Kritik von der Bundespolizei Ärger nach Gewitter: 2000 Reisende auf Zugfahrt nach Bremen gestrandet

Wegen des Gewitters waren am Donnerstag zeitweise 2000 Bahnreisende in Tostedt gestrandet. Ein Schienenersatzverkehr war nicht eingerichtet worden, die Bundespolizei wurde sechs Stunden später benachrichtigt.
05.08.2022, 13:59
Lesedauer: 2 Min
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Ärger nach Gewitter: 2000 Reisende auf Zugfahrt nach Bremen gestrandet
Von Florian Schwiegershausen

Nach dem Gewitter am Donnerstag sind auf der Bahnstrecke von Hamburg nach Bremen mehrere Hundert Reisende gestrandet. Als Grund nannte die Bahn einen Oberleitungsschaden. Nach Angaben der Bundespolizei befanden sich zeitweise mehr als 2000 Fahrgäste am Bahnhof von Tostedt. Etwa 800 Passagiere bereiteten sich auf eine Nacht im Metronom und im Intercity vor, weil die von der Eisenbahngesellschaft Metronom angekündigte Ersatzbusse nicht kamen.

Der erste Zug stoppe bereits kurz nach 17 Uhr. Die Bundespolizei teilte jedoch mit, dass sie erst gegen 23 Uhr darüber informiert wurde – sechs Stunden später. Vor Ort wurde die Behörde darüber informiert, dass ungünstigerweise kein Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde, sich aber der erforderliche Reparaturwagen der DB in der Anfahrt befindet. Vertreter der Stadt Tostedt hatten indes zwei Reisebusse organisiert, die die Passagiere im Shuttleverkehr zum Hauptbahnhof Bremen bringen sollten. 

Erster Ersatzbus nachts um ein Uhr

Der erste der zwei Ersatzbusse traf gegen 1 Uhr ein, der zweite gegen 1.20 Uhr. Wegen der begrenzten Kapazität erhielten vor allem Familien mit Kleinkindern sowie ältere Personen den Vortritt. Kräfte der Bundespolizei und der Polizei des Landkreises Harburg verteilten die Reisenden nach Rücksprache mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Es hatte gemeinsam mit den Johannitern gegen 22 Uhr dank lokaler ehrenamtlicher Kräfte aus Tostedt und umzu Versorgungsstände aufgebaut. Dort erhielten die Passagiere einen Becher Wasser und einen Müsliriegel. Gegen Mitternacht gab es dann für die Kinder eine heiße Kartoffelsuppe.

Ein Sprecher der Bundespolizei teilte dem WESER-KURIER mit, dass sie dem Vorfall nachgehen werde. So müsse geklärt werden, warum sie erst sechs Stunden nach Stopp der Züge in Tostedt informiert wurde. Bundespolizei-Sprecher Rene Schmidt sagte: "Wir hätten ja ansonsten viel eher reagiert, um vor Ort die Situation zu unterstützen." Die Behörde habe für solche Situationen entsprechende Pläne.

Metronom arbeitet das Thema auf

Die Eisenbahngesellschaft Metronom teilte dem WESER-KURIER bereits mit, dass man "das Thema sowie die Hintergründe gerade gesamthaft intern recherchiere und aufarbeite." Solange das nicht erfolgt sei, wolle sich die Metronom-Geschäftsführung nicht äußern. Auch eine Antwort der Deutsche Bahn steht noch aus.

Der Großteil der 800 Reisenden hatten sich auf eine Nacht im Zug eingerichtet. Gegen 3.03 Uhr wurde die Strecke nach Bremen jedoch wieder freigegeben. Die Züge konnten ihre Fahrt fortsetzen.

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