Arbeiten, wo andere Urlaub machen Am Fuße der Zugspitze entsteht derzeit die neue ZDF-Krimiserie "Die Garmisch-Cops"

Und der nächste Beweis dafür, dass TV-Sender Bayern lieben: Das ZDF dreht eine neue Krimiserie in Garmisch-Partenkirchen.
01.06.2012, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anna Julia Höhr

Und der nächste Beweis dafür, dass TV-Sender Bayern lieben: Das ZDF dreht eine neue Krimiserie in Garmisch-Partenkirchen.

Wenn man von München nach Garmisch-Partenkirchen fährt, dauert es nicht lange, bis sich im Auto ein angenehmes Urlaubsgefühl ausbreitet - schon nach wenigen Kilometern Fahrt gibt es schließlich nichts als grüne Wiesen und imposante Berge zu sehen. Dass Bayern ein hübsches Fleckchen Erde ist, haben auch die deutschen TV-Sender längst erkannt und in der Vergangenheit Serien wie "Der Bulle von Tölz" (1995 bis 2009) oder "Die Rosenheim-Cops" (dienstags, 19.25 Uhr, ZDF) im weiß-blauen Bundesland angesiedelt. Ab Oktober wird das schöne Bayern noch sicherer - dank der "Garmisch-Cops", die dann einmal wöchentlich ihren Vorabend-Dienst aufnehmen. Beim Pressetermin im nicht ganz wolkenlosen Garmisch-Partenkirchen legten die Macher und Darsteller des ZDF-Neulings für die Fotografen ihr schönstes Lächeln auf - und erklärten nebenbei, warum eine weitere bayerische Krimi-Serie dem deutschen Fernsehen gerade noch gefehlt hat.

Zunächst dreht sich auf der Terrasse des idyllisch gelegenen Berggasthofs "Panorama" alles um die Zugspitze. Der höchste Berg Deutschlands wird von Wolken verdeckt, was für die Fotografen verständlicherweise ein echtes Drama darstellt. Dass das Wetter in der Bergwelt nicht immer das macht, was Meteorologen von ihm erwarten, musste das "Garmisch-Cops"-Team seit Beginn der Dreharbeiten Ende April schon mehrfach am eigenen Leib erfahren. "In der ersten Folge wird ein Skispringer ermordet", berichtet Produzent Alexander Ollig von der Bavaria Fernsehproduktion GmbH und fügt hinzu: "Seinen Sprung konnten wir bislang nicht drehen, weil der Wind immer ungünstig war. Da ist dann eben Flexibilität gefragt. Aber das nehmen wir für diese Kulisse gerne in Kauf."

Obwohl das komplette Team in den höchsten Tönen von Garmisch-Partenkirchen schwärmt, stand der Wintersport-Ort laut Ollig nicht von Anfang an als Schauplatz der neuen Krimi-Reihe fest: "Auf der Suche nach einem geeigneten Ort fuhren wir durch ganz Bayern. Als wir diesen Bergkessel sahen, wussten wir sofort, dass wir hier drehen müssen. Es war eine Bauchentscheidung. Wie bei der Besetzung, wenn man einen Schauspieler sieht und sich denkt: Ja ... du! Wir hatten da mit den Kollegen des ZDF eine Wellenlänge, und das ist gut."

Zehn Folgen der "Garmisch-Cops" entstehen derzeit. Dass sie die Zuschauer an das erfolgreiche ZDF-Format "Die Rosenheim-Cops" (im Herbst läuft die 250. Folge) erinnern werden, ist ziemlich sicher. Denn die Sendungen ähneln sich nicht nur im Hinblick auf die Namensgebung - sie spielen beide mit der bayerischen Lebens- und Mundart und rücken ein ungleiches Ermittlerpaar in den Mittelpunkt. Alexander Ollig macht aus den Parallelen kein Geheimnis, betont aber auch die Unterschiede zwischen den beiden Serien: "Wir befassen uns intensiv mit dem Privatleben der Kommissare und führen zudem eine Staatsanwältin und einen Oberstaatsanwalt in das Geschehen ein. Die grundsätzliche Stimmung des Programms wird aber sicher ähnlich sein. Die Erfahrungen des ZDF mit den 'Rosenheim-Cops' haben ja gezeigt, dass es nicht ganz falsch ist, auf Bayern zu setzen."

Aber was hat Bayern denn nun, was die anderen Bundesländer nicht haben? Alexander Ollig glaubt, dass die bayerische Anziehungskraft im Dialekt begründet ist: "Bairisch ist einer der wenigen Dialekte, die bundesweit funktionieren, und es hat einen leicht ironischen und modernen Charme." Die Schauspieler Christoph Stoiber ("Es sind die Berge. Wir Bayern leben da, wo andere Urlaub machen!"), Jan Dose ("Es erschlägt einen vor Schönheit") und Holger Daemgen ("Schauen Sie sich die Kulisse doch einfach mal an!") halten die Landschaft für unschlagbar. Daemgen ("In aller Freundschaft"), der in der Serie den stets korrekten Oberstaatsanwalt Helmut Wetzel spielt, hofft sogar, dass die Bergwelt den Darstellern letztlich nicht die Show stiehlt. "Schließlich wollen wir ja den Charme der Serie ausmachen", lacht er augenzwinkernd.

Sein Kollege Jan Dose macht indes schon mal vor, wie man sich von seiner besonders charmanten Seite präsentiert. Er zeigt interessierten Wanderern, hinter welchem Baum sich die Skisprungschanze versteckt hat und gibt offen zu, dass er niemals den Mut hätte, sich von dort oben in die Tiefe zu stürzen. Der 27-jährige Berliner, der neben Thomas Unger ("Das Glück dieser Erde") eine der beiden Hauptrollen bei den "Garmisch-Cops" spielt, ist sichtbar stolz auf seine Ermittler-Rolle: "Ich bin der jüngste TV-Kommissar Deutschlands - das ist schon etwas Besonderes und ein großer Schritt in meiner Karriere."

Während Dose das sagt, entbrennt am Nebentisch eine Diskussion über die Fußball-EM. Deutschland wird Europameister, da ist sich das Team einig. Bleibt nur die Frage, ob Jan Dose und Co. auch Zeuge vom vermeintlichen Triumphzug der deutschen Nationalelf werden. Produzent Alexander Ollig macht den schauspielenden Fußballfans Hoffnung: "Wir finden sicherlich eine Lösung. Notfalls stellen wir halt einen Fernseher ans Set." Das Team freut's, und die Fotografen auch - mit dieser Nachricht im Rücken lächelt es sich auf den Bildern schließlich noch schöner.

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