Kommentar zum Personalmangel bei der Polizei Katz und Maus

Wenn es stimmen sollte, dass es in Bremen nicht genügend Leute gibt, um sichergestellte Festplatten und Handys auszuwerten, dann ist das angesichts der akuten Terrorbedrohung nicht nur ärgerlich, sondern sogar lebensgefährlich. Ein Kommentar.
09.03.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Katz und Maus
Von André Fesser

Dass es in einer Behörde mal stockt, ist ganz normal. Das kennt fast jeder von seiner Steuererklärung. Hat man das Papier endlich mal abgegeben, dauert es mitunter Monate, bis das Amt antwortet. Allerdings kann man sicher sein: Da kommt schon was. Die lange Wartezeit ist ärgerlich, aber irgendwie spielt hierbei eine Woche mehr oder weniger keine große Rolle.

Anders ist das bei der Polizei. Wenn es stimmen sollte, dass es dort nicht einmal genügend Leute gibt, um sichergestellte Festplatten und Handys auszuwerten, dann ist das angesichts der akuten Terrorbedrohung nicht nur ärgerlich, sondern womöglich sogar lebensgefährlich. In der Innenbehörde hat man dieses Manko erkannt, mit der Lösung des Problems will man sich aber Zeit lassen bis zu den nächsten Haushaltsberatungen. Denn das Geld für die nächsten Monate ist längst verteilt. Die bösen Jungs dieser Welt wird es freuen: Mit einem lahmenden Stubentiger spielt man eben gern Katz und Maus.

Erst in der vergangenen Woche hat der Senat durch Umschichtungen im Haushalt etliche Löcher gestopft, ohne neue Schulden zu machen. Das zeigt, dass es geht. Angesichts der akuten Bedrohung der inneren Sicherheit sollte man die Köpfe nun aber weiter rauchen zu lassen und Geld finden, um den Sicherheitsapparat zu stärken. Der Steuerbescheid kann warten – es geht um Leib und Leben.

andre.fesser@weser-kurier.de

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