FC Hagen/Uthlede

„Barsinghausen, Barsinghausen, wir fahren nach Barsinghausen!“

Wie hätte der letzte Fußball-Spieltag der Saison werden können? Das fragt sich an diesem Wochenende die Sportredaktion. Oberligist FC Hagen/Uthlede schickt dabei die Spieler an den Grill und die Biertheke.
06.06.2020, 11:42
Lesedauer: 2 Min
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„Barsinghausen, Barsinghausen, wir fahren nach Barsinghausen!“
Von Tobias Dohr

Landkreis Osterholz. Was wäre gewesen, wenn...? Diese Frage treibt Tausende Amateurfußballer an diesem Wochenende wohl ganz besonders um. Denn an diesem Sonnabend wäre in den allermeisten Amateurligen Niedersachsens der letzte Spieltag ausgetragen worden. Tränen der Freude und der Trauer wären geflossen, ebenso wie der Meistersekt. Wie immer hätte der Sport ganz besondere Geschichten geschrieben, einige Legenden wären sicherlich ebenfalls entstanden. Wie das eben an einem letzten Spieltag so ist, wenn sich eine komplette Saison entscheidet. Die Sportredaktion hat ein paar dieser Geschichten aufgeschrieben – wie sie hätten passieren können. Oder anders gesagt: Wir skizzieren den letzten Fußball-Spieltag in Ober-, Landes- und Bezirksliga nach – wie wir ihn auch ganz gerne mal aufgeschrieben hätten. Nämlich mit einem Augenzwinkern.

FC Hagen/Uthlede – VfV Borussia Hildesheim 7:5 (2:3): Bereits vor der Partie hatte die Mannschaft um FC-Trainer Carsten Werde den Antrag gestellt, jenes letzte Punktspiel an der Konsole austragen zu dürfen. Die Kicker von der Blumenstraße hatten den Klassenerhalt nämlich bereits am vorletzten Spieltag geschafft, Hildesheim war die Meisterschaft schon seit Wochen nicht mehr zu nehmen. Doch nach etlichen Telefonaten lehnte der Verband diesen Vorstoß letztlich doch ab. Dennoch lassen es sich die Hagener Konsolen-Experten Erik Köhler und Fabio Hausmann nicht nehmen, ein Showmatch gegen das Hildesheimer Duo Lucas Pillich/Matteo Leonhardt in der Halbzeitpause des echten Punktspiels zu bestreiten. Möglich ist das, weil beide Teams in diesem bedeutungslosen letzten Punktspiel nur eine B-Elf aufs Feld schicken – während die Stammspieler beider Mannschaften unterdessen an der Bierbude ausschenken und am Grill die Würstchen wenden.

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Hagens Torwart Yannick Becker hat sogar den Job als Stadionsprecher übernommen, muss diesen aber nach 14 Minuten wieder abgeben, weil er permanent „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ ins Mikrofon gröhlt. Ach so, Tore fallen natürlich haufenweise am letzten Spieltag in Hagen. Acht an der Konsole, zwölf auf dem echten Rasen. Aber wie es am Ende genau ausgeht, interessiert sowieso niemanden mehr an diesem sonnigen Nachmittag an der Blumenstraße. Vielmehr singen sich die Hagener Fans ab der 16. Minute plötzlich warm für das anstehende Pokal-Endspiel am darauffolgenden Wochenende. „Barsinghausen, Barsinghausen, wir fahren nach Barsinghausen!“ schallt es 75 Minuten lang über den Platz. Und viele fragen sich: Wo ist eigentlich Yannick Becker geblieben?

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