Streit über neue Lohnstufen Heute Warnstreik bei Bremer Beck's-Brauerei

Bremen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat heute an fast allen Standorten des Braukonzerns InBev Deutschland zu einem mehrstündigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist auch die Bremer Beck's-Brauerei. Hier sollen rund 400 Beschäftigte die Arbeit niederlegen.
03.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Heute Warnstreik bei Bremer Beck's-Brauerei
Von Petra Sigge

Bremen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat heute an fast allen Standorten des Braukonzerns InBev Deutschland zu einem mehrstündigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist auch die Bremer Beck's-Brauerei. Hier werden nach Angaben der NGG rund 400 Beschäftigte aus der Produktion, der Abfüllung, der Logistik und der Technik zwischen 12 und 16 Uhr die Arbeit niederlegen und sich vorm Werkstor versammeln. Zum Warnstreik aufgerufen sind auch die Beschäftigten der ebenfalls zum InBev-Konzern gehörenden Roland Brauerei Service GmbH in Bremen.

Hintergrund der Aktionen sind die zeitgleich in München stattfindenden Verhandlungen für einen neuen Bundesrahmentarifvertrag. Den alten, seit 1974 bestehenden Tarifvertrag hatten die Arbeitgeber vor einem Jahr gekündigt. Der Rahmenvertrag regelt, in welche Entgeltgruppe der einzelne Beschäftigte aufgrund seiner Kenntnisse und der konkreten Anforderungen eingestuft wird. Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite vor, im neuen Rahmentarifvertrag deutliche Verschlechterungen für eine Vielzahl von Beschäftigten durchsetzen zu wollen.

So fordere der Arbeitgeberverband unter anderem eine Niedriglohngruppe und geringere Vergütungen für die sogenannte Randbelegschaft. Gemeint seien damit zum Beispiel Sekretärinnen, Außendienstmitarbeiter, Fahrer, Staplerfahrer oder auch alle kaufmännischen Angestellten ohne Sacharbeiterstellung, erläutert Dieter Nickel, Geschäftsführer der Bremer NGG. Ihnen drohten deutliche Einkommenseinbußen.

Spaltung der Belegschaften

Der Deutsche Brauer-Bund, so kritisiert Nickel, plane eine Spaltung der Belegschaften, indem er einzelne Brauereibereiche schlechter als andere entlohnen wolle. "Wir wollen aber keine Beschäftigten erster und zweiter Klasse, sondern wir wollen, dass gute Arbeit gerecht entlohnt wird." Im alten Rahmentarifvertrag waren laut NGG erstmals einheitliche Entgelte für Arbeiter und Angestellte festgeschrieben worden. Nickel: "Danach musste für gleichwertige Arbeit auch gleiches Entgelt gezahlt werden." Von diesem Grundsatz wollten sich die Arbeitgeber nun verabschieden.

Neben den aktuellen Verhandlungen über einen bundesweit geltenden Eingruppierungsvertrag laufen in Bremen auch Gespräche über Lohnerhöhungen für alle fast 1400 Beschäftigten des InBev-Konzerns am Standort Bremen. Die Gewerkschaft fordere einen "Inflationsausgleich plus eine deutliche Beteiligung am Unternehmenserfolg", so NGG-Mann Nickel. Auch wenn der Konzern erst Anfang März seine Zahlen bekannt gibt, steht für den Gewerkschafter schon fest, "dass die auf jeden Fall gutes Geld verdienen". Dafür sprächen unter anderem die in Branchenkreisen schon vorab publizierten hohen Exportzahlen. Eine erste Verhandlungsrunde am 10. Januar verlief ohne Ergebnis. Das nächste Gespräch ist für den 2. März geplant.

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