"Ich bin ein recht extremer Mensch" Sandra Speichert Im ARD-Film "Das Traumhotel - Tobago" (28.1.) konnte Sandra Speichert ihr Fernweh ausleben

In der Hotel-Schmonzette spielt Sandra Speichert eine engagierte Nonne. Ihre privaten Vorlieben (Tanzen, Reisen, Horrorfilme) sind deutlich weltlicherer Natur.
07.01.2011, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Rupert Sommer

In der Hotel-Schmonzette spielt Sandra Speichert eine engagierte Nonne. Ihre privaten Vorlieben (Tanzen, Reisen, Horrorfilme) sind deutlich weltlicherer Natur.

Dreharbeiten auf einer der schönsten Karibik-Inseln: Sandra Speichert hätte man kein verlockenderes Angebot machen können. Die Deutsch-Schweizerin, die als alleinerziehende Mutter mit ihren Zwillingen Siena und Lino in Südfrankreich lebt, hat ein ausgeprägtes Fernweh-Gen. "Für meinen Job bin ich schon um die halbe Welt gezogen - von Australien bis nach Kanada", schwärmt sie. Weil sie fest an Wiedergeburt glaubt, stecke ihr die Exotik gleichsam in den Knochen. "In meinem früheren Leben war ich Afrikanerin - da bin ich mir absolut sicher", beteuert sie. Kein Wunder, dass sie sich beim Filmen für die ARD-Schmonzette "Das Traumhotel - Tobago", die am Freitag, 28. Januar um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist, beim Tanzen unter Palmen besonders wohl gefühlt hat. "Reggae und die afrikanischen Rhythmen - das ist genau meine Welt", sagt die leidenschaftliche Tänzerin. "Das ganze Team auf Tobago hat viel miteinander gefeiert - meistens abends am Strand."

"Ohne Tanzen ist für mich eine Party kein Fest", betont Sandra Speichert. "Ich bin immer die Erste und die Letzte auf der Tanzfläche." Deswegen die neueste Ausgabe aus der "Traumhotel"-Reihe als tropischen Partyfilm abzutun, wäre ein Irrtum: Für ihre Rolle ließ sich der auch mit 40 Jahren ansteckend aufgedrehte Wirbelwind bändigen - wenigstens äußerlich. Sandra Speichert spielt die Nonne Verena, die für den Erhalt eines Waisenhauses kämpft. "Natürlich war das eine schwierige Rolle - aber nur, was das Kostüm angeht", lacht sie im Rückblick. "Ich habe mich sehr darauf gefreut, erstmalig eine Nonne zu spielen. Es ist eine sehr starke, unglamouröse, engagierte Frau, die für ihre Überzeugungen kämpft - ich habe sie geliebt!"

Trotzdem wirkt Sandra Speichert ein wenig bemitleidenswert, wenn sie neben all den im luftigen Freizeitlook gekleideten Mitspielern in einer wallenden Ordenstracht schwitzen muss. "Die Luftfeuchtigkeit war so hoch, dass wir selbst in kürzesten Drehpausen alle sofort pitschnass waren", erzählt sie von den Dreharbeiten, die ausgerechnet während der Regenzeit im Juni vergangenen Jahres stattfanden. "In die Nonnentracht mit der Haube zu schlüpfen, war da natürlich eine besondere Herausforderung", scherzt sie noch heute.

Trotzdem hat man das Gefühl, dass Sandra Speichert, die sich in Deutschland gerne etwas rarmacht und selten auf roten Teppichen zu sehen ist, in tropischen Gefilden geradezu aufblüht. Selbst bezeichnet sie die Dreharbeiten für den 2009 gesendeten ZDF-Film "Barbara Wood: Wilder Oleander" als eines ihrer schönsten Erlebnisse - wegen des exotischen Drehorts in Puerto Rico. "Ich habe dort alles geliebt. Die Menschen wollen nur glücklich und gesund sein - und feiern! Diese Einstellung passt perfekt zu mir", schwärmt sie. "Ich vermisse Puerto Rico wie einen Mann."

Vom Vater ihrer beiden Kinder hatte sich Sandra Speichert schon getrennt, als sie noch schwanger war. "Ich habe mich immer um alles alleine gekümmert", sagt sie nicht ohne Stolz. "Ich kenne es nicht anders und die Kinder auch nicht." Naheliegend, dass sie trotz engen Drehplans so viel Zeit wie möglich mit ihrer Mini-Familie verbringen möchte. "Ich bin ein recht extremer Mensch", gesteht die Schauspielerin ein. "Entweder bin ich, daheim in unserem kleinen Dorf in Südfrankreich, 24 Stunden am Tag die Mutter", sagt sie. "Oder ich stecke bei Dreharbeiten rund um die Welt." Trotzdem gibt ihr vor allem die Vielseitigkeit ihrer Aufgaben Kraft. "Beim Drehen bin ich wahnsinnig glücklich, weil ich so in andere Leben schlüpfen darf und viel Neues in mir selbst entdecke", sagt sie. "Mein Job ist meine Leidenschaft - auch wenn die Balance zu meinem Familienleben mir viel abverlangt."

Vor allem ihre Tochter kann es gar nicht erwarten, einmal selbst mit ihrer Mutter vor die Kamera zu treten. "Sie löchern mich mit der Frage, wann sie endlich mit mir spielen dürfen", sagt Sandra Speichert über ihre Zwillinge. "Ich bin nicht dafür, bin aber auch nicht dagegen. Sie können es sehr gerne mal probieren", lautet die diplomatische Mutter-Devise. Als Ausgleich für den Drehstress nimmt sie sich für gemeinsame Urlaube viel Zeit. "Meine Kinder haben im Sommer zwei Monate Ferien - was natürlich viel zu viel ist", stöhnt Sandra Speichert scherzhaft. "Da stecke ich sie immer ins Auto und wir fahren gemeinsam durch halb Europa. Sie wollen mittlerweile ja auch nicht mehr nur im Pool plantschen, sondern schöne Städte, neue Menschen und aufregendes anderes Essen kennenlernen", sagt sie. "Ihre große Neugierde haben sie von mir."

Für 2011, das Jahr in dem Speichert 40 wurde (am 22.01., "Zum ersten Mal mache ich mir wirklich Gedanken um ein Datum", sagt sie. "Die Dreißiger war einfach wunderschön"), hat sie sich viel vorgenommen: "Ich wünsche mir zwei Sachen - einen Kostümfilm und einen schönen brutalen Horrorfilm." Auf erstauntes Nachhaken bleibt sie übrigens ganz ernst. "So etwas fehlt mir", klagt Sandra Speichert. "Ich möchte im Film einmal wirklich an meine Grenzen gehen." Ein frommer Wunsch, der allerdings nicht nach einer weiteren Nonnen-Rolle klingt.

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