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Scheinzentren

Alexander Pitz zum Krankenhaus-Report Behandlungszentrum für dies, Ärztezentrum für jenes – was für gebündelte medizinische Fachkompetenz stehen soll, ist in Wahrheit allzu oft ein reines Marketing-Instrument. Viele dieser sogenannten Zentren, die es an deutschen Krankenhäusern gibt, heißen nur deshalb so, weil der Begriff auf dem Firmenschild einen guten Eindruck macht.
21.02.2015, 00:00
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Scheinzentren
Von Alexander Pitz
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Alexander Pitz

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zum Krankenhaus-Report

Behandlungszentrum für dies, Ärztezentrum für jenes – was für gebündelte medizinische Fachkompetenz stehen soll, ist in Wahrheit allzu oft ein reines Marketing-Instrument. Viele dieser sogenannten Zentren, die es an deutschen Krankenhäusern gibt, heißen nur deshalb so, weil der Begriff auf dem Firmenschild einen guten Eindruck macht. Mit Versorgungsqualität hat das inflationär gebrauchte Etikett nichts zu tun. Im Prinzip kann sich jede Klinik „Zentrum“ nennen, ganz unabhängig von der Güte der angebotenen Behandlung.

Der Wildwuchs führt jedoch dazu, dass die ohnehin schon komplexe Versorgungslandschaft noch unübersichtlicher wird. Leidtragender ist der Patient, der zusehends den Überblick verliert. Der AOK-Bundesverband hat daher recht, wenn er die Politik zum Handeln auffordert. Bund und Länder haben in ihrem Eckpunktepapier zur Krankenhausreform zwar beschlossen, den Zentrumsbegriff neu zu fassen, doch das geht nicht weit genug. Kliniken, die den Anforderungen an ein spezialisiertes Zentrum nicht gerecht werden, sollten bestimmte Behandlungen einfach nicht anbieten dürfen – zum Wohle der Patienten. alexander.pitz@weser-kurier.de

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