Blonde Frau vor Spielfeld Andrea Kaiser moderiert die sportliche Spielshow "Fort Boyard" bei kabel eins (ab Di., 11.01., 20.15 Uhr) und regelmäßig Fußball bei SAT.1

Die moderierende Blondine Andrea Kaiser wird immer mehr zur sportlichen Allzweckwaffe der Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe. Kein Wunder: Die 28-Jährige war bereits als Teenager im Reporter-Geschäft und ist längst mit einem Fußballstar verheiratet.
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Von Eric Leimann

Die moderierende Blondine Andrea Kaiser wird immer mehr zur sportlichen Allzweckwaffe der Sender der ProSiebenSat.1-Gruppe. Kein Wunder: Die 28-Jährige war bereits als Teenager im Reporter-Geschäft und ist längst mit einem Fußballstar verheiratet.

Die 28-jährige Moderatorin Andrea Kaiser ist tatsächlich eine Fußballverrückte. Ihre Leidenschaft wurde früh entfacht. Schuld daran ist, man will es nicht glauben, die Spielvereinigung Unterhaching, aus deren Stadion Kaiser als 16-jährige Radio-Praktikantin ihre ersten Hörfunkberichte frei Haus lieferte. Noch ein wenig früher stand die Begeisterung für Rudi Völler, der die kindliche Andrea auf die Toilette beförderte. Nach Spielen der Nationalmannschaft musste sich die zierliche Blonde dort nämlich vor lauter Aufregung übergeben, weshalb die Mutter ihr Fußball verbieten wollte. Es hat nicht geklappt. Heute moderiert Kaiser neben sportlichen Spielshows wie "Fort Boyard" (ab Dienstag, 11. Januar, 20.15 Uhr, bei kabel eins) Sendungen der Champions- und Europa-League, oder sie steht live am Boxring. Noch schlimmer - aus dem medienverrückten und fußballbekloppten Teenager wurde mittlerweile sogar eine Spielerfrau. Im Frühjahr 2010 heiratete Andrea Kaiser das frühere Dortmunder Kicker-Idol Lars Ricken.

Natürlich muss auch sie gegen die uralten Klischees arbeiten. Blonde Frau auf grünem Grund. Kann das gut gehen? Wenn Andrea Kaiser mit Mikro am Spielfeldrand einer Champions- oder Europa-League- Partie steht, kommen ihr die Vorurteile schnell entgegen. Hat die überhaupt Ahnung? Ist die nicht einfach nur blond und sexy? Solche Ideen und Vorwürfe, analysiert Kaiser, kämen übrigens weniger vonseiten der Fußballer. Auch die meisten männlichen Journalistenkollegen wären da ganz offen. Die meisten Klischeevorwürfe gegen weibliche Fußball-Reporter, lässt die aufstrebende Reporter-Blondine durchblicken, stammen tatsächlich von Frauen selbst.

Nun ja, die eigenen Leute waren schon immer die schlimmsten Feinde. Eigentlich hätte es auch ganz anders kommen sollen. Kaiser, geliebtes Einzelkind aus gutbürgerlichen Verhältnissen im Münchener Vorort Ismaning, erhielt zwar von ihrer Mutter, einer Bankangestellten, den Tipp: "Andrea, du redest so viel. Geh doch zum Radio!" - Ganz so schnell hätte es dann aber doch nicht gehen müssen. Bereits mit 16 berichtete sie für Radio Arabella aus Unterhaching, wo die erfahrenen Kollegen nicht hinwollten. So erlebte der zierliche Teeanger zufällig den Aufstieg des Provinzklubs in die Bundesliga und erhielt im gleichen Jahr das Angebot eines Volontariats beim Sender, weshalb sie ihre Schulkarriere bis zum Abi per Fernstudium fortsetzte.

Auf Sport war die frühreife Blondine damals allerdings keineswegs festgelegt. "Ich machte Musikjournalismus, war sogar Leiterin der Musikredaktion. Später kam ich zum Fernsehen und moderierte bei SAT.1 das Frühstücksfernsehen. Heute heißt es immer, ich wäre die Sportreporterin Andrea Kaiser. Bevor ich Fußball machte, war ich schon sechs Jahre im Fernsehen und habe die verschiedensten Sendungen moderiert, ohne dass es einer breiten Öffentlichkeit aufgefallen wäre." Tatsächlich eine interessante Beobachtung. Zusammen mit Sky-Anchorwoman Jessica Kastrop scheint Kaiser für eine Art medialen Rückfall in alte Fußball-Machoklischees zu stehen. Beide Frauen scheinen mit langem Haar und klassischem Sex-Appeal tatsächlich Klischees zu bedienen. Dass sie fachlich gut sind, wird gern außer Acht gelassen.

Natürlich hat sie auch "blöde Dinge" erlebt. Zum Beispiel als sie einmal Sebastian statt Bastian Schweinsteiger sagte - als sie noch fürs DSF, das heutige SPORT1, arbeitete. "Ich ärgere mich am meisten über die Fehler, die ich mache. Aber ich bin auch jemand, der sich selbst nicht so ernst nimmt, ich kann sehr gut über mich lachen. Und andere Menschen dürfen über mich denken, was sie wollen - solange es nicht die Menschen sind, die ich liebe." Dabei hat man es bei Andrea Kaiser tatsächlich mit einem Profi zu tun. Beim DSF moderierte sie Motorsport und erwarb zur Vertiefung eine Rennlizenz. Zur Vorbereitung auf Boxmoderationen bei SAT.1 nahm sie Boxunterricht. Privat liebt sie Sportarten wie Kart, Reiten, Inline-Skaten und Klettern. Auch mit dem Fallschirm ist sie schon mal gesprungen. "Hauptsache, es ist ein Sport, der mir keine Zeit lässt, über andere Dinge nachzudenken als das, was ich gerade mache. Sport macht den Kopf frei, und das ist wunderbar. Auf meinem Pferd kann ich alles vergessen."

Vor zwei Jahren passierte schließlich das, was Andrea Kaiser noch einmal mehr in den Fokus der Boulevardmedien rückte. Auf einer Geburtstagsparty in Köln lernte sie den ehemaligen BVB-Star Lars Ricken kennen, mit dem sie seit dem Frühjahr 2010 verheiratet ist. Damals wurden allerdings nur drei, vier Sätze ausgetauscht. Tiefer wurde die Verbindung erst kurze Zeit später auf Facebook. "Da gestand er mir, dass er schon 2003 in mich verliebt war, als ich das Frühstücksmagazin 'Weck Up' für SAT.1 moderierte. Er war von Anfang an sehr aufgeregt und sich auch sehr sicher, dass ich seine Traumfrau bin. Ich wollte ihn anfangs, glaube ich, erst mal nur in meine DSF-Sendung locken."

Schön, wenn man da mittlerweile so locker drüber reden kann. Ricken arbeitet heute als Nachwuchskoordinator bei Borussia Dortmund. Interessenkonflikte? "Nein", sagt Andrea Kaiser. "Auch wenn ich den Verein sehr, sehr sympathisch finde, ich bin kein BVB-Fan. Mein Herz schlägt für die Spielvereinigung Unterhaching. Letzte Saison hat die zweite Mannschaft des BVB, für die Lars verantwortlich ist, gegen Unterhaching gespielt und verloren. Ich habe mich da über meinen Haching-Sieg sehr gefreut." Abends daheim war die Stimmung dann wieder okay, verrät sie. Profis wissen eben, dass man ein Spiel analysieren und dann abhaken muss.

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