielerorts in Afrika ist die Unterstützung der Kinder auf dem Feld Alltag.

Es geht also auch darum, sich in manch gegensätzliche Ansichten hineinzudenken. Entsprechend ist im 21. Jahrhundert nicht mehr die Rede von „Entwicklungshilfe“, sondern von „Entwicklungszusammenar­beit“. Die Partner sollen sich auf Augenhöhe begegnen, um Perspektiven zu schaffen. Die „Sustain 2018“ versucht, das Thema Nachhaltigkeit diesmal am Beispiel Afrika zu ergründen. Als Partner fungiert die Bremer Baumwollbörse, die direkt im Anschluss zu ihrer International Cotton Conference lädt. Die gesamte Baumwollindustrie aus aller Welt trifft sich dann in Bremen. Dieses Supplement führt die Themen beider Veranstaltungen zusammen und verschafft Ihnen hoffentlich interessante neue Einsichten.

Alles rund um die WK-Konferenz "Sustain" und unserem Thementag "Wie lässt es sich nachhaltig leben" lesen Sie unter www.weser-kurier.de/sustain

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