Siemens-Gamesa lässt in Cuxhaven bauen

Neue Offshore-Anlage lässt Mitbewerber hinter sich

Siemens Gamesa bringt neue Mega-Turbine auf den Markt. Die Offshore-Windmühlen haben eine Leistung von 14 Megawatt. Die Maschinenhäuser sollen ab 2024 im Werk in Cuxhaven gefertigt werden.
20.05.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Neue Offshore-Anlage lässt Mitbewerber hinter sich
Von Peter Hanuschke
Neue Offshore-Anlage lässt Mitbewerber hinter sich

Der erste deutsche Offshore-Windpark Alpha Ventus, der 2010 in Betrieb ging, war mit Windkraftanlagen ausgestattet, die jeweils eine Leistung von fünf Megawatt hatten. Siemens-Gamesa plant nun eine Anlage, die 14 Megawatt leisten soll.

INGO WAGNER

Der deutsch-spanische Windanlagenhersteller Siemens-Gamesa, der vor drei Jahren sein Werk in Cuxhaven eröffnete, setzt für Offshore-Anlagen unter Hochsee-Bedingungen das nächste Ausrufezeichen: Das Unternehmen will eine 14-Megawatt-Anlage entwickeln, die 2024 in Serienproduktion gehen soll.

Damit setzt sich das Größenwachstum in der noch jungen Offshore-Windindustrie fort. Als vor zehn Jahren der erste deutsche Offshore-Windpark Alpha Ventus im April 2010 eingeweiht wurde und dieses Pionierprojekt der Startschuss für den Aufbau der Offshore-Windenergie in der Deutschen Bucht bedeutete, lag die Leistung der zwölf Anlagen jeweils bei fünf Megawatt (MW).

Derzeit fertigt Siemens-Gamesa noch Acht-MW-Anlagen. In Cuxhaven werden dafür die Gondeln mit den Turbinen hergestellt, quasi das Herzstück der Windkraftanlage. Bis zum Bau der 14-MW-Anlage wird es aber noch zwei Premieren geben: So sind für 2022 die Serienproduktionen sowohl für die Zehn-MW- als auch die Elf-MW-Anlage vorgeschaltet.

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Besonders in den vergangenen drei Jahren gab es beim Bau der Anlagen enorme Leistungssprünge der führenden internationalen Turbinenhersteller: So war 2018 das dänische Unternehmen Vestas mit der Ankündigung einer Zehn-MW-Turbine führend, bis der US-amerikanische Hersteller GE mit der Planung einer Zwölf-MW-Anlage ins Rennen ging. Die nun von Weltmarktführer Siemens-Gamesa angekündigte Neuentwicklung sticht jetzt alle Mitbewerber aus.

Der Rotor der neuen Offshore-Windturbine wird nach Angaben von Siemens-Gamesa über einen Durchmesser von 222 Metern verfügen und ist mit 108 Meter langen Rotorblättern besetzt. Mit dieser leistungsstarken Windturbine werde Siemens-Gamesa eine führende Position in dem sich derzeit vollziehenden Umbruch einnehmen, ist das Unternehmen selbst überzeugt. „Mit großer Leistung geht ein großer Nutzen einher„, erklärt Markus Tacke, Vorstand von Siemens Gamesa Renewable Energy.

„Saubere Energie für unsere Kunden und die Gesellschaft bereitzustellen steht im Mittelpunkt unseres Handelns.“ Die neue SG 14-222 DD sei ein globales Produkt, das „uns allen hilft, einen großen Schritt vorwärts zum Schutz und Erhalt unseres Planeten zu machen“. Die bislang von Siemens-Gamesa installierte Leistung von mehr als 100 Gigawatt sowohl bei Offshore als auch Onshore reduziere jährlich mehr als 260 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.

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„Die Offshore-Windenergie ist Teil unserer Unternehmens-DNA„, sagt Andreas Nauen, Vorstand des Offshore-Geschäftsbereichs von Siemens-Gamesa. „Wir waren 1991 bei der Schaffung der Offshore-Windindustrie beteiligt. Seither arbeiten wir entschlossen daran, die Leistung zu steigern, technologische Risiken zu minimieren und die Energieentstehungskosten konstant zu senken.“ Die neue 14-MW-Anlage demonstriere das Bestreben, eine Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer von sauberer Energie angetriebenen Welt zu übernehmen. „So wird eine unserer neuen Turbinen im Laufe ihrer geplanten 25-jährigen Lebensdauer etwa 1,4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen im Vergleich zur kohlebefeuerten Stromerzeugung vermeiden.“

Mit einer Kapazität von mehr als 14 MW kann die neue Turbine nach Angaben von Siemens-Gamesa genug Energie liefern, um etwa 18 000 europäische Durchschnittshaushalte mit Elektrizität zu versorgen. Ungefähr 30 Offshore-Windturbinen vom Typ SG 14-222 DD könnten demnach den jährlichen Stromverbrauch einer Großstadt wie Hannover decken. Der Prototyp der neuen 14-MW-Anlage werde in Dänemark hergestellt und errichtet, so ein Sprecher auf Nachfrage. Die anschließende Produktion der neuen Turbine werde „in unserem bestehenden Fertigungsverbund erfolgen, was Cuxhaven natürlich einschließt“. In Cuxhaven werden ausschließlich die Maschinenhäuser gefertigt, die Rotorblätter kommen aus Hull in Großbritannien und aus dem dänischen Aalborg.

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