Alternativen zum Gas Zurück zum alten Ölbrenner

Viele Unternehmen suchen gerade nach Alternativen zum Gas. Die Bremer Gewerbeaufsicht will bei der Genehmigung der Anlagen mit Augenmaß vorgehen - unter bestimmten Voraussetzungen.
04.08.2022, 13:33
Lesedauer: 2 Min
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Zurück zum alten Ölbrenner
Von Florian Schwiegershausen

Bremens Gewerbeaufsicht will mit Augenmaß vorgehen, wenn die Unternehmen vor Ort eine Alternative zu ihren Gasanlagen in Betrieb nehmen wollen. So hat es Rüdiger Wedell als Referatsleiter Immissionsschutz bei der Bremer Gewerbeaufsicht am Donnerstagvormittag bei einer Online-Infoveranstaltung der Handelskammer angekündigt. Wedell sagte den mehr als 50 Teilnehmern von verschiedenen Unternehmen: "Die Umweltsenatorin ist da mit uns einig: Wir wollen Ihnen helfen, wenn sie da auf uns zukommen."

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Dazu habe die Gewerbeaufsicht eine Behördenkommission gebildet. Sie wird sich vor Ort bei den Unternehmen die Anlagen anschauen. Die werden vom Team unter den Aspekten Emission, Betriebssicherheit, Brandschutz, Statik sowie Entwässerung unter die Lupe genommen. Im Hinblick auf die mögliche Notlage beim Gas sagte Wedell: "Wir machen dann eine kurzfristige Feststellung der Duldung – wir machen auch notfalls Ausnahmen von Grenzwerten." Damit meint er: Deutsche Grenzwerte können unter den EU-weiten Grenzwerten liegen, die man dann in einem solchen Fall heranziehen könnte. Diese pragmatische Lösung mit Augenmaß solle aber nicht ewig halten. "Wir erwarten von den Firmen, dass sie das Genehmigungsverfahren nachholen und es hinterher nicht heißt 'das war doch damals so abgesprochen'.“

Lob vom DIHK für Bremer Gewerbeaufsicht

Erik Pfeifer vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin lobt dieses Vorgehen mit Augenmaß. Er referierte bei der Online-Veranstaltung über den Gasnotfallplan und steht als DIHK-Referatsleiter Betrieblicher Klimaschutz in regelmäßigem Austausch mit der Bundesnetzagentur. Zu dem angekündigten Vorgehen der Bremer Gewerbeaufsicht sagte er: "Einige andere Kommunen erlebe ich da bisher nicht so entgegenkommend."

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Wesernetz wiederum hat bereits mehrere Unternehmen per Info-Veranstaltung informiert, wie Geschäftsführer Bernd Christmann erläuterte. In den kommenden Wochen werde man den Kontakt per Mail suchen und abfragen, wie viel Gas sie brauchen, damit die Anlagen, die mit Gas laufen, keinen Schaden nehmen werden. Bei den Abfragen gehe es auch darum, welches Unternehmen über sogenannte bivalente Brenner verfügt, die man auch mit Öl statt mit Gas betreiben kann.

"Dramatik größer, als Teile der Bevölkerung es wahrnehmen"

Ab September soll es für die Industriekunden weitere Info-Veranstaltungen geben. "Bis in den Herbst werden wir stabile Versorgungsverhältnisse haben", sagte Christmann abschließend. DIHK-Referatsleiter will keine Horrorszenarien verbreiten, meint jedoch: "Die Dramatik ist groß und größer, als es in Teilen der Bevölkerung derzeit wahrgenommen wird." Dabei verwies er auf die Aussage des Chefs der Bundesnetzagentur, Klaus Müller: "Es wird uns in aller Härte treffen."

Entsprechend fordert er die Unternehmen zum Handeln auf: "Setzen Sie sich mit ihren betrieblichen Energieverbräuchen auseinander und schauen Sie, was Sie anstelle von Gas einsetzen können. Entwickeln Sie Abschaltszenarien, suchen Sie den Kontakt zum Netzbetreiber und Energieversorger und sprechen Sie mit den für Immissionsschutz zuständigen Behörden."

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