Konferenz "AutoDigital" des WESER-KURIER

Bremen ist Vorbild für Mercedes-Werk der Zukunft

Wichtige Impulse für die Produktionsweise in der Zukunft der Autoindustrie stammen aus Bremen, das hat Mercedes-Vorstandsmitglied Jörg Burzer auf der "AutoDigital"-Konferenz des WESER-KURIER gesagt.
04.12.2019, 11:51
Lesedauer: 2 Min
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Bremen ist Vorbild für Mercedes-Werk der Zukunft
Von Jan-Felix Jasch

Mercedes-Benz baut momentan die sogenannte Factory 56 in Sindelfingen. In diese Fabrik der Zukunft sind viele Aspekte aus dem Bremer Werk eingeflossen, sagte Jörg Burzer auf der "AutoDigital" des WESER-KURIER im Parkhotel. Burzer ist Vorstandsmitglied des Unternehmens und verantwortlich für Produktion und Supply Chain. Sein Aufgabenbereich umfasst das weltweite Produktionsnetzwerk mit allen Fahrzeug- und Powertrainwerken inklusive der globalen Batterieproduktion und des Qualitätsmanagements. In die Entwicklung der Fabrik sei unter anderem eine Erfindung aus Bremen geflossen, so Burzer weiter.

Der 49-Jährige erklärte das Modell der Factory 56, die als Blaupause für weitere Fabriken des Unternehmens gelte. Mit der Umstellung versuche Mercedes, die Produktion seiner Fahrzeuge flexibler zu gestalten. Unter anderem könnten Mitarbeiter schneller ihren Arbeitsplatz wechseln und die Positionen seien ergonomisch angepasst.

Auch auf den Bremer Standort nahm Burzer Bezug. In der Hansestadt wird der EQC, das erste vollelektrische Fahrzeug des Unternehmens, produziert. Die Produktion im Werk habe gut funktioniert, sagte Burzer. Die Arbeitsweise gelte als Vorbild für andere Standorte des Unternehmens.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte würdigte Bremen als „Hotspot der Automobilindustrie“. Gleichzeitig wies er aber auch daraufhin, dass es ein schwieriges Jahr für die Automobilindustrie gewesen sei. Auch in Bremen spüre man bereits die negativen Auswirkungen in der Branche im Allgemeinen. „Wir müssen uns an die Rahmenbedingungen gewöhnen, aber wir können bestimmen, wie wir damit umgehen“, sagte er. Bovenschulte forderte verlässliche Maßnahmen, um den Schadstoffausstoß von Verbrennungsmotoren zu prüfen. Das sei notwendig, um im Zuge des Dieselskandals verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Eine Lösung für die strukturellen Veränderungen, wie der Zuwachs bei der E-Mobilität, sei das jedoch nicht. Bremen solle auch künftig „ein starker Standort der Mobilitätsbranche“ bleiben, sagte er. Der Bürgermeister riet der Autobranche zudem, in ihrem Strukturwandel die Chancen der Mitbestimmung zu nutzen. Das über Jahrzehnte erprobte Miteinander von Firmen und Mitarbeitern sei ein gutes Mittel, „um den technologischen Wandel zu bewältigen.“

Namhafte Experten aus der Branche sind am Mittwoch im Bremer Parkhotel zur Fachkonferenz "AutoDigital" des WESER-KURIER zusammengekommen. Themen waren unter anderem die enormen Veränderungen durch Elektromobilität, Vernetzung und Digitalisierung.

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+++ Dieser Artikel wurde um 12.16 Uhr aktualisiert. +++

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