Auftrag aus den USA für OHB

Raumfahrtunternehmen OHB vor Einstieg ins US-Geschäft

OHB steigt ins US-Geschäft ein: Das Bremer Raumfahrtunternehmen erwartet einen Auftrag in Höhe von mehr als 300 Millionen US-Dollar für die kommerzielle Satellitenkonstellation.
13.10.2021, 15:43
Lesedauer: 1 Min
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Raumfahrtunternehmen OHB vor Einstieg ins US-Geschäft
Von Peter Hanuschke

Das börsennotierte Bremer Raumfahrtunternehmen OHB steht vor dem Einstieg ins US-Geschäft. Das hat die Aktiengesellschaft an diesem Mittwoch per Adhoc-Mitteilung bekannt gegeben. Es handelt sich bei dem bevorstehenden Auftrag um den Bau von vier Telekommunikationssatelliten für das US-Unternehmen SpaceLink Corporation mit einer laut OHB bislang einmaligen Technologie zur sicheren und schnellen Datenübertragung. Der Auftrag hat ein Volumen von 300 Millionen US-Dollar (260 Millionen Euro). Außerdem strebt OHB den Einstieg bei SpaceLink Corporation mit einer Investition von mehr als 25 Millionen US-Dollar (21,6 Millionen Euro) an. Die entsprechenden Vorverträge für beide Vorhaben sollen nächste Woche unterzeichnet werden.

"Für OHB ist der Auftrag aus mehreren Gründen sehr interessant", sagt OHB-Sprecher Günther Hörbst. "Wir gehen davon aus, dass der Markt für LEO-Satelliten, die besonders im Bereich Kommunikation und Erdbeobachtung eingesetzt werden, in den nächsten Jahren stark weiter wachsen wird." Dadurch würden entsprechend große Datenmengen anfallen. Und das werde voraussichtlich bei den Bodenstationen zu Kapazitätsengpässen bei der Datenweiterleitung führen. Genau da komme die neue Satellitenkonstellation ins Spiel. Sie werde sich über den LEO-Satelliten bewegen, die die Erde in einer niedrigen Umlaufbahn (Low Earth Orbiter, LEO) in einer Höhe zwischen 700 und 1500 Kilometer umkreisen. Die neue Satellitenkonstellation funktioniere im Prinzip wie eine Highspeed-Datenautobahn, auf der eine große Datenmenge schnell zur gewünschten Bodenstation weitergeleitet werden könne.

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Die neue Technologie – jeder der vier Satelliten werde zur Datenübertragung mit sechs Laserterminals ausgestattet – ermögliche die Kommunikation mit den LEO-Satelliten und die sichere Weiterleitung der Daten und Bilder zur Erde, so Hörbst. Dadurch erweitere sich das Geschäftsfeld. "Eine sichere Übertragung von Daten ist für künftige Anwendungen im kommerziellen Bereich sehr wichtig, aber sie ist auch für Institutionen und Staaten von Bedeutung, wenn es sich um sehr sensible Daten handelt." Dass OHB 25 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investieren will, liege daran, dass das Unternehmen von diesem Geschäftsmodell absolut überzeugt ist.

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