Nachfolger der Ariane 6

Ideen für neue Rakete gesucht

Noch ist die Ariane 6 nicht einmal abgehoben, schont macht sich die Esa über die Zeit danach Gedanken. An der Planung sind auch Bremer Firmen maßgeblich beteiligt.
11.03.2021, 13:54
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Ideen für neue Rakete gesucht
Von Stefan Lakeband

Die Zukunft der europäischen Raumfahrt wird auch in Bremen geplant. Die europäische Weltraumagentur Esa hat an diesem Donnerstag drei Unternehmen mit entsprechenden Studien beauftrag. Ihr Inhalt: Weltraumtransportlösungen für den Zeitraum 2030 bis 2050. Beauftragt wurden neben dem italienischen Raumfahrtunternehmen Avio auch Ariane Group und die Rocket Factory Augsburg (RFA), eine Tochter von OHB aus Bremen.

Mit der Ariane 6 soll nächstes Jahr die neue Generation europäischer Trägerraketen zum ersten Mal starten. Die Unternehmen sollen sich nun der Frage widmen, was nach der Ariane 6 kommen könnte. Bis zum Sommer sollen die Studien abgeschlossen sein, ihre Ergebnisse sollen auch auf der nächsten Esa-Ministerratskonferenz 2022 diskutiert werden. Bei diesem Treffen wird über die Verteilung der Budgets und große europäische Raumfahrtprojekte entschieden. Die Studienverträge haben einen Wert von jeweils 500.000 Euro.

Für die RFA kann der Auftrag als eine besondere Auszeichnung gesehen werden. Das Start-up ist neu auf dem Markt für kleine Raketen, ein erster Start steht noch aus. Dass das Unternehmen dennoch eine Studie vornehmen soll, freut RFA-Vorstand Jörn Spurmann besonders. "Die Esa hat uns mit dieser Studie in den Kreis der relevanten industriellen Anbieter aufgenommen, die New Space aus europäischer Perspektive vorschlagen sollen.“ Die RFA wolle beweisen, dass eine konsequente Serienfertigung die Kosten für den kommerziellen Raumtransport drastisch senken kann.

„In der Studie geht es darum, welche Weichen Europa wann stellen muss, um bei der Kommerzialisierung der europäischen Raumfahrt zukunftssicher zu sein“, sagt OHB-Chef Marco Fuchs. „Jetzt gilt es zu untersuchen, welche unterschiedlichen Raumtransportsysteme und Lösungen private Initiativen vorschlagen können, um Europa auch für die Zukunft des Raumtransports zu einem weltweit gefragten Partner zu machen.“

Ariane Group baut in Bremen die Oberstufen der neuen Ariane-6-Rakete. Auch wenn das Datum des Erstflugs schon nah ist, machen sich die Ingenieure des deutsch-französischen Konzerns Gedanken darüber, wie die Rakete noch verbessert werden kann. So sollen durch eine Oberstufe aus Karbon die Kosten weiter sinken, die sogenannte Kickstage soll weitere Einsatzmöglichkeiten eröffnen.

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