Neuer Airport-Geschäftsführer im Porträt Mr. Tegel kommt nach Bremen

Der neue Bremer Flughafenchef Elmar Kleinert ist auch in der Freizeit durch und durch mit Flugzeugen beschäftigt: Privat fliegt er eine amerikanische Oldtimer-Maschine Piper PA-18, Baujahr 1953.
13.03.2018, 19:48
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Mr. Tegel kommt nach Bremen
Von Peter Hanuschke

In Berlin managt Elmar Kleinert die Flughäfen Tegel und Schönfeld, die im vergangenen Jahr zusammen ein Passagieraufkommen von mehr als 32 Millionen Fluggästen hatten. Was will so ein Mann, der in Berlin "Mr. Tegel" genannt wird, künftig am Bremer Flughafen? Der Airport am Neuenlander Feld wirkt mit seinen 2,54 Millionen Passagieren dagegen etwas bescheiden. Er will wieder näher am operativen Geschäft sein, sagte er dazu am Dienstag bei der Vorstellung als künftiger Geschäftsführer des Bremer Airports. Und das wirkte überzeugend.

Kleinert ist ausgewiesener Airportexperte. Eigentlich war der 57-Jährige vorgesehen als operativer Manager des künftigen Hauptstadtflughafens BER. Davon abgesehen hat er auch schon in der Vergangenheit auf kleineren Flughäfen als den Bremer Airport gearbeitet – etwa in Paderborn, wo er Geschäftsführer war. "Ich habe mein ganzes Berufsleben in der Airportbranche verbracht", sagt Kleinert. Und von der Aufgabe her seien alle Flughäfen im Prinzip gleich – ob kleine, mittlere oder große Airports: Flugzeuge landeten und starteten und zwischendurch müsse das Gepäck ein- und ausgeladen werden. Je größer der Flughafen, desto komplexer seien zwar die Abläufe, aber am Ende gehe es darum, dass alle Prozesse optimal aufeinander abgestimmt seien – unabhängig von der Größe des Airports. Auch das klingt logisch und überzeugend.

Der Diplom-Ingenieur Maschinenbau und Wirtschaftsingenieur ist seit Jahren in der Airlinebranche zu Hause und begann seine Laufbahn 1990 als Leiter des Verkehrsbereiches der Deutschen Lufthansa am Flughafen Stuttgart. Von dort ging es über den Flughafen Hannover dann als Geschäftsfeldleiter Aviation nach Berlin.

Seine Maschine ist Baujahr 1953

Und dann ist der gebürtige Paderborner nicht nur ein Airportexperte von Berufswegen, sondern auch privat durch und durch mit Flugzeugen beschäftigt: In seiner Freizeit fliegt er eine amerikanische Oldtimer-Maschine, eine Piper PA-18, Baujahr 1953. Und wenn alles gut läuft, dann hat er bald auch seine eigene Piste, die er zum Starten und Landen nutzen kann: In Groß Leuthen in der Nähe von Berlin hat er sich vor einiger Zeit ein kleines, altes Haus samt einer Wiese außerhalb des Ortes gekauft. Und die will Kleinert als Start- und Landebahn nutzen. Das Projekt sei aber ein wenig ins Stocken geraten: "Die Piste ist noch im Genehmigungsverfahren."

Pendeln will Kleinert künftig nicht – auch nicht mit seiner Privatmaschine. Das mache keinen Spaß, damit fliege er lieber in seiner Freizeit nach Heringsdorf, Danzig oder Rügen.

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Seinen Lebensmittelpunkt will der neue Airportchef auf jeden Fall nach Bremen verlegen. Ansonsten würde die Lebensqualität leiden. Dass ihn zudem die Region hier reize, passe natürlich hervorragend. Und Bremen kennt er bereits – nicht allein vom Vorstellungsgespräch. "Ich bin hier früher schon ein paar Mal mit meinem Flugzeug gelandet."

Es fällt leicht, dem neuen Flughafenchef seine Begeisterung für den neuen Arbeitsplatz abzunehmen: "Mit großer Freude und Leidenschaft werde ich an die neue Aufgabe rangehen", sagt er. Und er freue sich auf die Zusammenarbeit mit der ganzen Mannschaft. Zusammen werde man die richtigen Maßnahmen für den Standort entwickeln. Und Lob für den Bremer Airport gab es von ihm auch: Der Bremer Flughafen decke sowohl den Business- und Charterbereich als auch Low-Cost-Verbindungen ab. Das sei eine sehr ausgewogene Mischung. "Man steht hier gut auf drei Beinen und damit besser als nur auf zwei." Es sei richtig, sich nicht zu sehr von einem Segment abhängig zu machen. Das werde er auch weiter verfolgen.

Start im Sommer

Wann er genau mit der Arbeit beginnen wird, steht noch nicht fest. Geplant ist, dass es zum Sommer so weit sein wird. Schließlich benötige auch Tegel einen vernünftigen Übergang, sagt Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender und Staatsrat Ekkehart Siering bei der Vorstellung des neuen Airport-Chefs. „Wichtig war dem Aufsichtsrat der Flughafen Bremen GmbH und auch mir persönlich, dass der neue Geschäftsführer sich sehr gut in der Airlinebranche auskennt und dazu auch firm in Infrastrukturentwicklung ist."

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Als drittes Kriterium sei von Bedeutung gewesen, dass man einen Geschäftsführer finde, "der Team-Building und Unternehmenskultur nicht nur propagiert, sondern auch tatsächlich lebt.“ Und das mit Kleinert dafür die richtige Auswahl getroffen wurde, davon ist Siering überzeugt: "Er wird Mr. Tegel genannt, leitet zwei große Flughäfen – da versteht sich von selbst, dass wir den richtigen ausgewiesen Fachmann gefunden haben."

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